Kultur

An der Scala bahnt sich Duell zwischen Meyer und Fuortes an

Im Rennen um den Intendantenposten der Mailänder Scala bahnt sich ein Zweierduell an. Als aussichtsreichste Kandidaten sind der Direktor der Wiener Staatsoper, Dominique Meyer, und der Intendant der römischen Oper, Carlo Fuortes, im Rennen geblieben, berichteten italienische Medien am Mittwoch übereinstimmend.

Dominique Meyer ist derzeit Direktor an der Wiener Staatsoper SN/APA/HERBERT NEUBAUER
Dominique Meyer ist derzeit Direktor an der Wiener Staatsoper

Meyer gilt als Kandidat mit dem besten internationalen Lebenslauf. Der Aufsichtsrat könnte sich jedoch nach 15 Jahren mit einem ausländischen Intendanten für einen Italiener entscheiden, berichten Insider. Vor dem Österreicher Alexander Pereira war der Franzose Stephane Lissner von 2005 bis 2015 Intendant und künstlerischer Leiter. Er war der erste nicht italienische Staatsbürger, der zum Chef des Mailänder Opernhauses ernannt wurde. Im Scala-Aufsichtsrat sitzt unter anderem der Präsident der Region Lombardei, Attilio Fontana, Spitzenpolitiker der rechten Regierungspartei Lega, die mit dem politischen Slogan "Italiener zuerst" bei den EU-Parlamentswahlen mit 34 Prozent der Stimmen zur stärksten Gruppierung Italiens aufgerückt ist.

Chancen werden auch Fuortes eingeräumt, der in den vergangenen Jahren die Bilanzen des schwerverschuldeten Opernhauses in Rom saniert und das Theater wieder auf Erfolgskurs gebracht hat. Gegen die Kandidatur des 59-jährigen Römers wehren sich jedoch laut Medienberichten die Gewerkschaften, die bei der Scala einen großen Einfluss haben.

Laut Medienberichten ist eine Mandatsverlängerung Pereiras noch nicht ganz ausgeschlossen. Der Kulturmanager macht kein Hehl daraus, dass er gern zumindest zwei zusätzliche Jahre - also bis Ablauf des Vertrags von Musikdirektor Riccardo Chailly - im Amt bleiben würde. Vor allem nach der Polemik um seine gescheiterten Pläne für ein Finanzierungsabkommen mit Saudi Arabien wehren sich jedoch einige Aufsichtsratsmitglieder gegen einen Amtsverbleib Pereiras, heißt es in Mailand.

Weniger Chancen werden dem Intendant des Fenice-Theaters in Venedig, Fortunato Ortombina, eingeräumt, der bereits als Koordinator für die künstlerische Leitung an der Scala im Einsatz war. Er ist seit 2017 zum Fenice-Intendant gewählt worden.

Der Aufsichtsrat der Mailänder Scala, der am Dienstag die Bilanz des Theaters für das Jahr 2018 gebilligt hat, hat sich bis zum 18. Juni Zeit genommen, um einen Beschluss über den neuen Intendanten zu fassen. Vor der Aufsichtsratssitzung am 18. Juni plant der Mailänder Bürgermeister und Präsident der Scala-Stiftung, Giuseppe Sala, ein Treffen mit dem italienischen Kulturminister Alberto Bonisoli.

Quelle: APA

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