Kultur

Hubert von Goisern stiftet 100.000 Euro für Kulturpreis

Hubert von Goisern stiftet einen Kulturpreis. Vergeben werden zehn Jahre lang jährlich 10.000 Euro. Wieso macht der Goiserer das?

Hubert von Goisern unterstützt mit einem hochdotierten Geldpreis künftig Künstlerinnen und Künstler. SN/w. lienbacher
Hubert von Goisern unterstützt mit einem hochdotierten Geldpreis künftig Künstlerinnen und Künstler.

"Ich habe sehr viel bekommen und bin nun in der privilegierten Lage, etwas zurückgeben zu können", sagt Hubert von Goisern im Gespräch. Er schrieb Hits, die österreichisches Kulturgut wurden. Er tourte in der ganzen Welt. Er gehört seit gut einem Vierteljahrhundert zu den erfolgreichsten zeitgenössischen Musikern des deutschsprachigen Raums. "Ich will im Alter was zurückgeben", sagt der 65-Jährige.

Deshalb stiftet er ganz privat einen Kulturpreis.

10.000 Euro pro Jahr

In den nächsten zehn Jahren werden jährlich 10.000 Euro vergeben. Ausgezeichnet werden im Lauf dieser Jahre mit insgesamt 100.000 Euro "außerordentliches Engagement und Leistungen im Bereich Kunst und Kultur".

Es geht dabei nicht nur um Musikerinnen und Musiker. "Es geht um das gesamte kulturelle Spektrum und es geht um Menschen, die Beiträge dazu leisten, dass durch Kunst und Kultur unser aller Leben reicher werden kann." In der Beschreibung des des Preises heißt es, die Auszeichnung soll "Talent und Beharrlichkeit" ehren.

Vier Preisträger stehen fest

Vergeben wird der Preis von einer Jury an einen oder maximal fünf Preisträger. Erstmals vergeben wird dieser Hubert-von-Goisern-Kulturpreis im Juni in Salzburg. Die Preisträger sind Orchesterleiterin Irene Troi (Südtirol), Kulturmacherin und Geigerin Margarethe Hlawa (Hallein), Filmemacher Mike Ramsauer (Abtenau) und Schlagwerker Christoph Sietzen (Wien/Salzburg).

"Mich haben's durchgefüttert"

"Mich haben Leute früher durchgefüttert", erklärt Hubert von Goisern mit der Erinnerung an seine Anfangszeit die Grundidee dieses Kulturpreises. "Die haben mich bei sich schlafen lassen und mir was zu essen gegeben, bloß weil sie an das geglaubt haben, was ich mache, auch wenn von irgendeinem Erfolg noch keine Rede sein konnte." So will er es auch mit dem Preis unter seinem Namen halten.

"Ich selbst wurde in schweren Zeiten unterstützt. Mit dem Preis will ich Menschen unterstützen, die künstlerisch etwas Wertvolles machen."

Private Initiative gegen Sparpolitik

Dass die Kulturpolitik derzeit dazu neigt, da und dort recht heftig den Rotstift anzusetzen, sei "nicht der erste Antrieb für die Schaffung des Preises", sagt der Goiserer. Aber es sei "schon bitter", wenn man hören müsse, wie "etwa in Oberösterreich manche Künstler und Kulturmacher stöhnen". Dort wurde unter der neuen ÖVP-FPÖ-Landesregierung das Kulturbudget beschnitten. Ungünstig ist das Timing für die Vergabe eines privaten Kulturpreises jedenfalls nicht, um in politischen Umbruchszeiten die gewählten Verantwortungsträger auch in kulturpolitischer Hinsicht an ihre Aufgaben zu erinnern. Zumal etwa die Bundesregierung in ihrem Kulturprogramm stark betont, man wolle sogenannte Leuchtturmprojekte fördern. "Es kann aber nicht sein, dass die Unangepassten, die, die etwas wagen, nicht an die Fördertöpfe kommen."

Nur Schimpfen hilft nichts

"Ich halt es ja auch durchaus für traurig, dass man es schon fast gut finden muss, wenn sich keiner zu Wort meldet - dann wird zumindest auch kein Blödsinn erzählt", sagt der Goiserer. Aber nur "schimpfen und Petitionen unterschreiben" mag er nicht mehr. "Es reicht nicht, wenn ich meine Stimme erhebe, um dann anderen zu sagen, was sie tun sollen", sagt Hubert von Goisern. Außerdem: "Die tun dann doch eh wieder nicht das, was man gern möchte."


Aufmerksamkeit schaffen

"Drei, vier Jahre" trug er die Idee für den Preis mit sich herum, wusste aber nicht so recht, wie er es angehen sollte. Dann begegnete ihm die Südtirolerin Irene Troi. Sie baute ein Jugendorchester auf, bekommt nun keine Förderungen mehr dafür. Es wäre um ein paar Hundert Euro Unterstützung gegangen - jetzt bekommt sie 5000 Euro, weil sie unter den ersten vier Preisträgern des Goisern-Preises ist. "Ihre Arbeit wird damit abgesichert", sagt der Goiserer. Das Geld sei wichtig. Wichtiger aber sei es, dadurch eine Aufmerksamkeit zu erzeugen, damit "auch andere kommen und unterstützen".

www.hubertvongoisern.com

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