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Salzburger Stier (Festung Hohensalzburg)

Das Hornwerk "Salzburger Stier" auf der Festung Hohensalzburg.
Das Hornwerk "Salzburger Stier" auf der Festung Hohensalzburg.
Das Walzwerk des Salzburger Stiers gebaut wohl um 1640.
Georgskirche und die Basis des Krautturmes mit aufgesetztem Holzhäuschen für den Stier.

Der Salzburger Stier ist das älteste noch in Betrieb befindliche Hornwerk der Welt und befindet sich hinter dem Holzbalkon des Krautturms in der Festung Hohensalzburg in der Stadt Salzburg.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Die große Walzenorgel besitzt gut 130 Pfeifen und wurde 1502 unter Fürsterzbischof Leonhard von Keutschach zuerst für den Hohen Stock erbaut und befand sich über den Fürstenzimmern. Erst im 17. Jahrhundert - vermutlich um 1640 - kam sie an den heutigen Standort. 1753[1] wurden sie durch Rochus Egedacher erneuert. Täglich um 07 Uhr, 11 Uhr und 18 Uhr ist der Stier im Anschluss an das Glockenspiel zu hören. Wenn die Geräuschkulisse vor allem durch den Verkehr nicht allzu laut ist, kann man sogar am Residenz- oder Domplatz den „Salzburger Stier“ gut hören.

Das Instrument ist eine Blockwerkorgel. Sie besitzt einen Windkasten und einen Balg aber keine Spielvorrichtung, sondern eine lange Walze und besteht nur aus Pfeifen. Aus dem mehrfach verstärkten Akkord F Dur Akkord (F A C) sticht die Terz deutlich hervor, wodurch ein weit hörbare signalartiger Ton entsteht, der zur Bezeichnung „Horn“ geführt hat und in Salzburg auch zum Namen „Stier“. Dieser lautstarke F-Dur Akkord war werktags am Tagesbeginn (Weckruf im Sommer um 4 Uhr) und zu Arbeitsende (19 Uhr) zu hören. Die Walze selbst besteht aus hartem Ahornholz. Sie ist 1,7 m lang und besitzt einen Durchmesser von 0,25 m.

Der bekannteste österreichische Kleinkunstpreis ist wohl nicht nach dem Hornwerk auf der Festung, sondern nach der Legende der "Salzburger Stierwascher" benannt.

Spielstücke des Salzburger Stieres

Ursprünglich wurde die Orgel nur für eine einzige Komposition erbaut, nämlich für einen Choral von Augustin Ebler. Erst 1753 erreichte Leopold Mozart, dass die Werkzahl auf zwölf Kompositionen auf der Walze erhöht wurde, jedes Monat sollte ein anderes Werk gespielt werden. Die 1893 hergestellte neue Walze beherrscht dann aber nur mehr neun Melodien:

  • Joseph Haydn: Volkshymne
  • Augustin Ebler (Autor nicht endgültig geklärt): Choral
  • Paul Hofhaimer: Ad Lydiam - Horaz-Ode
  • Wolfgang Amadé Mozart: Komm, lieber Mai
  • Michael Haydn: Sehnsucht nach dem Landleben
  • Joseph Ernst Eberlin: Menuett
  • Joseph Ernst Eberlin: Wiegenlied
  • Leopold Mozart: Die Jagd
  • Leopold Mozart: Menuetto pastorello

Weblink

  • www.zitlau.net Das Hornwerk der Festung Hohensalzburg von Prof. Gerhard Walterskirchen

Quelle

Einzelnachweis

  1. Bericht über die Renovierung des Hornwerkes, "Salzburger Stier", Hrg. Hans Bayr, 2002