Musik

Thomas Larcher erhält Großen Österreichischen Staatspreis

Der Große Österreichische Staatspreis geht heuer an den Innsbrucker Komponisten und Pianisten Thomas Larcher. Er sei ein "Grenzgänger der Musik, der eine spezifische eigene Klangfarbe entwickelt hat", lobte ihn Kulturminister Alexander Schallenberg. Die höchste Kulturauszeichnung der Republik, die mit 30.000 Euro dotiert ist, wird Larcher am 10. Oktober im Bundeskanzleramt verliehen.

"Seine Musik erschließt sich dem Hörer unmittelbar: mutig, phantasievoll und raffiniert klangsinnlich scheint sie mit dem Zuhörer zu kommunizieren, zieht diesen in seinen Bann und erschließt so wertvolle Begegnungen mit faszinierenden Klanglandschaften", so Schallenberg weiters über den Geehrten. "Damit zählt er zu den weltweit führenden Vertretern der zeitgenössischen Musik. Es freut mich, dass seine Verdienste um die heimische und internationale neue Musikszene mit der Zuerkennung des Staatspreises gewürdigt werden."

Der Kunstsenat, der den Vorschlag für die jährlich ohne festgelegtes Rotationsprinzip innerhalb der Sparten Literatur, Musik, bildende Kunst und Architektur für ein künstlerisches Lebenswerk vergebene Auszeichnung abgibt, begründete sein Votum mit Larchers Bedeutung für die zeitgenössische Szene. "Seine Musik bewegt sich auf gefährlichen Routen zwischen gesicherter und ungesicherter Tonalität bis hin zu rein geräuschhaften Flächen", so die Jury. "Larcher hat seine eigene Klangwelt und Handschrift entwickelt. Er lässt sich keinerlei gängigen Trends unterordnen. Sein Umgang mit den vielfältigen Möglichkeiten eines großen Orchesters ist virtuos."

Geboren wurde Thomas Larcher am 16. September 1963 in Innsbruck. Er studierte in Wien Komposition und Klavier und machte sich zu Beginn seiner Laufbahn als Interpret zeitgenössischer Werke einen Namen. Erste eigene Kompositionen folgten ab Ende der 1980er mit Werken wie "Naunz" für Klavier. Aber auch dem großen Format hat sich Larcher immer wieder gewidmet - 2011 wurde etwa das große Orchesterwerk "Red and Green" vom San Francisco Symphony Orchestra uraufgeführt. Seine erste Oper "Das Jagdgewehr" kam im Vorjahr als Auftragsarbeit der Bregenzer Festspiele zur Uraufführung.

Seine Vielseitigkeit stellt Larcher auch als Programmmacher immer wieder unter Beweis. So gründete er 1994 das Festival "Klangspuren" in Schwaz, das er bis 2003 leitete. Im Jahr darauf folgte das Kammermusikfestival "Musik im Riesen", das seitdem jährlich in Wattens stattfindet und unter seiner Leitung jeweils "einen kleinen Ausschnitt meiner musikalischen Welt" zeigt. Vielfach wurde Larcher bereits prämiert. Zuletzt erhielt er etwa den mit 75.000 Euro dotierten "Prix de Composition Musicale" in Monaco für seine 2016 geschriebene Symphonie Nr. 2 "Kenotaph" und den mit 10.000 Euro dotierten Ernst-Krenek-Preis der Stadt Wien.

Quelle: APA

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