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Palermo-Atelier von Vorarlberger Künstler wird zwangsgeräumt

Die Gemeinde Palermo hat die Zwangsräumung von Palazzo Mazzarino, einem verfallenen Palast auf dem Platz Garrafello im Herzen der sizilianischen Hauptstadt, angeordnet, in dem der Vorarlberger Künstler Uwe Jäntsch sein Atelier eingerichtet hat. Seit 19 Jahren leben Jäntsch und seine Lebenspartnerin in dem Gebäude.

Der Palazzo inmitten des traditionsreichen Viertels Vucciria soll von einem Konsortium von Bauunternehmern mit der Unterstützung der Gemeinde Palermo restauriert werden, berichteten lokale Medien. Aus Sicherheitsgründen müsse das verfallene Gebäude geräumt werden, das dringend Konsolidierungs- und Restaurierungsarbeiten unterzogen werden müsse, teilte die Gemeinde mit.

Jäntsch will jedoch den verfallenen Palazzo nicht verlassen. Wegen seiner Verweigerung, das Gebäude zu räumen, musste der Beginn der Renovierungsarbeiten monatelang verschoben werden. Jäntsch beklagte eine Strategie, um die Einwohner der Gegend zu vertreiben. "Unternehmen haben mit EU-Geldern diese Palazzi für wenige Tausende Euro erworben", klagte der Künstler.

Das Konsortium, das einige Palazzi auf dem Gaffarello-Platz erworben hatte um sie zu renovieren, hatte Jäntsch illegale Besetzung des Gebäudes vorgeworfen. Der Künstler hatte die Beschuldigung zurückgewiesen und sich geweigert, seine Wohnung und Atelier zu verlassen. Jetzt wird die Polizei eingreifen, um ihn zur Räumung des Gebäudes zu zwingen.

"Wenn wir weggehen, wird alles zerstört", betonte der Künstler. Die Eigentümerin der Wohnung, in der er lebe, habe ihm das Atelier zur Verfügung gestellt, er habe stets die Rechnungen gezahlt. Der gebürtige Wasserburger erklärte, er setzte sich für die Volkstümlichkeit des Vucciria-Viertels ein, das unter anderem wegen seines traditionsreichen Markts bekannt ist. Sollte er die Wohnung verlassen müssen, werde er Palermo für immer verlassen. "Für mich existiert Palermo ohne das Vucciria-Viertel nicht", sagte der Künstler im Gespräch mit der Tageszeitung "La Stampa".

Jäntsch ist bekannt für außergewöhnliche Aktionen oder Eingriffe, wie er sie nennt. Meist sucht er sich dafür Orte aus, die - im öffentlichen oder halb-öffentlichen Raum gelegen - in Vergessenheit geraten sind oder absichtlich ignoriert werden. So bespielte Jäntsch etwa in Palermos Altstadt die Ruinen mehrerer Palazzi.

Quelle: APA

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