Literatur

Gert-Jonke-Preis 2019 geht an Ewald Palmetshofer

Zum fünften Mal ist am Sonntagabend in Klagenfurt der Gert-Jonke-Preis vergeben worden. Dieses Jahr ging die mit 15.000 Euro dotierte Auszeichnung an den oberösterreichischen Literaten Ewald Palmetshofer. Land Kärnten und Stadt Klagenfurt zeichnen mit dem Preis renommierte Autoren aus.

Die Jury, bestehend aus der "profil"-Journalistin Karin Cerny, der Schauspieldirektorin der Salzburger Festspiele Bettina Hering und der Leiterin der Forschungsplattform Elfriede Jelinek an der Universität Wien Pia Janke, hatte die Aufgabe, einen Preisträger in der Kategorie Dramaturgie auszuwählen. Der Preis wird alle zwei Jahre vergeben. Das Preisgeld wird vom Land Kärnten gestiftet, die Landeshauptstadt sorgt für die Organisation und die Festveranstaltung.

Karin Cerny meinte über den Preisträger: "Palmetshofers Stücke sind geprägt von einer gesellschaftskritischen Haltung, trotzdem gibt es meist viel zu lachen, weil man die Überforderung der Figuren beobachten kann, wie verzweifelt sie Textkapriolen schlagen, total viel reden, und dabei nichts sagen. Ihn interessieren die großen Fragen wie das Ende des Subjekts in einer entsolidarisierten Gesellschaft. Aber selten hat Theorie auf der Bühne so sexy geklungen. Es ist diese spezielle Melodie, die Palmetshofer-Stücke ausmacht." Man erkenne seine Stücke an einem unverwechselbaren Sound, so Cerny, seine Figuren lasse er in "rhythmisierten Stummelsätzen" sprechen.

Ewald Palmetshofer, 1978 in Mönchdorf im Mühlviertel (Oberösterreich) geboren, feierte sein Debüt als Dramatiker 2005 mit dem Stück "sauschneidn. ein mütterspiel", das den Retzhofer Literaturpreis für junges Drama gewann. Mit der Saison 2007/08 wurde Palmetshofer Hausautor am Schauspielhaus Wien. Dort entstand 2007 "hamlet ist tot. keine schwerkraft", das in der Regie von Felicitas Brucker zur Theaterbiennale des Staatstheaters Wiesbaden "Neue Stücke aus Europa 08" sowie für den Mülheimer Dramatikerpreis 2008 nominiert wurde. Auch "faust hat hunger und verschluckt sich an einer grete", 2010 am Schauspielhaus Wien uraufgeführt, wurde zu den Mülheimer Theatertagen eingeladen. Für "die unverheiratete" wurde er 2015 schließlich mit dem Mülheimer Dramatikerpreis ausgezeichnet. Seit 2015 ist Palmetshofer Hausautor und Dramaturg am Theater Basel.

Die alle zwei Jahre vergebene Auszeichnung, die 2011 ins Leben gerufen wurde und an den Kärntner Schriftsteller Gert Jonke erinnert, wird abwechselnd in den literarischen Hauptkategorien Prosa, Dramatik und Lyrik vergeben. Bisher wurden Alois Hotschnig (Prosa, 2011), Friederike Roth und Händl Klaus (Dramatik, 2013) Julian Schutting (Lyrik, 2015) und Paul Nizon (2017, Prosa) ausgezeichnet.

Quelle: APA

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