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Christian Doppler

Christian Doppler

Christian Doppler (* 29. November 1803 in Salzburg; † 17. März 1853 in Venedig, Italien) war ein bedeutender Mathematiker und Physiker aus der Familie Doppler.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Gedenktafel für Christian Doppler an seinem Geburtshaus an der Ecke Makartplatz - Schwarzstraße
Christian-Doppler-Denkmal in der CDK Salzburg, errichtet anlässlich des 200. Geburtstages des Forschers im Jahr 2003

Geboren in eine Steinmetzfamilie, war er diesem Beruf aufgrund seiner körperlichen Konstitution nicht gewachsen. Sein Vater entschied, dass er den Beruf eines Kaufmannes erlernen sollte. Doch vor Beginn seiner Ausbildung ließ der Vater die Rechenkünste seines Sohnes vom Mathematiker Simon von Stampfer in Salzburg prüfen. Dabei schnitt Doppler so hervorragend ab, dass ihn der Vater von 1822 bis 1825 das Polytechnische Institut in Wien absolvieren ließ. Es folgte der Besuch des Lyzeums in Salzburg (von 1825 bis 1827) und im Studienjahr 1828/29 vervollständigte Christian Doppler seine Ausbildung mit den philosophischen Obligatkursen. Dann trat er die Stelle als Assistent und öffentlicher Repetitor am Polytechnikum in Wien an. Jedoch fand er keine seinen Vorstellungen entsprechende Anstellung in der Österreichisch-Ungarischen Monarchie. Also überlegte er nach Amerika auszuwandern. In letzter Minute erhielt er aus der Schweiz und aus Prag zwei Angebote als Lehrer für Mathematik und Physik.

Seine Entscheidung fiel für Prag, wo er ab 1835 an der städtischen Realschule unterrichtete. Zusätzlich supplierte er ab 1837 an der Technischen Hochschule Vorlesungen. Das führte 1841 zur Ernennung zum Professor für Elementarmathematik und praktische Geometrie. Er begann zu publizieren, unter anderen in den Abhandlungen der Böhmischen Gesellschaft der Wissenschaft „Über das farbige Licht der Doppelsterne und einiger anderer Gestirne des Himmels“, in der er auf den Einfluss des Bewegungszustandes einer Schall- oder Lichtquelle und des Beobachters, der den Schall oder das Licht wahrnimmt, hinwies und die seinen späteren Ruhm begründete.

1842 entdeckte er den nach ihm benannten „Doppler-Effekt“, mit dessen Hilfe sich die Relativitätsgeschwindigkeit errechnen lässt, mit der sich die Gestirne längs der Verbindungslinie Erde-Gestirn bewegen, und der Schlüsse auf die Struktur des Weltraums ziehen lässt: Der Schall breitet sich von der ruhenden Schallquelle nach allen Seiten gleich schnell aus. Bewegt sich der Beobachter auf die Schallquelle zu, so hört er einen Ton mit höherer Frequenz als der ruhende Beobachter. Der von der Schallwelle wegbewegte Beobachter hört einen Ton mit niedrigerer Frequenz als der ruhende Beobachter.

Entdeckt hatte Doppler diesen Effekt aber nicht im Schallbereich, sondern im optischen Bereich. Christian Doppler versuchte 1842/1843 die Farben der Sterne dadurch zu erklären, dass ihre Eigenbewegung Einfluss auf das wahrgenommene Licht hat. Zwar stimmte seine Annahme nicht, aber sein Ergebnis war richtig: bei sich fortbewegenden Sternen verschieben sich die Spektrallinien nach Rot und bei sich nähernden Sternen nach Blau.

1847 ging Doppler als Bergrat und Professor für Mathematik, Physik und Mechanik an die Bergakademie in Schemnitz in der heutigen Slowakei. Nach Wien kehrte er dann 1849 zurück und unterrichtete am Polytechnische Institut. Von Kaiser Franz Joseph I. wurde er 1850 zum Direktor des im Zuge der Hochschulreform von Doppler mitbegründeten physikalischen Universitätsinstitutes ernannt. Doch diese Funktion konnte er nur wenige Jahre ausüben. Er starb im Alter von nur 49 Jahren bereits 1853 in Venedig, wo er sich von den Folgen einer Lungentuberkulose erholen wollte. Seine todbringende Lungenerkrankung hatte wahrscheinlich ihre Wurzel in der Jugendzeit, die er in der Staub erfüllten Steinmetzwerkstatt seines Vaters verbracht hatte.

Familie

1836 heiratete er die Tochter eines Salzburger Goldschmiedes, Mathilde Sturm. Sie hatten fünf Kinder, die sie in Prag und Wien großzogen. Sein Geburtshaus befindet sich an der Ecke Makartplatz - Schwarzstraße in Salzburg.

Auszeichnungen

Für seine Verdienste wurde Doppler im Jahre 1848 wirkliches Mitglied der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften in Wien, sein Denkmal befindet sich im Arkadenhof der Universität Wien.

1849 wurde ihm von der Prager Universität die Ehrendoktorwürde in Philosophie verliehen.

Zahlreiche wissenschaftliche Forschungsinstitute und sogar Krankenhäuser tragen seinen Namen. Nach Christian Doppler sind in Salzburg die Christian-Doppler-Klinik in Liefering, das Christian-Doppler-Gymnasium in Lehen, die Christian-Doppler-Straße nahe dem Gymnasium und der Christian-Doppler-Platz vor dem Salzburg Airport benannt. In Salzburg besteht ein Christian-Doppler-Fonds. Dieser wurde im Jahr 1987 mit dem Ziel gegründet, Leben und Werk Christian Dopplers einer breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen und sich der Tradition der Salzburger Naturwissenschaften anzunehmen.

Gedenktafel am Geburtshaus

Die Gedenktafel wurde am 29. November 1904 enthüllt.[1]

Hauptwerk

  • Über das farbige Licht der Doppelsterne und einiger anderer Gestirne des Himmels. Versuch einer das Bradley'sche Aberrations-Theorem als integrirenden Theil in sich schliessenden allgemeineren Theorie. Prag (Borrosch & André) 1842.[2]

Bilder

 Christian Doppler – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien auf Wikimedia Commons

Literatur

  • H. Grössing und K. Kadletz: C. Doppler, 2 Bände, Österreichisches Biographisches Lexikon 1992, Neue Deutsche Biographie;
  • Clemens M. Hutter: Christian Doppler, Verlag Anton Pustet, Salzburg, 2017, ISBN 978-3-7025-0851-7, e-Book: e-ISBN 978-3-7025-8037-7

Weblinks

Quellen

Fußnoten