Doris Günther

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Doris Günther

Doris Günther (* 3. Mai 1978 in Zell am See, Pinzgau) ist eine Salzburger Snowboarderin.

Karriere

Die Tochter des ehemaligen Eishockeycracks und Betriebsleiters der Schmittenhöhebahn AG, Kurt Günther, begann nach der Matura am BRG Zell am See 1996 ein Sportwissenschaftsstudium in Innsbruck. Ab 1999 konzentrierte sie sich jedoch voll auf den Snowboardsport.

Doris Günther feierte ihr Weltcupdebüt im März 1999 mit einem beachtlichen 15. Platz im Boardercross am Kreischberg. 2001 gelangen ihr zwei Siege – beide im Parallel-Riesentorlauf und beide innerhalb von nur zwei Wochen (in Ischgl und Tignes). Dann dauerte es fünf Jahre, ehe sie 2006 im Parallel-Slalom von St. Petersburg, Russland, wieder auf dem obersten Treppchen stand. Kurz zuvor hatte sie im olympischen Parallel-Riesentorlauf in Turin den undankbaren vierten Platz belegt. Ein weiterer Sieg gelang ihr dann zum Saisonausklang 2008 in Südkorea.

In der Saison 2009 feierte sie vier Siege und holte sich die Weltcup-Gesamtwertung. Bei der Snowboard-WM in Sungwoo (Südkorea) sicherte sie sich am 20. Jänner 2009 die Silbermedaille im Parallelriesentorlauf hinter ihrer steirischen Teamkollegin Marion Kreiner. Günther verpasste Gold durch einen Sturz im 2. Finallauf. Einen Tag später holte sie sich auch im Parallelslalom die Silbermedaille.

Auch 2010 lieferte Günther einen aufopfernden Kampf um die Titelverteidigung im Gesamtweltcup. Nach drei Podiumsplätzen in den letzten drei Rennen, darunter ihrem 9. Weltcupsieg in Moskau, musste sie sich nur der Kanadierin Maelle Ricker und der Niederländerin Nicolien Sauerbreij knapp geschlagen geben. Bei Olympia in Vancouver musste sie sich mit Rang neun zufrieden geben.

Am 8. April 2010 wurde Günther als Salzburgs Sportlerin des Jahres 2009 ausgezeichnet.

Bei der Snowboard-WM 2011 in La Molina (ESP) holte sie am 19. Jänner 2011 hinter ihrer Teamkollegin Claudia Riegler die Bronzemedaille im Parallelriesenslalom. Mit einem neunten Platz im Parallelslalom von Arosa (CH) am 27. März 2011 beendete Günther nach 217 Weltcuprennen ihre Karriere.

Vorgestellt

Eine der größten Konkurrentinnen der Doris Günther ist die Doris Günther von 2001. Damals legte die Snowboarderin aus Zell am See einen Senkrechtstart hin und wurde in ihrer ersten vollen Weltcupsaison Dritte in der Gesamtwertung. "Wahnsinn, hab' ich gedacht, und das ist erst der Anfang. Im Jahr darauf werd' ich ganz oben stehen." Dort stand sie aber nicht, sondern fuhr sich selbst hinterher.

"Es ist dann nie so gelaufen, wie ich mir das vorgestellt habe. Ich war zwar vorn dabei, aber eben nicht ganz vorn", erzählt die Pinzgauerin. "Da bin ich ungeduldig geworden." Mit all dieser Ungeduld wurde sie dann aber überhaupt zum Stillsitzen verdammt. "Im Sommer 2008 musste ich zwei Monate aussetzen – Virusinfektion", sagt Günther. "Am Anfang bin ich geflippt. Ich halt's gar nicht aus, wenn ich einen Tag gar nichts machen kann. Alle anderen haben trainiert und ich saß herum." Irgendwann hat sie aufgehört sich zu ärgern und unbekanntes Terrain betreten. " Ich habe mich zum ersten Mal nicht nur über den Sport definiert – sehr spannend", sagt sie. "Es hat gut getan, mal ein bisschen Abstand zu gewinnen." Abstand hat sie auch nach ihrer Rückkehr in den Weltcup-Zirkus auf ihre Verfolgerinnen gewonnen. Beim ersten Weltcup-Rennen der Saison im Parallelslalom in den Niederlanden hängte Doris Günther alle ab und stand ganz oben am Stockerl – endlich.

In Zell am See, geschweige denn im Rest der Welt, kennt man sie trotzdem nicht. "Schuld ist der Carving-Ski", meint sie. Warum? "Weil die jungen Leute am Anfang total begeistert waren vom Snowboarden. Dann kam der Carving-Ski und hat viele wieder umschwenken lassen." Ist sie sonst geduldiger geworden, ärgert sie das Schattendasein des Snowboard-Sports doch ein bisschen. "Vom Skifahren wird so ziemlich jedes Rennen im Fernsehen übertragen. Die Menschen kennen die Sportler und identifizieren sich mit ihnen. Uns kennt man nicht."

Und wenn es die Snowboarderinnen doch in die Medien schaffen, kommt es nicht selten vor, dass sie als hübsche Fräuleins durchgereicht werden. "Viele witzeln auch, wie schade es ist, dass wir einen Rennanzug anhaben und keine kurzen Röcke wie die Tennisspielerinnen", erzählt Doris Günther. Solche Scherzbolde nimmt sie nicht ernst. Oder doch? "Das Aussehen ist gerade in Randsportarten eine weitere Möglichkeit, um auf sich aufmerksam zu machen. So seh' ich das."

Zwei, drei Jahre will Doris Günther noch weiter auf dem Snowboard stehen, dann nimmt sie endgültig Abstand davon. "Aus der Tasche leben wird schön langsam anstrengend. Ich war schon acht Mal in Japan, aber vom Land hab' ich wenig gesehen. Der Flugbus fährt auf der anderen Straßenseite, das hab' ich mitgekriegt."

Erfolge

  • Gesamt-Weltcupsieg 2009
  • 2x Silber bei der Snowboard-WM 2009 (Parallelriesentorlauf und Parallelslalom)
  • 9 Weltcupsiege
  • 25 Stockerlplätze im Weltcup
  • 6x österreichische Staatsmeisterin
  • 4. Platz bei den Olympischen Winterspielen 2006 in Turin
  • Salzburgs Sportlerin des Jahres 2009

Quellen

Weblinks