Kultur

"Star Wars - Die letzten Jedi": Die Macht sei mit dir, und mit dir auch

Mit "Star Wars - Die letzten Jedi" demokratisiert Regisseur Rian Johnson die geheimnisvolle Macht der Jedi.

Bevor es am Donnerstag (14. Dezember) in Österreich losgeht, steht fest, dass es im "Krieg der Sterne" weitergehen wird. Denn wenn sich nun "Stars Wars"-Fans weltweit zu "Die letzten Jedi" an den Kinokassen anstellen, können sie sich schon auf 2019 freuen.

Dann steht nämlich die nächste, die neunte Episode des Epos auf den Programm. Was George Lucas in den 1970er Jahren einst als wagemutige, von vielen damals belächelte Story auf die Leinwand schickte, entwickelte sich zu einem der größten kulturellen Phänomene am Ende des 20. Jahrhunderts. Die Macht ist längst auf alle Zeiten mit der Serie: Es werden wieder Kassenrekorde erwartet.

Gigantische Dimensionen

Denn: Es gibt Filme, die sind größer als sie selbst, und das liegt vor allem an den Erwartungen, die an sie gestellt werden. Entsprechend gigantisch dimensioniert ist "Star Wars - Die letzten Jedi", die achte Episode. Immerhin blickt man auf vierzig Jahre Geschichte zurück.

Was für eine Erfüllung, wenn die Übung dann gelingt! Und gelungen ist sie: Der Film setzt in jenem Moment ein, im dem der Vorgänger abrupt geendet hatte, als die junge Rey (gespielt von Daisy Ridley) auf einer abgelegenen Insel einem ergrauten Luke Skywalker (Mark Hamill) das Lichtschwert überreicht, voll Fragen, was mit seinem vom Jedi-Glauben abgefallenen Lehrling Kylo Ren (Adam Driver) geschehen ist.

Doch Luke, so viel darf verraten werden, reagiert nicht mit huldvoller Freude. Und Rey muss auf die harte Tour lernen, dass die Macht mehr bedeutet, als Steinchen zum Schweben zu bringen.

Dem Film liegt die Überlegung zugrunde, wie die Jungen jene Aufgaben und Konflikte weiterführen, die die Alten ihnen vererbt haben. Nicht Anbetung der Asche, sondern Auffrischung des Star Wars-Franchise war auch die Aufgabe von Regisseur und Drehbuchautor Rian Johnson, der das Feuer von seinem Vorgänger J.J. Abrams übernommen hat.

Das langlebigste Popkultureops

1977 war der erste Film unter der Regie von George Lucas ins Kino gekommen, der damit eines der langlebigsten Popkulturepen überhaupt erfunden hatte, um ein böses Imperium, das vom Widerstand um die Jedi-Ritter bekämpft wurde. Sechs Jahre später war die Trilogie abgeschlossen.

1999 grub Lucas seine Ideen erneut aus und erzählte mit der Trilogie "Star Wars Episode I - III" die Vorgeschichte. 2012 war dann die Empörung groß, als bekannt wurde, Lucas habe die Rechte von "Star Wars" an Disney ausverkauft, doch J.J. Abrams gelang 2015 mit "Das Erwachen der Macht" ein fulminanter Start in eine neue Trilogie, die etwa 30 Jahre nach dem Ende von "Die Rückkehr der Jedi-Ritter" (1983) ansetzte.

Um die Dinge weiter zu komplizieren, hat Disney damit 2016 begonnen, Spin-Off-Filme aus dem Star Wars-Universum um einzelne Figuren herum zu entwickeln, zuerst "Rogue One" um die Rebellin Jyn Erso, 2018 kommt "Solo: A Star Wars Story" über den jungen Han Solo.

Die große Saga geht weiter

Nun wird in "Die letzten Jedi" die große Saga weitererzählt: Die Lage des Widerstands unter General Leia Organa (die verstorbene Carrie Fisher wurde dafür per Tricktechnik noch einmal zum Leben erweckt) ist weiterhin kritisch. Der faschistoide Verband der sogenannten Ersten Ordnung, angeführt vom monströsen Lord Snoke (Andy Serkis), trachtet den Rebellen nach dem Leben.

Zwar hat Leias Vizeadmiral Holdo (Laura Dern) einen Notfallplan, doch eine Hasardaktion des Fliegerhelden Poe (Oscar Isaac) gefährdet die Unternehmung. Von alldem hat Rey bei ihrer spirituellen Suche auf Luke Skywalkers Insel keine Ahnung. Um Rey zu schützen, tut sich Ex-Stormtrooper Finn (John Boyega) mit der jungen Technikerin Rose (Kelly Marie Tran) zusammen, entwischt ohne Erlaubnis des Kommandos in eine intergalaktische Casinostadt. . . 

Eine junge weiße Kriegerin, ein schwarzer widerwilliger Held, eine asiatische Technikerin, ein lateinamerikanischer Draufgänger, mehrere ältere Frauen auf der Kommandobrücke: "Star Wars" hat als größtes Franchise nun wirklich kapiert, das es eben nicht nur vierzehn- bis siebzehnjährige weiße Buben sind, die Geld im Kino ausgeben.

Und das ist vielleicht, neben all dem Heldentum, den Schmähs, den kristallenen Salzwüchstenfüchsen und aufmüpfigen Droiden, den beispiellos spektakulären Lichtschwertkämpfen und Weltraumschlachten, die ganz große Neuerung in diesem Universum. Jetzt endlich ist die Macht wahrhaft überall zu fühlen.

Kino: Star Wars: Die letzten Jedi. Action, USA 2017. Regie: Rian Johnson. Mit Daisy Ridley, Mark Hamill, John Boyega, Andy Serkis, Kelly Marie Tran, Carrie Fisher, Laura Dern, Benicio del Toro, Adam Driver, Domnhall Gleeson. Start 14.12.

Quelle: SN

Aufgerufen am 16.10.2018 um 07:40 auf https://www.sn.at/kultur/star-wars-die-letzten-jedi-die-macht-sei-mit-dir-und-mit-dir-auch-21689065

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