Kultur

Haydnregion NÖ beginnt Saison mit erlesener Kammermusik

Die Haydnregion Niederösterreich hat am Samstagabend ihre neue Konzertsaison mit erlesener Kammermusik in der vor acht Jahren eingeweihten, von Wolf D. Prix entworfenen evangelischen Martin-Luther-Kirche von Hainburg an der Donau eröffnet. Johannes Fleischmann (Violine), Lena Fankhauser (Viola) und Philipp Comploi (Violoncello) boten ein veritables musikalisches Start-up-Erlebnis.

Das Motto des Abends lautete "Spirit of Europe" - und hatte nichts zu tun mit dem einstigen gleichnamigen, längst verblichenen ehrgeizigen Orchesterprojekt des Landes Niederösterreich -, sondern vielmehr mit dem geografischen Bogen des Programms, der von Joseph Haydn über Jean Sibelius bis Zoltan Kodaly reichte - und bei der Zugabe, einer dreistimmigen Invention von Bach, auch in die andere Zeitrichtung. Ganz im Sinne von Michael Linsbauer, Mastermind der Haydnregion, dem es um spannungsreiche Kontexte statt biedere Haydn-Pflege geht. 

Die Streichtrios op. 53 Nr. 3 B-Dur Hob V:Anh. 3 und op. 53 Nr. 1 G-Dur Hob V:Anh. 1 sowie das Duo für Violine und Violoncello in D-Dur Hob VI:D1 von Joseph Haydn bildeten den Rahmen für die Exkurse nach Finnland und Ungarn. Mit der Suite für Streichtrio in A-Dur - einer schönen Rarität - und dem Duo für Violine und Viola in C-Dur von Jean Sibelius (das so beglückend gelang, dass die Ausführenden einander spontan in die Arme fielen) sowie Zoltan Kodalys von Volksmusik inspiriertem Intermezzo für Violine, Viola und Violoncello gelangten interessante Jugendwerke der beiden Komponisten zu Gehör. 

Die eigentliche Sensation des Abends war aber die erstmalige personelle Konstellation der drei erstklassigen Mitwirkenden. Fleischmann - neben seiner vielfältigen solistischen und kammermusikalischen Tätigkeit auch international für Kinder und Jugendliche aus sozial schwachen Verhältnissen engagiert -, Fankhauser - u.a. Mitglied des Koehne Quartetts und stilistisch überaus vielseitig unterwegs - sowie der festivalerfahrene Originalklang-Experte Comploi bilden ein wunderbares Trio, von dem man schwerlich glauben mag, dass es noch gar nicht als solches existierte. Das aber soll sich ändern: Für Herbst gibt es jedenfalls - mit eben diesem Programm - bereits eine Einladung ins slowenische Piran. 

Bei der Haydnregion NÖ geht es weiter mit dem Auner Quartett im Haydn-Geburtshaus in Rohrau am Sonntag, 31. März, und am Dienstag, 16., und Mittwoch, 17. April, mit der vom Ensemble Klangmemory erzählten klingenden Geburtstagsgeschichte "Mäuschen Max verschenkt die Welt". "Reich mir die Hand, mein Leben!" heißt es am Sonntag, 12. Mai, im Schloss Margarethen am Moos, ehe am Freitag, 31. Mai, in Rohrau "60 Jahre Haydn-Geburtshaus" gefeiert werden. Am Samstag, 1. Juni, wird zum Festkonzert im Schloss Petronell-Carnuntum geladen, am Freitag, 7. Juni, startet der 2. Internationale Haydn-Wettbewerb in Rohrau, und am Sonntag, 9. Juni, folgt ein festliches Pfingsthochamt in der Pfarrkirche von Prellenkirchen.

Quelle: APA

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