Leben

Die Osterkerze als Symbol der Auferstehung

In Wagrain wird diese Jahreskerze alljährlich selbst gestaltet. Das verlangt von den Jugendlichen konzentriertes und exaktes Arbeiten.

Religionslehrerin Irene Aster (2. v. r.) hat zusammen mit den Jugendlichen und den beiden Leiterinnen der Firmgruppen, Theresa Kaml (r.) und Sophia Aster (2. v. l.), die Osterkerzen für die Pfarrkirchen in Wagrain und Kleinarl gestaltet. SN/franz taferner
Religionslehrerin Irene Aster (2. v. r.) hat zusammen mit den Jugendlichen und den beiden Leiterinnen der Firmgruppen, Theresa Kaml (r.) und Sophia Aster (2. v. l.), die Osterkerzen für die Pfarrkirchen in Wagrain und Kleinarl gestaltet.

Die Osterkerze ist ein ganz wichtiges Symbol für die Auferstehung, für das ewige Leben, an das wir Christen glauben. Das Licht besiegt durch das Sterben von Jesus am Kreuz Finsternis und Tod", sagt Irene Aster. Die Religionslehrerin hat auch heuer zusammen mit Jugendlichen, die im Mai das Sakrament der Firmung empfangen werden, die Osterkerzen für die Gotteshäuser in Wagrain und Kleinarl gestaltet.

Benötigte Utensilien zum Basteln

In einem Fachgeschäft für kirchliche Utensilien hat sie sich die zwei Rohlinge besorgt, 80 und 100 Zentimeter hoch. Wachsblätter in vielen verschiedenen Farben, dazu echtes Blattgold und Blattsilber sowie Fäden aus diesen beiden Edelmetallen hat Irene Aster ebenfalls eingekauft.

Gemütlich ist es im Haus Rupertus am Kirchboden in Wagrain. Die Leiterinnen der beiden Firmgruppen, Sophia Aster und Theresa Kaml, sorgen für jugendliche Musik im Hintergrund, Krapfen, Saft und Zuckerl sollen die Arbeit ebenfalls erleichtern. Die angehenden Firmlinge sitzen rund um einen großen Tisch und schneiden mit Stanleymessern große und kleine, längliche und quadratische Mosaike aus den Wachsblättern. Mit diesen Blättchen bestücken sie danach zwei von ihrer Religionslehrerin bereits vorgefertigte Schablonen in Kreuzform - die Wagrainer Kerze mit Gold und weichen Rot- und Orangetönen, jene für Kleinarl in vielen Blauvariationen und mit Silber. Das ist viel, viel Arbeit und verlangt erhebliche Konzentration. Nicht immer kann diese aufrechterhalten werden, aber nach kurzen Pausen geht es wieder engagiert weiter.

Feinarbeit zum Schluss

Währenddessen hat Irene Aster bereits mit der Feinarbeit begonnen. Die rot gehaltenen Jahreszahlen und die Abschlussleisten für die Osterkerzen werden ausgeschnitten und vorbereitet. Dazu kommen die beiden griechischen Buchstaben Alpha und Omega. Sie stehen für das Erste und das Letzte, Jesus als für die Christen aller Anfang und Ende. Kreuz, Abschlussleisten sowie Alpha und Omega werden nun noch mit den goldenen und silbernen Fäden umrandet. Nach einem ziemlich langen Nachmittag ist es dann so weit: Die beiden Osterkerzen werden mit dem Föhn ein bisschen angewärmt, das Mosaik-Kreuz, die beiden griechischen Buchstaben und die Abschlussränder mit der Jahreszahl 2022 vorsichtig, aber kräftig angedrückt.

Das Auferstehungsfest am Abend des Karsamstags ist die wichtigste Liturgiefeier der Christen. Vor der Kirche wird das Osterfeuer entfacht. Der Priester holt sich hier die Flamme und zündet damit den Docht der Osterkerze an. Mit den Worten "Lumen Christi!" ("Das Licht Christi!") trägt er sie in die noch völlig verdunkelte Kirche, in der die Gottesdienstbesucher auf ihn warten. Auf dem Weg zum Altar bringt er dabei auf der Kerze noch fünf Wachsnägel aus echtem Bienenwachs und einem Korn Weihrauch an - ein Symbol für die fünf Wundmale Jesu am Kreuz: an beiden Händen und Füßen sowie an der Leibesseite, zugefügt durch die Lanze eines Römers. Auf den Leuchter im Altarraum gestellt symbolisiert die Osterkerze nun den erhabenen Christus als Sieger über den Tod. Von ihr ausgehend wird das Licht jetzt zu den Mitfeiernden in der Kirche weitergetragen, die ihre eigenen Kerzen mitgebracht haben und beim "Osterlob", der Erneuerung ihrer Taufversprechen, in Händen halten.

Verwendung der Osterkerze

Die neue Osterkerze wird die Pfarrgemeinde das gesamte Kirchenjahr über begleiten. Während der Osterzeit bis zum Pfingstfest steht sie im Altarraum, danach in der Taufkapelle oder im Bereich des Taufbeckens. Bei Taufen und bei Trauungen werden die Kerzen der Feiernden mit dem Licht dieser Jahreskerze entzündet. Bei Begräbnisfeiern steht sie am Sarg der Verstorbenen.

"Die Osterkerze ist ein großartiges Zeichen unseres Glaubens", versichert Religionslehrerin Irene Aster, "sie begleitet uns das ganze Jahr über in unseren Nöten und unserem Glücklichsein." Mit kritischem Blick betrachtet sie die beiden vollendeten Kunstwerke. Dann aber ein Lächeln: "Ich glaube, unser Herr Pfarrer wird zufrieden sein mit unserer Arbeit!" Die Firmkandidaten aus Wagrain und Kleinarl stimmen ihr heftig zu.

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