Kultur

Salzburger Festspiele: Mit neuem "Jedermann" beginnt eine neue Schauspiel-Ära

Tobias Moretti debütiert als Jedermann, Stefanie Reinsperger als seine Buhlschaft. Michael Sturminger debütiert als Regisseur und Betting Hering debütiert als Schauspielchefin.

Alles neu: Jedermann Moretti und Buhlschaft Reinsperger. SN/HERBERT NEUBAUER / APA / picturedesk.com
Alles neu: Jedermann Moretti und Buhlschaft Reinsperger.

Der neue "Jedermann" steht dem Schauspiel der heurigen Salzburger Festspiele vor. Zumindest was den Termin - Startschuss ist am 21. Juli - und den Kartenverkauf betrifft: Tobias Morettis erster Domplatz-Sommer in der Neuinszenierung von Michael Sturminger ist komplett ausverkauft. Davon abgesehen ist das fünf Produktionen reiche Schauspiel jedoch fest in weiblicher Hand.

Sturminger übernahm kurzfristig

Eigentlich hatte man den 2013 geborenen "Jedermann" von Brian Mertes und Julian Crouch noch einige Jahre behalten wollen, die Neubesetzung von neun Rollen - darunter "Jedermann" Tobias Moretti und "Buhlschaft" Stefanie Reinsperger - machte allerdings eine offene Herangehensweise an die Wiederaufnahme nötig. Weil man damit bei den beiden Regisseuren "auf Granit gebissen" hat, wie Festspielintendant Markus Hinterhäuser der APA sagte, wird das Signature Stück nun doch kurzerhand neu inszeniert: Michael Sturminger stellt in nur knapp drei Monaten einen frischen "Jedermann" her.

Schauspieldirektorin Betting Hering sucht neue Wege

Mehr Vorbereitungszeit konnte Schauspieldirektorin Bettina Hering ihren anderen Regisseurinnen einräumen: Andrea Breth, Karin Henkel, Athina Rachel Tsangari und das Duo Abigail Browde und Michael Silverstone alias "600 Highwaymen" sind verpflichtet und widmen sich mit der Ausnahme von Harold Pinters "Geburtstagsfeier", die als Koproduktion mit dem Burgtheater herauskommt und in der Breth mit Schauspielern wie Marktin Reinke, Andrea Clausen oder Max Simonischek arbeitet (Premiere am 28. Juli), der klassischen deutschsprachigen Bühnenliteratur.

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Gerhart Hauptmann auf der Pernerinsel

Gerhart Hauptmanns Drama rund um die junge "Rose Bernd" ist eine Koproduktion mit dem Schauspielhaus Hamburg, Henkel bespielt damit ab 29. Juli die Perner-Insel, die unglückselige Protagonistin gibt Lina Beckmann. Das US-Theaterkollektiv "600 Highwaymen", das sich einen Namen als Spezialisten für partizipatives Theater mit Mitspielern aller Alters- und Gesellschaftsgruppen gemacht hat, bringt Ödön von Horvaths Volksstück "Kasimir und Karoline" am 11. August heraus.

Den Abschluss des Salzburger Schauspielsommers macht eine weitere Filmregisseurin - neben Shirin Neshat, die für die Verdi-Oper "Aida" mit Anna Netrebko engagiert ist: Die Griechin Athina Rachel Tsangari führt bei Frank Wedekinds "Lulu" Regie und schon die Besetzungsliste verrät das zentrale Konzept der Inszenierung: Mit Anna Drexler, Isolda Dychauk und Ariane Labed wird die chamäleonhafte Protagonistin auf der Perner-Insel von gleich drei Darstellerinnen verkörpert. Premiere ist am 17. August.

"Schauspiel-Recherchen" im Stefan Zweig Centre

Gemeinsam halten Neshat und Tsangari eine der vier "Schauspiel-Recherchen" im Stefan Zweig Centre ab und sprechen über Unterschiede zwischen Film- und Bühnenkunst. Im Dazwischen - nämlich von Konzert, Lesung und Performance - ist auch "Searching for William?" mit Shakespeare-Texten im Landestheater angesiedelt. Unter den drei programmierten Lesungen sticht in der Nacht von 1. auf 2. August ein siebenstündiger Marathon von Musils "Mann ohne Eigenschaften" mit mehr als einem Dutzend Festspiel-Schauspielern hervor.

Infos und Karten: www.salzburgerfestspiele.at

Quelle: APA

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