Helmut Schreiner

Aus Salzburgwiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Helmut Schreiner (ÖVP) (* 4. Dezember 1942 in Krenglbach bei Wels, Oberösterreich; † 26. September 2001 in Salzburg) war Jurist, Verfassungsrechtler und Präsident des Salzburger Landtages.

Leben

Der Doktor der Rechtswissenschaften kam 1967 an die Universität Salzburg. Als Assistent des Rechtsphilosophen, Staatsrechtslehrers und Publizisten René Marcic zählte er zu den "Männern der ersten Stunde" an der 1965 begründeten Juristenfakultät. 1979 habilitierte er sich in Rechtsphilosophie, Verfassungsrecht und Staatslehre. Am 1. Februar 1982 wurde er Universitätsprofessor an der Juridischen Fakultät Salzburg.

Wissenschafter, Jurist und Verfassungsexperte: Das war die Handschrift, die Helmut Schreiner seit 1969 als Abgeordneter auch in den Salzburger Landtag einbrachte, ab 1977 als Klubobmann und von 1989 bis zu seinem Tod 2001 als dessen Präsident. Der anerkannte Fachmann verteidigte den Landtag und dessen Rechte, gelegen oder ungelegen. Er kämpfte dagegen an, dass immer mehr in Brüssel entschieden wird. Die zentralistische Schlagseite der Bundesstaatsreform in Österreich kritisierte er als Politik weg vom Bürger.

In seine Zeit als Landtagspräsident fiel die Reform der Landesverfassung. Das Proporzsystem bei der Regierungsbildung wurde abgeschafft. Sachpolitisch trat Schreiner hart und entschieden für die Standpunkte der ÖVP ein. Als Präsident des Landtages war es ihm aber oberstes Gebot, über Parteiinteressen zu stehen und Oppositionsrechte zu wahren.

Der Universitätsprofessor, Vater dreier Söhne und Ritter vom Heiligen Grab, war ein politischer Vollprofi. Allerdings nicht von dem flotten Zuschnitt, wie ihn die Mediengesellschaft verlangt. Mit seiner zurückhaltenden Art und seinem nüchteren Umgang war er nicht der Typ, der Stimmen gewinnend von Großplakaten strahlt. Der Durchbruch ganz an die Spitze blieb ihm verwehrt.

Nur selten erlebte man einen Helmut Schreiner, der sich völlig von seiner Aufgabe lösen konnte. Der überzeugte Föderalist nahm sein Amt als Präsident des Landtages sehr persönlich. Angriffe auf den Landtag oder eine Infragestellung des Präsidentenamtes fasste Schreiner als Attacken gegen sich selbst auf.

Landtagspräsident Helmut Schreiner verstarb unter tragischen Umständen am 26. September 2001 während der Sitzung des Salzburger Landestages an einer Herzattacke. Kurz nach 9 Uhr war Schreiner plötzlich in seinem Sessel zusammengesunken. Unmittelbar davor hatte er mit dem FPÖ-Abgeordneten Andreas Schöppl eine heftige Debatte zur Geschäftsordnung gehabt, die den Präsidenten sichtlich aufgewühlt und erregt hatte.

Quelle

  • Salzburger Nachrichten (Josef Bruckmoser)
  • Schausberger, Franz (Hrsg.): Im Dienste Salzburgs: zur Geschichte der Salzburger ÖVP