Klosterkirche zum hl. Bonaventura

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Kapuzinerkirche St. Bonaventura
Kapuzinerkirche, Innenansicht

Die Klosterkirche zum hl. Bonaventura ist die Kirche der Kapuziner des Kapuzinerklosters am Kapuzinerberg in der Stadt Salzburg.

Geschichte

Nach dem Dombrand 1598 begann Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau, der ja die Kapuziner nach Salzburg geholt hatte, mit dem Bau der Klosterkirche.

Betritt man die Kirche, so öffnen sich nach der Außentüre zwei Türflügel aus Holz, die 12 Eichenholzreliefs, die Maria mit Kind, Johannes den Täufer und zehn Aposteln darstellen. Die Eichenreliefs stammen in ander Form angeordnet aus dem alten Salzburger Dom vor dem Brand von 1598. In einem der Flügelteile ist die Jahreszahl 1450 zu erkennen. (Für die Zahl "4" wurde der obere Teil einer "8" verwendet, durch leichte Drehung dieser Ziffer entstand in eckiger Form die heutige "4").

Der Innenraum, der in Ost-West-Richtung (also genau umgekehrt als im Mittelalter üblich) ausgerichtet ist, ist ein saalartiger Raum mit Tonnengewölbe. Das Tonnengewölbe über dem Hochaltar führt nach Westen in den großen Betchor (Konventchor) weiter, die Rückseite des Hauptaltars bidlet den Altar der Betchores. Südseitig schleißt die Sakristei und nordseitig der kleine Betchor an. Untersuchungen während einer Renovierung erbrachten 1984 die Bestätigung, dass Teile der Mauern des Kapuzinerklosters noch vom Trompeterschlößl stammen und dieses einen erweiterten Umbau der Schlössltürme bildet. Dadurch wird auch die ungewöhnliche Orientierung der Klosterkirche mit dem Altarraum im Westen erklärbar: Der breite Wehrturm wurde zur Kirche umgestaltet. Das Kirchenschiff entspricht in seiner Breite jener des Hauptturmes, die Nord- und Südmauer blieben bestehen. Der kleinere stadtsetige Nebenturm (zur Sicherung des Einfahrtstores) wurde z. T. beim Bau des Altarraumes mitverwendet.

Am 11. November 1989 fand die Einweihung der neuen Orgel statt. Sie ist ein rein mechanisches Werk mit 26 Registern der Firma Johann Pirchner aus Steinach am Brenner, Nordtirol.

Altäre und Kapellen

Der schlichte zur Gänze auf Holz gemalte Hochaltar zeigt mittig die Anbetung der Hirten (1602, Francesco Vanni, nicht gesichert) und seitlich den Heiligen Bonaventura und den Heiligen Ludwig von Toulouse (1. Hälfte 18. Jahrhundert). Etwas näher am Kirchenraum befinden sich seitlich die schlichten ebenfalls zur Gänze auf Holz gemalten Altäre. Sie zeigen Maria mit dem Kinde und Maria mit dem Heiligen Felix von Candelice (beide 1620).

Beim Eingang links befindet sich südseitig die Lourdes-Kapelle. Sie ist die älteste Lourdesgrotte in Salzburg und stammt aus dem Jahr 1880. Gegenüber dieser Grotte befindet sich ebenfalls im hinteren Teil der Kirche der Franziskusaltar mit dem guten Altarblatt der Stigmatisation des Hl. Franz von Assisi. Dieses Bild und die sechs Passionsgemälde an den beiden Langhauswänden malte der Kapuziner Norbert Baumgartner (* 1717 in Wien; † 1773) .

Bilder

 Die mittelalterliche Kirchenthüre bei den Kapuzinern in Salzburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien auf Wikimedia Commons (PDF)

Bilder-Weblink

Quelle

  • Kapuzinerkloster am Kapuzinerberg, Verlag St. Peter, Erzabtei St. Peter, Salzburg, 2. überarbeitete Auflage 2001