Pfarrkirche zum hl. Dionysius

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Pfarrkirche Vigaun, Südseite
Die Kanzel in der Kirche mit dem prächtigen Schalldeckel und dem Schmerzensmann.
Die Heimkehr der kostbaren Statue nach der erfolgreichen Auktion: v.l. Michael Neureiter, Pfarramtsleiterin Sr. Lydia Santner und Pfarrkirchenratsobmann Herbert Wallmann, im Hintergrund die spätgotische Pfarrkirche

Die Pfarrkirche zum hl. Dionysius ist die römisch-katholische Pfarrkirche der Pfarre Bad Vigaun in der Tennengauer Gemeinde Bad Vigaun und steht unter Denkmalschutz.

Geschichte

Die spätgotische dreischiffige Hallenkirche mit Westturm wurde 790 erstmals urkundlich erwähnt. Der sie umgebende Friedhof ist mit einer hoher Friedhofsmauer umgrenzt. Zwischen 1488 und 1516 wurde sie neu errichtet. Pfarrkirche, also für eine eigene Pfarre ist sie seit 1858.

Unter anderem war der Halleiner Maler Anton Eggl in der Kirche tätig.

Kanzel

Die Kanzel der Pfarrkirche Bad Vigaun ist 1567 datiert und ein Indiz für die beginnende Gegenreformation. Immerhin war wenige Jahre davor das Trienter Konzil zu Ende gegangen, das manche Antworten auf die Reformation fand, die vor 500 Jahren begann! Dies berichtet Michael Neureiter über eine Kostbarkeit in seiner Heimatgemeinde.

Die Kanzel besteht aus Adneter Marmor – die Stufen, die Brüstung auf vier Seiten eines Sechsecks, die sechsseitige Tragsäule… Das Wappen erinnert an den Spender der Kanzel, den damaligen Fürsterzbischof Johann Jakob Kuen von Belasy, der im Zuge der katholischen Reform ein Priesterseminar gründete, die Ansiedlung des Jesuitenordens in Salzburg verhinderte und häufig mit Bauernunruhen zu tun hatte.

Unterhalb des Wappens, das in zwei Feldern das Wappen des Erzstifts und in zwei Feldern aus dem Wappen der Familie Khuen-Belasi den stehenden Löwen und einen Turm mit offenem Tor zeigt, befindet sich in Latein die Inschrift: „Johann Jakob durch Gottes Gnaden Erzbischof der Salzburger Kirche und des apostolischen Stuhls Legat im Jahr 1567.“ Interessant, dass die Inschrift vermutlich seit 450 Jahren einen Schreibfehler aufweist: „Anstelle von ‚Dei gratiae‘ müsste es wohl richtig ‚Dei gratia‘ heißen?“ meint Neureiter.

Der Schalldeckel trägt einen reichen sechseckigen Baldachin, dieser „Kanzelhuet“ wurde 1707 von Hans Pfister in Kuchl geschaffen. Früher war an der Kanzelbrüstung auch ein Holzarm mit Kruzifix befestigt, ein „Predigerarm“, wie er noch heute in der Filialkirche St. Nikolaus in Torren zu finden ist.

Christusstatue "Der Segnende Auferstandene"

Die Christusstatue aus Lindenholz ist 90 Zentimeter groß, stammt aus dem frühen 15. Jahrhundert und ist den Menschen von Bad Vigaun wertvoll.

In der Zwischenkriegszeit war das gotische Kunstwerk aus der Pfarrkirche scheinbar spurlos verschwunden. Im Sommer 2012 tauchte es in einem Münchner Auktionshaus wieder auf. Als Eigentümer wurde eine österreichische Privatsammlung angegeben. Eine Vigauner Initiative um Michael Neureiter, Pfarrer Egon Katinsky, Pfarrkirchenobmann Herbert Wallmann und Gemeindevertreter Friedrich Holztrattner ersteigerte bei einer Auktion am 27. Juni 2012 die Statue um 16.000 Euro, die aus Spendengeldern aufgebracht waren worden. Der Schätzpreis lag zwischen 10.200 und 12.700 Euro.

Auf einer Aufnahme aus dem Jahr 1912, die die Statue zeigt, erkennt man, dass ihr die linke Hand fehlt. Das Werk aus Lindenholz soll um das Jahr 1430 entstanden sein. Der als Meister von Seeon (Seeon liegt nördlich des Chiemsees) geltende Hans Paldauf aus Mühldorf am Inn dürfte die Statue geschaffen haben.

Bilder

 Pfarrkirche zum hl. Dionysius – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im Salzburgwiki

Quellen