Anton Schubert

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Stolperstein für Anton Schubert in der Stadlhofstraße Nr. 8

Anton Schubert (* 19. September 1910 in Groß-Kunzendorf, Schlesien, heute Tschechien; † 22. Juli 1943 im Zuchthaus Justizvollzugsanstalt München-Stadelheim, hingerichtet) war ein Opfer des nationalsozialistischen Regimes in Salzburg.

Leben

Anton Schubert kam aus einer sozialdemokratischen Arbeiterfamilie. Von Beruf war er Elektrotechniker und Gewerbeschullehrer. Schubert war mit Elisabeth, geborene Weinzierl verheiratet. Das Paar hatte zwei Kinder, Anton, geboren am 16. September 1932, und Elisabeth, geboren am 19. August 1939 in Salzburg. Sie wohnten im Haus Stadlhofstraße 8, das zur Hälfte ihm und seinem Bruder Richard gehörte.

Schubert war wie sein Vater Mitglied der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei und des Republikanischen Schutzbundes bis zu dessen Zerschlagung im Februar 1934. In der Zeit bis zur Besetzung Österreichs sind keine Widerstandshandlungen bekannt.

Ab 1940 leisteten die Brüder Anton und Richard Schubert in einer kommunistischen Gruppe Widerstand. Zu Beginn des Jahres 1942 konnte die GESTAPO durch das Einschleusen eines Spitzels alle sozialdemokratischen und kommunistischen Widerstandsgruppen zerschlagen. Anton Schubert wurde am 17. Jänner 1942 verhaftet und am 6. April 1943 gemeinsam mit Heinrich Auer, Anton Reindl und Karl Schallmoser vom Volksgerichtshof wegen Vorbereitung zum Hochverrat zum Tode verurteilt. Am 22. Juli 1943 wurde er im Zuchthaus Justizvollzugsanstalt München-Stadelheim hingerichtet.

  • Abschiedsbrief an seinen Bruder und seine Schwägerin:

Lieber Bruder und Schwägerin
Nun muß ich mich auch bei Euch von dieser Welt verabschieden. Wenn Ihr meine Zeilen erhaltet, so habe ich auf dieser Welt schon ausgedient. Mein irdisches Leiden nimmt heute um 6 Uhr ein Ende. Ich scheide mit ruhigem Gewissen von dieser Welt. Möge es Euch gegönnt sein, den Krieg zu überleben, und möge Euch eine glücklichere Zukunft noch beschieden sein.

Eine Bitte habe ich an Dich, lieber Bruder, u. besonders Du, liebe Schwägerin, die Du ja am nächsten bei meiner lieben Frau bist, tröste meine Liebsten u. unterstütze sie, was in Deiner Macht steht. Ihr müsst Euch gegenseitig Trost u. Stütze sein. Ihr seid ja nicht die einzigen, von denen dieser Krieg Opfer fordert, und Ihr werdet auch stark genug sein, diese Opfer zu ertragen. Unser Leiden ist bald vorüber, für Euch dauert es doch Euer ganzes Leben. Vertragt Euch wie bisher, und macht Euch das Leben so angenehm, als es Euch möglich ist. Meine arme liebe Maus [Ehefrau] braucht jetzt eine starke Stütze, und die erbitte ich von Dir, liebe Schwägerin, auch für meine lieben Kinder. Mein armes Lisbetherl wird vergebens auf ihren Papa warten.

Nun seid zum letzten Mal gegrüßt u. geküsst von Eurem Toni.

Auch Erika habe ich nicht vergessen. Grüßt mir auch alle Bekannten zum letzten Mal recht herzlich.

Sein Bruder Richard, der zu acht Jahren Zuchthaus verurteilt wurde, überlebte das NS-Regime. Sein Sohn Anton starb 1945. Seine Tochter hatte nach dem Krieg Anspruch auf Opferfürsorge. Seine Witwe heiratete nach dem Krieg wieder.

Die hingerichteten Widerstandskämpfer Heinrich Auer, Karl Schallmoser, Anton Schubert und Rudolf Smolik wurden auf dem Forstfriedhof in München-Perlach exhumiert und am 14. Dezember 1952 auf dem Kommunalfriedhof in Salzburg feierlich beigesetzt.

Zu seinem Gedächtnis wurde am 22. August 2007 in der Stadlhofstraße 8 ein Stolperstein verlegt. Am 8. Mai 2015 erhielt er ein Ehrengrab auf dem Salzburger Kommunalfriedhof [1]

Quelle

Stolperstein:Anton Schubert

Einzelnachweise