Projekt Bad Abtenau oder Abtenau Bad

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Die Tennengauer Marktgemeinde Abtenau war und könnte wieder Bad Abtenau werden, berichteten die Tennengauer Nachrichten 2010.

Geschichte

1862 waren drei Heilquellen (Salz-Schwefelquellen) in Abtenau bekannt: beim Handlhof in Hallseiten, Stümmelleithgraben und Grossgrub.[1]

Der Kurbetrieb in Hallseiten

Im Jänner 1877 wurde die Bitterwasser-Kuranstalt "Zwieselalpe" (Außerhandlhof) versteigert.[2].

Auch Leonhard Austerlitz, Besitzer des Handlhofes in Hallseiten, hatte einen Kurbetrieb. Sein Betrieb und Einrichtungen wurden 1884 versteigert.[3] 1885 die Kuranstalt "zur Zwieselalpe" abermals zur Versteigerung stand.[4] Hotel und Bad "Zwieselalpe Handlhof" wurden dann 1891 wieder gerichtlich feilgeboten (versteigert).[5]

Anschließend muss es zu einem weiteren Konkurs gekommen sein. Am 11. Oktober 1895 ging der "Außerhandlhof" in Hallseiten Nr 14, auch „Kuranstalt Zwieselbad-Handlhof" genannt, der zu diesem Zeitpunkt Ernestine Naroszny gehörte, im Wege einer Versteigerung in den Besitz des Heinrich Mayer, Hoteliers (Hotel Fuchs) in Wien, um das Meistbot von l0.000 Gulden (fl.) über. Der gerichtliche Schätzwert dieser Realität betrug 31.350 fl..[6]

Ab 1905 Bad Handlhof

1905 errichtete der Schweizer Hotelpionier Peter Robert Badrutt in Abtenau ein Kurhaus, das Bad Handlhof. Die Rupertusquelle, die man im Gemeindegebiet gefunden hatte, entsprach in seiner Wirkung und Zusammensetzung jenem der weltberühmten Heilquelle von Karlsbad im Böhmischen Bäderdreieck im Westen Tschechiens. Es wirkte bei Stoffwechsel- und Verdauungsproblemen und wurde als Trinkkur angewendet. Doch weder Kur noch Kurhaus überstanden die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts.

In der Wiener Medizinische Wochenschrift findet sich 1905 ein großes Inserat mit dem Titel Bad Abentau, in dem die Heilwasseranalyse abgedruckt wurde. [7]

Jedenfalls ab 1914 warb man mit dem Namen Abtenau Bad.[8]

In den 1920er-Jahren Abtenau-Bad

In den 1920er-Jahren gab es dann das Reichels Kurhotel in Abtenau-Bad.

Das Neue Wiener Journal schrieb 1927 einen langen Artikel unter dem Titel "Das Karlsbad der Eisenbahner. Die Heilquellen von Abtenau." Darin wurde die Heilwasseranalyse durch Wiener und Innsbrucker Universitätsprofessoren beschrieben. In diesem Artikel wird abermals die Bezeichnung Bad Abtenau verwendet.[9]

Neuer Anlauf in den 1990er-Jahren

Einen neuen Anlauf zur Nutzung der Heilquellen Rupertus- und Annenquelle unternahm die Gemeinde im Jahr 1997. Sie kaufte die Quellen und entwickelte ein Kurprojekt. Erste Planungen für ein Vier-Sterne-Hotel mit 270 Betten um 29 Mio. Euro wurden mangels Investoren wieder in der Schublade versenkt. Doch 2010 wurde es wieder aktiviert in Form eines Fünf-Sterne-Hotels mit 370 Betten um 50 Mio. Euro, das 50 Arbeitsplätze bieten soll. Die Neubelebung war möglich geworden durch eine Option auf das drei Hektar große Feldmannareal durch die beiden Investoren Wolfgang und Uta Grünn von der Lady Lord Immobilienverwertungs-GmbH. Im April/Mai 2011 sollten die Bauarbeiten beginnen, die Fertigstellung war für Ende 2012 geplant. Der Name des Hotels sollte Heilthermenhotel St. Rupertus Quellenhof werden.

Abtenauer Heilwasser soll bald mitten im Ort sprudeln

Das Wasser der kleinen unscheinbaren Quelle in Hallseiten schmeckt sehr salzig, seifig und auch bitter. Aus der Annenquelle und der nahen, viel größeren Rupertquelle sprudelt Heilwasser. Es enthält Natrium, Calcium, Chlorid und Sulfat und wurde 1863 von einem Förster entdeckt. Wenige Jahre später eröffnete ein Kurbad, das 1913 saniert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde. Mit dem Zweiten Weltkrieg geriet es in Vergessenheit. Die Einheimischen schreiben den beiden Quellen bis heute allerlei heilende Wirkungen zu, viele füllen das Wasser für zu Hause ab. Ab dem Spätsommer 2020 können sie das auch mitten im Ort tun: Die Gemeinde hat Leitungen verlegen lassen, um einen Teil des Heilwassers sechs Kilometer weit ins Zentrum und zu diversen Hotels leiten zu können. Die Kosten belaufen sich auf 700.000 Euro. Um das Heilwasser auch optisch in den Mittelpunkt zu rücken, brauche es einen Hingucker, haben Gemeinde und Tourismusverband entschieden. Über den Landesfonds "Kunst am Bau" werden daher Künstler aufgerufen, Entwürfe für einen neuen Brunnen einzureichen.

Die Begehung findet am 13. März statt, Abgabetermin ist der 6. Mai. Eine Fachjury kürt das Siegerprojekt. Danach entscheiden die Gemeinde und der Tourismusverband, welches Projekt umgesetzt wird. Für den ersten Platz winken 5.000 Euro Preisgeld (2. Platz: 2.000, 3. Platz: 1.000, 4. und 5. Platz: 500 Euro). Der Kostenrahmen, inklusive Preisgelder und Verwirklichung, beträgt 65.000 Euro. Gemeinde und Tourismusverband übernehmen je die Hälfte.

Eine Herausforderung für die Künstler ist das Heilwasser selbst: Es ist laut Ausschreibung "sehr aggressiv" - die verwendeten Materialien müssen ihm also standhalten. Der Vorteil: Durch seinen hohen Salzanteil friert es kaum ein.

Das Abtenauer Heilwasser sei für äußerliche Anwendungen geeignet, sagt der Ortschef: "Wir schreiben auf den Brunnen, dass es kein Trinkwasser ist", sagt Schnitzhofer. Eine Studie der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität bescheinigt, dass sich das Baden im Abtenauer Heilwasser in Verbindung mit Bewegung an der frischen Luft positiv auf das Immunsystem von Probanden ab 65 Jahren auswirkt.

Quellen

Einzelnachweise

  1. Quelle von Heinrich Wallmann, Seite 69ff
  2. ANNO, Salzburger Zeitung, Ausgabe vom 2. Jänner 1877, Seite 5
  3. ANNO, Salzburger Chronik, Ausgabe vom 31. August 1884, Seite 3
  4. ANNO, Salzburger Chronik, Ausgabe vom 3. September 1885, Seite 2
  5. ANNO, Salzburger Chronik, Ausgabe vom 14. März 1891, Seite 2
  6. ANNO, Salzburger Volksblatt, Ausgabe vom 16. Oktober 1895, Seite 4
  7. Quelle ANNO, Wiener Medizinische Wochenschrift, Ausgabe 1905, Hauptteil Seite 1453
  8. Quelle ANNO, Salzburger Volksblatt, Ausgabe vom 29. Mai 1914, Seite 16
  9. Quelle ANNO, Neues Wiener Journal, Ausgabe vom 10. August 1927, Seite 6
Ehemalige Kurorte, Kurbäder und Heilquellen im Land Salzburg