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"Austrian Superheroes" auf der Rabenhof-Bühne

Vor zwei Jahren erblickten sie in Heftform das Licht der Welt: Harald Havas und sein Team schicken seitdem die "Austrian Superheroes" auf Verbrecherjagd. Was auf bunten Comicseiten funktioniert, wird am 4. April die Bühne des Wiener Rabenhof Theaters einnehmen. Worin der Reiz der Adaption liegt, erzählen die Dramaturgen Matthias Jodl und Fabian Pfleger im APA-Interview.

APA: Wie entstand die Idee zur Bühnenversion der "Austrian Superheroes" (ASH)?

Fabian Pfleger: Wir im Rabenhof sind ständig auf der Suche nach neuen Formaten. Nachdem Matthias und ich eine starke Affinität zu Comics haben, war es naheliegend, dass wir dieses Medium auch einmal auf die Bühne holen.

Matthias Jodl: Die meisten Rabenhofproduktionen zeichnen sich auch durch einen starken Lokalbezug aus. Die "Austrian Superheroes" erfüllen als erste österreichische Superheldentruppe genau dieses Kriterium. Mit viel Schmäh und Witz sind sie aber ernsthafte Vertreter ihrer Zunft.

Pfleger: ASH steht zeichnerisch und erzählerisch auf einer Stufe mit den Großen des Genres. Wenn Bruce Wayne in Linz geboren worden wäre, dann hätte er sich den "Austrian Superheroes" angeschlossen.

APA: Wie schwierig ist es, Comics bzw. Animationen mit gespielten Szenen und Musik zusammenzubringen?

Jodl: Beim Lesen eines Comics gibt man ja der Geschichte seine eigene Geschwindigkeit. Dieses individuelle Erlebnis muss hier auf eine Gruppe aus unterschiedlichsten Künstlern übertragen werden.

Pfleger: Diese Dynamik soll natürlich auch dem Publikum entsprechen. Dazu müssen alle Beteiligten große Freude am Experimentieren und Liebe zum Comic selbst mitbringen. Dominique Wiesbauer und Alf Pehertstorfer haben diese Begeisterung in Animationen und Musik konsequent ausgelebt.

Jodl: Uns war es wichtig, keine Comiclesung zu machen. Die Show mischt verschiedene theatrale Elemente und Stile und schafft, so wie ein Wiener Gemischter Satz, etwas völlig Neues.

APA: Kann man bei der Bühnenversion auch mit Besonderheiten des Mediums spielen und diese einbinden?

Jodl: Wir haben einige "Easter Eggs" aus der "Nerd-Culture" eingebaut, die für den findigen Zuschauer einen Mehrwert bieten werden. Referenzen an Filme, Serien oder andere Comics haben ja auch eine Tradition in diesem Genre.

APA: Die Geschichten leben stark vom Lokalkolorit. Wird das von Ihnen noch weiter ausgereizt?

Pfleger: Auf jeden Fall. Wir haben versucht, jeder einzelnen Figur, auch wenn sie nur einen Satz spricht, ein eigenes Idiom zu geben.

Jodl: Die Charaktere sind ganz klar in Österreich verortet. Captain Austria, die Hauptfigur, trägt ein rot-weiß-rotes Cape und studiert an der Uni Wien, das Donauweibchen als altehrwürdige Sagengestalt nutzt die Kraft des Wassers, um Schurken dingfest zu machen.

Pfleger: Die große, starke Lady Heumarkt hat in ihrer Jugend am legendären Heumarkt als Wrestlerin gearbeitet, und natürlich gibt es noch die österreichischste aller Figuren - den Bürokraten. Sie alle bekämpfen in unserer Show den bösartigen und superstarken Basilisken, der in Wien sein Unwesen treibt.

APA: Wie eng war die Zusammenarbeit mit Autor Harald Havas?

Jodl: Harald hat jeden Schritt der Entwicklung begleitet und uns Feedback gegeben. Gleichzeitig hatten wir auch die Freiheit, unsere Vorstellungen umzusetzen. Die Zeichner haben sämtliche Sprechblasen aus den Comics wegretuschiert, das heißt, wir schaffen eine ganz andere, intensivere Erfahrung für das Publikum.

Pfleger: Dadurch konnten wir eine knappe und knackige Spielfassung erstellen und auch ein paar lässige Songs einbauen.

APA: Darf man bei ASH auch mit Actionbombast a la Marvel rechnen?

Pfleger: Im Prinzip ja. Das Erzähltempo ist sehr hoch, besonders in den Actionsequenzen...

Jodl: ... wird es zischen und krachen!

Pfleger: ... werden alle unsere theatralen Zaubertricks ausgepackt.

(Die Fragen stellte Christoph Griessner/APA)

("Austrian Superheroes: Rückkehr der Helden" im Rabenhof Theater, Rabengasse 3, 1030 Wien. Konzept und Umsetzung: Matthias Jodl und Fabian Pfleger, Mit: Magda Kropiunig, Christian Strasser und Randolf Destaller, Texte: Harald Havas, Chefzeichner und Adaption: Thomas Aigelsreiter und Andi Paar, Animationen: Dominique Wiesbauer, Live-Musik: ALF - Der kleine Zerstörer. Weitere Termine am 6., 14. und 28. April, jeweils 20 Uhr; www.rabenhoftheater.com, www.austriansuperheroes.com)

Quelle: APA

Aufgerufen am 19.11.2018 um 06:14 auf https://www.sn.at/kultur/allgemein/austrian-superheroes-auf-der-rabenhof-buehne-26163763

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