Kunst

Bruckners "Dritte" überzeugte beim Brucknerfest

Mit einer überzeugenden 3. Symphonie von Anton Bruckner hat das Korean Broadcasting System Symphony Orchestra Sonntagabend den Veranstaltungsreigen des diesjährigen Linzer Brucknerfestes eröffnet. Südkorea ist heuer Partnerland des bis 29. Oktober dauernden Festivals.

Das Südkoreanische Rundfunk-Symphonieorchester zählt zu den besten des Landes, genießt auch international einen hervorragenden Ruf und feiert heuer sein 60-jähriges Bestehen. Nun debütierte das Orchester unter der Leitung seines Chefdirigenten, des in Israel geborenen Yoel Levi, in Linz. Erstmals hier zu Gast war auch die Solistin des Abends, Yeol-Eum Son, am Klavier.

Die Gäste aus Südkorea präsentierten - wohl auch aus Respekt vor dem "Genius Loci" - Anton Bruckners 3. Symphonie in d-Moll WAB 103 in der meist gespielten dritten Fassung 1889/90. Bedenkt man den hohen Anteil Studierender aus Fernost an europäischen Musikuniversitäten, so darf man davon ausgehen, dass auch zahlreiche Mitglieder des KBS-Orchesters mit Bruckner schon während des Studiums vertraut wurden. Die Wiedergabe der "Dritten" hatte jedenfalls hohes Niveau, das wohl auch dem Dirigenten zu verdanken war.

Yoel Levi wusste stilsicher zwischen den geheimnisvollen Pianissimi und den monumentalen Klangausbrüchen dieser Symphonie zu differenzieren. Wunderbare Streicher und glanzvolle Bläser zeichneten den Abend aus. Eine Bruckner-Symphonie dann noch mit gleich zwei Draufgaben (Brahms, Ungarische Tänze) zu kontrastieren ist freilich hierzulande unüblich. Unverständlich blieb der schwache Besuch dieses Eröffnungskonzerts. Wo blieben die "Brucknerianer", die sich andererseits darüber mokieren, dass beim Musikfest des Patrons zu wenig seiner Werke gespielt würde?

Sie haben auch das den Abend einleitende Klavierkonzert C-Dur KV 467 von Wolfgang Amadeus Mozart versäumt, in welchem die sympathische koreanische Solistin ihren persönlichen Zugang zu Mozart demonstrierte - stilsicher, zart und ohne Show-Gehabe. Ganz dem - besonders durch das innige Andante - populären Werk dienend.

Quelle: APA

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