Schloss Seehaus

Aus Salzburgwiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel hat einen Salzburgbezug
Der Inhalt dieses Artikels hat einen Salzburgbezug, der mindestens eine der Salzburgwiki-Artikel-Richtlinien erfüllt.

Schloss Seehaus
Wandbild mit Fischer neben dem Schloss Seehaus in Petting
Schloss Seehaus am Weidsee
Schloss Seehaus, Detail

Schloss Seehaus ist ein historisches Gebäude am Weidsee in der bayerischen Gemeinde Petting im oberbayerischen Landkreis Traunstein.

Geschichte

Die Erzbischöfe von Salzburg begannen im 13. Jahrhundert mit dem Bau eines Jagdschlosses in Seehaus. Das Schloss Seehaus am Weidsee wurde 1448 erstmals urkundlich erwähnt. Ursprünglich war Seehaus im Mittelalter eine Burg, die sich im Besitz der Grafen von Thann befand und um das Jahr 1280 dem Erzbischof Rudolf I. von Hohenegg übereignet wurde. Für das Erzstift Salzburg war die Burg, als Wachposten an der mittelalterlichen Unteren Salzstraße, die über Waging und Altenmarkt nach Wasserburg und weiter nach München ging, von großer Bedeutung. Von Seehaus aus konnte die Durchfuhr des Reichenhaller und Berchtesgadener Salzes gut überwacht und mit Mautgebühren, die für das Erzstift von großer Wichtigkeit waren, belegt werden.

Der Salzburger Dompropst Christoph Ebran von Wildenberg ließ 1483/84 am Weidsee diesen Bau aufführen. Vermutlich wollte er mit dem festungsähnlichen Bau einen Fluchtort errichten, da er Gegenspieler des Johann Beckenschlager war und sich auf eine kriegerische Auseinandersetzung mit diesem vorbereiten musste. Der Bau dürfte damals fast ganz von Wasser eingeschlossen gewesen sein.

Schloss Seehaus war Verwaltungssitz des Salzburger Domkapitels für die Ämter Freidling, Petting, Pietling, Saaldorf und Thundorf. Der südwestliche Teil des Schlosses wurde damals errichtet, man hat es im 15. und im 17. Jahrhundert erweitert.

Im Jahre 1479 wurde das Kostenamt und Patronalgericht von Petting nach Seehaus verlegt, letzteres hob man 1804 auf. Gegen Ende des 15. Jahrhunderts hat man die Burg zu einem kleinen Schlösschen umgebaut, welches für die Salzburger Erzbischöfe zu einer beliebten Sommerresidenz wurde.

Später im Jahre 1600 erneuerte der damals regierende Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau den Hauptbau und übereignete Schloss Seehaus seiner heimlichen Gemahlin Salome Alt. Das Schlösschen ging nach 1614 wieder in den Besitz des Salzburger Domkapitels über. Fürsterzbischof Paris Lodron schenkte 1653 nach dem Tod von Alfons Freiherr von Lamberg die um Seehaus gelegenen Lamberg’schen Güter dem Domkapitel, das im Gegenzug einer Lodronschen Primo- und Sekundogenitur zustimmte. Nach der Zusammenlegung aller Ämter unterstanden ca. 600 Güter der Grundverwaltung Seehaus.

Durch die Säkularisation fiel 1806 Seehaus an Österreich (1805/06–1809), dann unter französische Administration (1809/10) und schließlich unter bayerische Herrschaft (1810–1816). Nach dem Wiener Kongress wurden die Saalach und die Salzach zur Westgrenze gegen Bayern und die früheren salzburgischen Pfleggerichte Teisendorf, Waging, Tittmoning und Laufen wurden endgültig von Salzburg abgetrennt.

Heute befindet sich das Schloss in Privatbesitz und ist deshalb nicht zu besichtigen. Zusammen mit dem See bietet es aber eine wunderbare Ansicht.

Quelle