Schloss Prielau

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Schloss Prielau
Winteransicht

Schloss Prielau ist ein heute denkmalgeschütztes Schloss in Prielau im Gemeindegebiet Maishofen im Pinzgau.

Geschichte

1425 wurde das Schloss erstmals (in einem Akt des Pfarrachivs Saalbach) urkundlich erwähnt. Das Anwesen wurde vom Salzburger Hoftechniker Christoph Perner von Rettenwerth von den Diethern zu Urstein erworben. 1560 baute er das Schloss in die heutige Form um. Christoph Perner von Rettenwerth verkaufte das Schloss an den Zeller Landrichter Caspar Panichner. Seine Tochter Anna, verheiratet mit Christoph von Hirschau, verkaufte im Jahr 1590 den Besitz an Dietrich Khuen von Belasy und Lichtenberg Adelssitz und Schloss Prielau. Von 1590 bis 1722 blieb Prielau im Besitz der Familie Kuen-Belasy. 1722 erwarb Franz Anton Adolf von Wagenberg den gesamten Besitz für die Bischöfe von Chiemsee. Das Anwesen blieb dann bis 1811 in fürstbischöflichem Besitz. Das Wappen des letzten Vertreters, Fürstbischof Sigmund Christoph von Zeil und Trauchburg, kann man noch heute am Schlossportal sehen.

Durch Aufgabe des Bistums Chiemsee durch die Bayern, das bis dahin dem Erzbistum Salzburg unterstellt gewesen war, kaufte 1811 der Mesner Franz Neumayer um 182 Gulden lizitando (Anm.: im Rahmen einer Versteigerung) das Anwesen. Seine Familie hatte das nahe gelegene Schloss Kammer und die Wirtschaftskammer in Maishofen als Pächter bewirtschaftet und 1812 bei einer Versteigerung erworben. Aus derselben Familie stammte auch der spätere Reichratsabgeordnete Alois Neumayer.

1936 erwarb Gerty von Hofmannsthal, die Witwe des 1929 in Rodaun bei Wien verstorbenen Autors und Dichters Hugo von Hofmannsthal, das Haus. 1938 wurde die Familie von Hofmannsthal enteignet und emigrierte nach England. 1943 kaufte der Bildhauer Josef Thorak das "arisierte" Schloss. Josef Thorak nutzte die Tätigkeit des NS-Kunsträubers Kajetan Mühlmann zur Ausstattungsverbesserung und ließ sich für das Schloss Prielau geraubte gotische Türen und Skulpturen aus Frankreich kommen. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges erhielt die Familie von Hofmannsthal aber 1945 ihr Anwesen wieder zurück. Das Haus wurde dann fortan nicht mehr regelmäßig bewohnt.

Schlosskapelle

Das Schloss Prielau beherbergte früher eine Kapelle mit einem Bild der Hl. Dreifaltigkeit im zweite Stock des Turmes. Dieses Bild wurde von der Bevölkerung hoch verehrt, sodass sich ein Zugang wie bei einer kleinen Wallfahrt entwickelte. Das Schloss war allerdings in einem so schlechten baulichen Zustand, dass bei Schlechtwetter Altar und Priester nass wurden. Es entstand daher der Wunsch außerhalb des Schlosses eine kleine Kirche zu errichten. Den Schlossbesitzer zieh man der Protestantenfreundlichkeit und sagte ihm nach, dass er die frommen Besucher der Schlosskapelle nicht besonders schätzte. Nachdem das Anwesen im Jahr 1722 (siehe oben) in den Besitz des Fürstbischofs von Chiemsee überging, wurde das Bauvorhaben im Jahr 1730 verwirklicht und die Prielaukirche neben dem Schloss erbaut.

Schlossthotel

1987 kaufte die Familie Porsche das Anwesen und sanierte es in einer dreijährigen Bauzeit zu einem kleinen Luxushotel mit Gourmetrestaurant.

Adresse

Schloss Prielau
Hofmannsthalstraße 10
5700 Zell am See (Postzustellamt)
Telefon: (0 65 42) 7 29 11-0
Telefax: (0 65 42) 7 29 11-11
E-Mail: info@schloss-prielau.at

Weblink

Quellen