Schlesien

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Österreichisch-Schlesien 1746 nach dem zweiten Schlesischen Krieg.

Schlesien war ein historisches Gebiet im Osten des Königreichs Preußen.

Geschichte

Da die Geschichte von Schlesien etwas kompliziert ist, beschränken wir uns hier im Salzburgwiki auf die grundsätzlich Klärung dieses Begriffs in Hinblick auf Personen, die aus Schlesien stammen.

Schlesien bis ins 19. Jahrhundert

Seit dem 10. Jahrhundert gehörte Schlesien zum Königreich Polen. Kaiser Otto III. († 1002) gründete das Erzbistum Gnesen (Gniezno) und das Bistum Breslau (Wroclaw). Unter Kaiser Friedrich I. Barbarossa († 1190) geriet Schlesien ganz unter den Einfluss des Heiligen Römischen Reichs. Deutsche Siedler, vor allem aus dem benachbarten Thüringen und Sachsen, wanderten ein. Seither war Schlesien ein gemischtsprachiges Gebiet. 1327 unterstellten sich die schlesischen Fürsten dem Königreich Böhmen in Abgrenzung zum Polnischen Königreich und wurden somit Teil des Heiligen Römischen Reichs. Die Habsburger regierten ab 1526 in Böhmen und damit auch in Schlesien. Der in Schlesien vorherrschende Protestantismus wurde von ihnen heftig bekämpft, schließlich aber mit Einschränkungen geduldet.

Im Zuge der Schlesischen Kriege zwischen Friedrich II. (Preußen) und Maria Theresia fiel Schlesien 1742 fast zur Gänze an Preußen; ebenso die böhmische Grafschaft Glatz. Bei Österreich blieben nur die Fürstentümer Teschen, Troppau und Jägerndorf, die fortan „Österreichisch-Schlesien“ genannt wurden. Die preußische Provinz Preußisch-Schlesien wurde 1815 durch Teile der von Sachsen abgetrennten Oberlausitz vergrößert.[1]

Wenn also im Salzburgwiki von "Schlesien" die Rede ist, können damit auch Teile in Polen gemeint sein.

Personen mit Salzburgbezug aus Schlesien

  • Johann III. Beckenschlager (* um 1435 in Breslau, Schlesien, heute Polen; † 15. Dezember 1489 in Salzburg) war Fürsterzbischof von Salzburg.
  • Joachim Dalfen (* 4. November 1936 in Hindenburg, polnisch Zabrze, Oberschlesien; † 4. März 2017), ein österreichischer Altphilologe deutscher Herkunft.
  • Norman G. Dyhrenfurth (* 7. Mai 1918 in Breslau, Schlesien, heute Polen; † 24. September 2017 in Salzburg), Bergfilmpionier.
  • Carl Floegel (* 21. Jänner 1816 in Troppau, tschechisch Opava in Österreichisch-Schlesien; † 20. April 1858 in Salzburg), Salzburger Arzt und Musikfreund
  • Helmut Franke (* 2. Februar 1923 im Eulengebirge in Preußisch-Schlesien; † 15. Juni 2013 in Salzburg) war ein Salzburger Uhrmacher;
  • Heide Janik (* 12. Juli 1944 in Schlesien), Obfrau der Salzburger Kinderkrebshilfe;
  • Josef Jäkel (* 14. August 1882 in Patschkau, polnisch Paczków, Preußisch-Schlesien; † 9. März 1962 in Salzburg), war Religionsprofessor und Ehrenbürger der Gemeinde Eugendorf.
  • Kay Krasnitzky (* 29. August 1914 in Troppau, tschechisch Opava in Österreichisch-Schlesien; † 29. März 1978 in Bad Gastein), Grafiker und Bildhauer
  • Gandolph Graf von Kuenburg (* 12. Mai 1841 in Bransdorf, tschechisch Brantice, Österreichisch-Schlesien; † 2. Mai 1921 in Salzburg) war ein österreichischer Jurist und Politiker, der in seinem Ruhestand in der Stadt Salzburg lebte und auf kulturellem Gebiet wirkte;
  • Jakob Ernst Graf von Liechtenstein-Kastelkorn (* 14. Februar 1690 in Hertwigswalde bei Kamenz in Schlesien, heute Polen; † 12. Juni 1747 in Salzburg) war Fürsterzbischof von Salzburg;
  • Marie Leopoldine Julie Mautner von Markhof, verm. Gräfin von Thun und Hohenstein, (* 20. November 1867 in Troppau, tschechisch Opava, Österreichisch-Schlesien; † 25. September 1938 auf Schloss Haunsperg in Oberalm) war Besitzerin von Schloss Haunsperg;
  • Emil Meletzki (* 11. Mai 1885 in Podoly, tschechisch Podolí, Österreichisch-Schlesien; † 4. Dezember 1947 in Wien) war ein österreichischer Alpinist;
  • Rudolf Ramek (* 12. April 1881 in Teschen, polnisch Cieszyn, Österreichisch-Schlesien; † 24. Juli 1941 in Wien) war ein österreichischer Jurist und Politiker der Christlichsozialen Partei;
  • Hugo Rosenberg (* 15. Mai 1894 in Bielitz, polnisch Bielsko, Österreich-Schlesien; † unbekannt) war ein Opfer des Nationalsozialismus in Salzburg;
  • Franz Sauer (* 11. März 1894 in Bielitz, polnisch Bielsko, Österreichisch-Schlesien; + 18. Oktober 1962 in Salzburg) war Hochschullehrer und Domorganist in Salzburg.
  • Angelo Saullich (* 1815 Lublinitz, Preußisch-Schlesien, heute Polen; † 10.?/11.? Jänner 1892 in Salzburg) war ein Salzburger Unternehmer;
  • Anton Schubert (* 19. September 1910 in Groß-Kunzendorf, tschechisch Velké Kunětice, Österreich-Schlesien; † 22. Juli 1943 im Zuchthaus Justizvollzugsanstalt München-Stadelheim, hingerichtet) war ein Opfer des nationalsozialistischen Regimes in Salzburg;
  • Anna Steinwender (* 8. Mai 1858 in Niederlindewiese bei Bad Lindewiese, tschechisch Lipová-lázně, Österreichisch-Schlesien; † um/nach 1941) in Schloss Hartheim, ermordet) war ein Opfer des Nationalsozialismus in Salzburg.
  • Alois Taux (* 5. Oktober 1817 in Baumgarten, Schlesien, heute Polen; † 17. April 1861 in Salzburg) war Komponist und Dirigent;
  • Dr. med. Heinz Walter (* 18. Juni 1887 in Troppau, tschechisch Opava, Österreichisch-Schlesien; † 29. Jänner 1968 in Salzburg) war in der Nachkriegszeit Salzburger Landessanitätsdirektor;
  • Wlodizlaus von Schlesien (* 1237 in Schlesien, Polen; † 27. April 1270 in Salzburg), Erzbischof von Salzburg;

Geschichtliche Bezüge

Am 31. August 1837 brachen 427 Zillertaler Protestanten auf zur Wanderung in ihre neue Heimat Schlesien auf.

In Anif gibt es eine Bielitzergasse, in der sich Schlesier aus Bielitz nach dem Zweiten Weltkrieg ansiedelten.

Quellen

Einzelnachweise

  1. Quelle: Manfred Scheuch: Historischer Atlas Deutschland, Wien 1997, zusammengestellt von Andreas Hirsch