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Festspiele Erl: Vorwürfe für Haselsteiner "Schweinerei"

Mit scharfen Worten hat nun Festspielpräsident Hans Peter Haselsteiner auf die schweren Vorwürfe gegen die Festspiele Erl und deren Künstlerischen Leiter Gustav Kuhn gekontert. Die Anschuldigungen seien eine "Schweinerei erster Ordnung", sagte Haselsteiner im Gespräch mit der APA. "Wir sind offensichtlich Opfer einer Verleumdungskampagne", zeigte sich der Industrielle erbost.

Haselsteiner ortet eine Verleumdungskampagne SN/APA/HANS KLAUS TECHT
Haselsteiner ortet eine Verleumdungskampagne

Der ehemalige Liberales Forum-Politiker und Unterstützer der NEOS ortete politische Motive des Tiroler Bloggers Markus Wilhelm, auf dessen Homepage die Vorwürfe veröffentlicht worden waren. Die "politische Stoßrichtung" sei offenbar gewesen, die ÖVP und Landeshauptmann Günther Platter knapp vor der Tiroler Landtagswahl zu treffen. Die Festspiele hätten als "Instrument" für dieses Ziel gedient.

Die Vorwürfe von angeblichem Lohn- und Sozialdumping, Lohnwucher, Scheinselbstständigkeit und dergleichen seien schon "längst erledigt", meinte Haselsteiner und verwies auf entsprechende Untersuchungen durch Tiroler Gebietskrankenkasse und Finanzpolizei. "Und dass wir nicht so viel zahlen können wie die Wiener Philharmoniker und auch keine Gagen bieten können, wie sie die Anna Netrebko erhält, ist auch klar. Denn dann gäbe es nämlich gar keine Festspiele Erl", argumentierte Haselsteiner, dessen Privatstiftung alleiniger Gesellschafter der Festspiele ist.

Die Anschuldigungen gegen "Maestro" Gustav Kuhn wegen Fällen angeblicher sexueller Nötigung würden sich indes alle im "anonymen Bereich" abspielen. Es gebe keine einzige nicht-anonymisierte Anschuldigung gegen Kuhn. Denn jene angebliche ehemalige Erl-Musikerin, die ihm, Haselsteiner, einen offenen Brief geschrieben und die Vorstellung einer Initiative mit mehreren "Opfern von Erl" angekündigt habe, existiere gar nicht. "Das ist ein Internet-Troll. Diese Person gibt es gar nicht und die hat daher auch nie in Erl gearbeitet". Haselsteiner stellte sich jedenfalls vehement hinter den "Maestro", den man "fertigmachen" wolle: "Jeder steht jetzt offenbar geifernd mit dem Messer bereit und möchte den Kuhn kastrieren".

Dass sich Tirols Kulturlandesrätin Beate Palfrader (ÖVP) für die sofortige Einberufung einer Sitzung des Stiftungsvorstandes ausgesprochen hat, um "weitere Maßnahmen im Interesse einer raschen und vollständigen Aufklärung aller Sachverhalte zu beschließen", begrüßte Haselsteiner. Die Sitzung werde es geben. Es sei wichtig, dass man sich in dieser Situation bespreche. Man werde beraten, welche Maßnahmen man eventuell ergreifen könne, so Haselsteiner, der aber in diesem Zusammenhang erneut darauf verwies, dass die Vorwürfe bezüglich Lohndumping usw. bereits entkräftet bzw. aufgeklärt worden seien. Das Land hatte zudem als Miteigentümer der Stiftung volle Einsicht in die Arbeitsverträge der Künstler gefordert.

Das Festival sieht sich unter anderem auch mit Vorwürfen von "modernem Sklaventum" und Korruption konfrontiert. Kuhn steht dabei besonders im Zentrum der Anschuldigungen. Ihm wird neben sexueller Nötigung auch eine Art einschüchternder Führungsstil vorgeworfen. Der Dirigent und Künstlerische Leiter selbst hatte zuletzt von "unhaltbaren Anschuldigungen" gesprochen. Die Festspiele und Kuhn konterten inzwischen mit Klagen gegen Blogger Wilhelm.

Quelle: APA

Aufgerufen am 22.10.2018 um 01:44 auf https://www.sn.at/kultur/allgemein/festspiele-erl-vorwuerfe-fuer-haselsteiner-schweinerei-24823588

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