Kultur

Geraubtes Bild aus Uffizien: Anwalt zu Lösung bereit

Derzeitige Eigentümer erachten das Gemälde nicht als NS-Raubkunst.

Im Falle eines während des Zweiten Weltkrieges aus den Uffizien in Florenz geraubten Gemäldes sind die derzeitigen Besitzer unter bestimmten Bedingungen zu einer Lösung bereit. "Wir wollen uns ja einigen", sagte am Dienstag der Heidelberger Anwalt der Familie, Nicolai B. Kemle, der Deutschen Presse-Agentur dpa. Allerdings müsse es dazu erst Gespräche geben mit dem Museum. Die Kanzlei habe bereits 2017 zunächst angeboten, dafür nach Italien zu fahren, dann aber aus Zeitgründen um ein Treffen in Heidelberg gebeten. Seither herrsche leider Funkstille.

Aus Sicht von Kemle handelt es sich bei dem fraglichen Ölgemälde "Vaso di Fiori" (Blumenvase) auch nicht um Raubkunst. Es sei weder ein Diebstahl durch den Großvater seines Mandanten noch ein staatlich organisierter NS-Kunstraub gewesen. Wie das Bild in den Besitz der Familie gelangt sei, sei unklar. "Wir brauchen auch Zugang zu den Materialien der Uffizien darüber", sagte er.

Kemle brachte zudem eine Art Schiedskommission ins Spiel, die gegebenenfalls über eine Rückgabe entscheiden könnte. "Es ist ja keine schöne Situation im Moment für beide Seiten", sagte er. Wo sich das Gemälde befindet und wer genau es hat, wollte Kemle nicht sagen.

Das Werk des holländischen Malers Jan van Huysum (1682-1749) wurde nach Angaben der Gemäldegalerie in Florenz von Soldaten der Wehrmacht aus dem Palazzo Pitti geraubt. Uffizien-Direktor Eike Schmidt sagte der dpa, es sei "offenkundig", dass es sich um NS-Raubkunst handelt. "Und dabei tut die Frage, ob die Wehrmacht ihrerseits von einem ihrer Soldaten bestohlen wurde, rechtlich nichts zur Sache."

Schmidt hatte zu Beginn des Jahres an Deutschland appelliert, alles dafür zu tun, dass das Bild nach Italien zurückkomme. Er hatte erklärt, dass es über Mittler Kontakte mit der Familie gegeben habe, die das Bild gegen Entgelt zurückgeben wollte.

Quelle: Dpa

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