Kultur

"Haben und Brauchen in Wien" im Künstlerhaus-Ersatzquartier

Das Künstlerhaus-Ausweichquartier in Wien-Margareten verwandelt sich in den kommenden vier Monaten in einen Multifunktionsraum für Diskurs und Partizipation. Im Rahmen von "Haben und Brauchen in Wien - ein Projektzyklus der Vielen" sind bis 22. Juni sieben aufeinanderfolgende Ausstellungen zu sehen, denen knapp 60 Künstlerkollektive und sozio-kulturelle Initiativen angehören.

Der Titel "Haben und Brauchen" bezieht sich auf den Namen eines 2011 in Berlin gegründeten Diskussions- und Aktionsnetzwerks. Dieses greift die mangelnden institutionellen Raumzugänge auf, denen viele Künstler ausgesetzt sind. "Das Thema ist so gehaltvoll, dass es reicht, um ihm in den nächsten vier Monaten eine Bühne zu bieten", sagte der künstlerische Leiter Tim Voss am Mittwoch bei einer Pressekonferenz. "In Anbetracht der überwiegend prekären Arbeitsbedingungen wird es bei uns darum gehen, was man braucht und was man bekommt, und mit diesen Informationen weiter zu handeln", so Voss.

Seit 2016 hat sich das Künstlerhaus wegen der Umbauarbeiten am Karlsplatz in eine loftartige Etage der ehemaligen Textilwerkstatt Altmann zwischenzeitlich einquartiert. Der temporäre Charakter des Ortes setzt sich auch in dem beginnenden Ausstellungszyklus fort. Gäste erwartet in den 3,5 Meter hohen Räumlichkeiten ein originalgetreuer Nachbau der ehemaligen Passagegalerie am Karlsplatz, der in kurzen Intervallen mit unterschiedlichen Arbeiten bespielt wird. Den Auftakt bildet die Arbeit "Kunstland Nord" von Reinhold Zissler, der seit 2017 eine "Notgalerie" in der Wiener Seestadt betreibt. Neben der Passagegalerie wurde eine Community-Kitchen eingerichtet, die als Schauplatz für die weiteren öffentlichen Veranstaltungen dient. Jeden Freitagabend werden Kochshows zwischen zwei künstlerischen Initiativen vor Publikum abgehalten. Jeden Samstag wird von der Kooperation LebensCafé Diamant ein Kaffeebetrieb organisiert.

Zusätzlich bietet das Künstlerhaus eine Probebühne für Performance-Gruppen an, die von der Kunst-Plattform "Wiener Perspektive" ausgewählt wurden. Einige dieser Gruppen werden ihre Proben öffentlich vortragen. In "Shared Practice-Veranstaltungen" werden dem Publikum weitere Performance-Gruppen vorgestellt. Benachbarte Gruppenräume dienen Künstlern und Künstlerinnen des Projektzyklus als Arbeitsstätten.

Künstlerhaus-Geschäftsführer Peter Zawrel geht davon aus, dass die Künstlerhaus-Ausstellungen in einem Jahr wieder an ihren ursprünglichen Standort am Karlsplatz zurückkehren werden.

(S E R V I C E - "Haben und Brauchen in Wien - ein Projektzyklus der Vielen", Eröffnung am 7.3. um 19 Uhr, 8. März bis 22. Juni, Öffnungszeiten: Mo-Mi 12-18 Uhr, Do-Sa 12-22 Uhr, Stolberggasse 26, Wien 5, www.k-haus.at)

Quelle: APA

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