Flug auf den Spuren der Krimmler Judenflucht

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Hanna Feingold bei beginnender Föhnbewölkung in ca. 3 000 m ü. A. über dem Krimmler Tauern. Der Blick auf die Anstiegsroute von 1947 via Krimmler Achental und Windbachtal blieb frei.
Auf der Staatsgrenze über dem Tauernkogel (2 872 m ü. A., Bildrand unten): Grünes Ahrntal in Südtirol und Krimmler Tauern (Bildmitte) mit der Zollhütte auf österreichischer Seite. Gipfel: Schüttalkopf (Bildmitte) und oben rechts knapp nicht zu sehen der Gipfel des Dreiecker (wo die drei Länder Salzburg, Süd- und Nordtirol zusammenstoßen).

Einen Flug auf den Spuren der Krimmler Judenflucht führte der Salzburger Journalist, Bergsteiger und Pilot Gerald Lehner mit der Witwe nach Hofrat Marko Feingold, Hanna Feingold, am Mittwoch, den 1. Juli 2020 durch.

Beschreibung

Es war ihr erster Flug dieser Art sagte Hanna Feingold, der sie auf den Spuren der Krimmler Judenflucht im Jahr 1947 brachte, den ihr verstorbener Mann logistisch erschlossen hatte. Damals überquerten Tausende Juden auf dem Weg nach Palästina als sogenannte Displaced Persons von Krimml zu Fuß kommend über das Krimmler Tauernhaus durch das Windbachtal die österreichische Grenze zu Italien auf dem Krimmler Tauern. Von dort gingen sie ins Südtiroler Ahrntal und weiter hinaus nach Bruneck im Pustertal.

Hanna Feingolds Gedenkflug am Mittwoch führte zunächst vom Salzburg Airport über Kitzbühel und die Zillertaler Alpen nach Bruneck in Südtirol. Dann näherte sich Pilot und Bergsteiger Gerald Lehner dem Krimmler Tauern mit Genehmigung der italienischen Luftraumsicherung in Padua von Süden. Er flog über dem Südtiroler Ahrntal, um den Luftraum über dem Nationalpark Hohe Tauern auf Salzburger Seite nicht zu verletzen. Dessen Luftraum ist für Privatflüge gesperrt.

Lehner flog mit seiner Begleiterin ein paar Hundert Meter auf italienischer Seite in einer Flughöhe von 3 000 m ü. A. mit der rechten Flügelspitze fast genau auf der Staatsgrenze. Aus dieser Höhe fotografierte er nach Norden hin ins Salzburger Windbachtal und Krimmler Achental, wo 1947 die historische Anstiegsroute verlief.

Mittlerweile hatten sich eine starke Föhnbewölkung von Süden her aufgebaut und Lehner begann mit seiner kleinen „Katana DV20“ den Heimflug. Dieser führte über Osttirol und über den Felber Tauern wieder in den Salzburger Pinzgau.

Hanna Feingold war mit diesem Flug auf den Spuren ihres Ehemanns Marko Feingold unterwegs gewsen. Dieser hatte 1947 die Logistik für diese Fluchtroute ausgearbeitet. Das Fotomaterial von dem Flug stellen die beiden Reisenden den Nachkommen der Holocaust-Überlebenden in Israel zur Verfügung. Dort soll eine Website entstehen, weil die Krimmler Route in Israel ein sehr positiv besetztes Thema ist, wie Frau Feingold erzählt. Stand sie doch am Beginn vieler neuer Leben.

Bildergalerie

Quelle