Gesundheit

Meine Gesundheit 2017

Für die Bewusstseinsbildung für ein gesundes Leben ist es nie zu spät. Der Gedanke des frühzeitigen Hinschauens auf Fehlentwicklungen steht daher im Mittelpunkt der SN-Reihe "Meine Gesundheit 2017". Jeweils zwei Medizinerinnen und Mediziner betrachten an acht Abenden verschiedene Krankheitsbilder sowie Therapieansätze oder stellen neueste Erkenntnisse aus ihren Fachgebieten vor.

 SN/istock/dmbaker

Alle Veranstaltungen finden im SN-Saal statt und beginnen um 19.00 Uhr, der Eintritt ist frei. Sie haben Fragen zur Veranstaltung oder zum SN-Saal? Bitte senden Sie ein E-Mail an snsaal@salzburg.com

Hier finden Sie das Programmheft zum Download.



Josef Burger
Hannes Bacher

Wege aus der Sucht
Josef Burger
Primar Dr. Hannes Bacher
Dienstag, 7. 2. 2017, 19.00 Uhr


Der Ärztliche Leiter der Suchthilfe Klinik Salzburg, Hannes Bacher, kennt viele menschliche Schicksale, in denen Sucht eine beherrschende Rolle spielt oder gespielt hat. Er zeigt aus medizinischer und psychotherapeutischer Sicht auf, wie schwierig der Weg aus der Sucht ist - und wie Entgiftung, Entwöhnung und Nachsorge den Suchtzirkel durchbrechen können. Vordringlich sei dabei, Sucht zu entmystifizieren, nicht als Charakterschwäche abzutun und in der Gesellschaft als Bollwerk für die einzutreten, deren Krankheit sie aus dem sozialen Alltag verbannt. Auch soll dieser Abend all jenen Menschen Mut und Kraft geben sowie Lösungsmöglichkeiten aufzeigen, die einen Menschen mit dieser Erkrankung in ihrem Umfeld haben und die oftmals selbst verzweifelt und kraftlos sind, weil ihnen die nötige Erfahrung und das nötige Wissen fehlen. Es ist nie zu spät, sich zu erheben und einer therapeutischen Hilfe anzuvertrauen. Josef Burger ist Kabarettist und Betroffener.



Herbert Reitsamer
Stefan Egger

Kurzsichtigkeit - neue Operationen, neue Therapien
Univ.-Prof. Dr. Herbert Reitsamer
Univ.-Doz. Dr. Stefan Egger
Dienstag, 7. 3. 2017, 19.00 Uhr


Solange man die Fehlsichtigkeit mit der Brille gut korrigieren kann und es kein subjektiver Nachteil für den Patienten ist, wird man das tun. Wenn aber die erforderliche Korrektur schon sehr hoch ist und das Blickfeld durch die dicken Brillengläser eingeschränkt ist oder Kontaktlinsen nicht vertragen werden, wird man eine Operation überlegen. Die verbreitetste Methode dafür ist die Laserchirurgie. Man kann aber, insbesondere bei starker Kurzsichtigkeit, auch eine Zusatzlinse in das Auge einsetzen, mit der man bis zu 20 Dioptrien korrigieren kann. Die Operationstechnik, bei der eine Zusatzlinse eingesetzt wird, gibt es schon seit vielen Jahren, sie ist aber ständig weiterentwickelt und verbessert worden. Heute haben wir für diesen Eingriff zwei unterschiedliche Linsen zur Verfügung. Die eine wird an der Regenbogenhaut befestigt, die andere wird direkt wie ein Sandwich vor die körpereigene Linse gesetzt.



Christian Pirich
Anton Wicker

Osteoporose
Univ.-Prof. Dr. Christian Pirich
Univ.-Prof. Dr. Anton Wicker
Dienstag, 4. 4. 2017, 19.00 Uhr


Eine Osteoporose kann durch ein schwerwiegendes Ereignis wie eine Schenkelhalsfraktur oder Wirbelkörperfraktur, die mit Schmerzen und Immobilität einhergehen, diagnostiziert werden. Wünschenswert ist dagegen eine Früherkennung der Osteoporose durch die Knochendichtemessung. Jene Patienten, bei denen eine Osteoporose auf diese Art und Weise festgestellt werden kann, profitieren besonders von einer raschen Behandlung. Deshalb ist diese Diagnostik bei jeder Frau ab dem 65. Lebensjahr empfehlenswert. Früher sollte sie durchgeführt werden, wenn Risikofaktoren vorliegen. Bei Männern tritt Osteoporose im Schnitt zehn Jahre später auf als bei Frauen, also mit 75. Es gibt aber jetzt deutlich mehr Männer, die 75 Jahre alt werden. Daher wird Osteoporose zunehmend auch bei Männern ein Thema. Der erste Therapiebaustein ist die ausreichende Versorgung mit Vitamin D. Der zweite ist die Bewegungstherapie beziehungsweise Trainingstherapie. Der dritte sind Medikamente.



Thomas Freude
Thoms Hofstädter

Hüfte und Knie - neue Prothesen und Operationen
Univ.-Prof. Dr. Thomas Freude
OA. Dr. Thomas Hofstädter, MBA
Dienstag, 2. 5. 2017, 19.00 Uhr


Auf die Frage nach dem richtigen Material und der besten Operationstechnik beim Ersatz von Hüft- oder Kniegelenk gibt es keine allgemeingültige Antwort. Beides muss auf den konkreten Patienten abgestimmt sein: Wie ist sein klinischer Zustand und welchen Anspruch hat er? Will er nur mehr spazieren gehen oder möchte er noch Sport betreiben? Eine Hüftoperation wird heutzutage gewebe- und muskelschonend durchgeführt. Minimalinvasiv heißt dabei nicht nur, dass der Schnitt außen klein ist, sondern dass die Muskulatur, die die Hüfte stabilisiert, geschont wird. Das bedeutet, die Muskulatur muss nicht mehr vom Knochen abgelöst werden, der Patient ist schneller wieder mobil und hat eine physiologische Hüftfunktion. Beim operativen Eingriff am Knie ist vorrangig, dass die Weichteile rund um das Knie, insbesondere die Bänder, geschont werden. Auch hier muss eine individuelle Lösung für jeden Patienten gefunden werden, falls eine Knieprothese notwendig ist.



Bernhard Iglseder
Alexander Aschenbrenner

Demenz - vorbeugen, erkennen, begleiten
Primar Univ.-Prof. Dr. Bernhard Iglseder
Mag. Dr. Alexander Aschenbrenner
Dienstag, 13. 6. 2017, 19.00 Uhr


Demenz ist ein klinisches Syndrom, das die Folgen (meist) fortschreitender Krankheiten des Gehirns beschreibt. Störungen höherer Hirnleistungen, einschließlich Gedächtnis, Denken, Orientierung, Auffassung, Rechnen, Lernfähigkeit, Sprache und Urteilsvermögen, sind die charakteristischen Symptome. Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko für Demenzerkrankungen rasant an. Demenz betrifft - anders als die altersbedingten körperlichen Einschränkungen - den gesamten Menschen und in besonderer Weise auch sein Umfeld. Die aktuell zur Verfügung stehenden Therapieverfahren ermöglichen keine ursächliche Behandlung, können aber den Krankheitsverlauf verzögern. Daher sind frühzeitige Abklärung und Diagnose wichtig, um mit entsprechenden Therapien den Verlauf beeinflussen und maßgeschneiderte Unterstützung anbieten zu können. Demenz darf aber nicht nur unter medizinischen Aspekten betrachtet werden. Es geht auch darum, Menschen mit Demenz dort zu unterstützen, wo es notwendig ist, ihnen zuzuhören und gemeinsam mit ihnen zu handeln.



Georg Galvan
Maria Anna Benedikt

Übergewicht - wie viel darf es sein?
Primar Dr. Georg Galvan
Maria Anna Benedikt, MSc, MAS
Dienstag, 4. 7. 2017, 19.00 Uhr


Übergewicht ist in der Gesundheitsvorsorge ein wichtiges Thema. Es geht mit einem erhöhten Risiko für Bluthochdruck, erhöhten Cholesterinwerten und Diabetes mellitus einher. Übergewicht verkürzt aber nicht zwangsläufig die Lebenserwartung. Was die Gesundheit und die Lebenserwartung tatsächlich positiv beeinflusst, sind regelmäßige körperliche Bewegung und eine gesunde Ernährung. Eine Bewegung von zumindest 30 Minuten pro Tag halbiert das Sterblichkeitsrisiko. Übergewicht ist bis zu einem gewissen Maß für die Lebenserwartung kein so vorrangiges Problem, solange man sich regelmäßig bewegt. Es dient der Gesundheit daher wenig, wenn man ausschließlich auf den Body-Mass-Index fixiert ist. Das darf aber auf der anderen Seite keineswegs als Freibrief für allzu viele zusätzliche Kilos missverstanden werden. Vielmehr spielen Bewegung und gesunde Ernährung eine tragende Rolle für die Gesundheit. Wichtig ist in erster Linie, sich über sein Essverhalten Gedanken zu machen und die Menge und Art der zugeführten Speisen zu analysieren.



Sepp Fegerl
Hedwig Chuang-Quehenberger

Ganzheitsmedizin
Dr. Sepp Fegerl
Dr. Hedwig Chuang-Quehenberger
Dienstag, 3. 10. 2017, 19.00 Uhr


In der Ganzheitsmedizin geht es um ein ganzheitliches Zusammenfügen von Schul- und Komplementärmedizin, nicht um ein Entweder-oder. Grundlegend ist es die Erkenntnis, dass jeder Mensch Selbstheilungskräfte in sich trägt. Heilung passiert in uns, ich kann sie daher nicht von außen zuführen, aber sehr wohl unterstützen. Dabei ist es notwendig, jeden Menschen entsprechend seiner Individualität, Leistungsfähigkeit und Regenerationskraft in seiner momentanen Lebenssituation zu behandeln. Dafür hat die europäische Heiltradition wunderbare Ansätze wie Hildegard von Bingen, Traditionelle Europäische Medizin, Homöopathie, Kneipp, F. X. Mayr usw. Ganzheitsmedizin umfasst daher schulmedizinisches und komplementärmedizinisches Denken und ein Einbeziehen des Menschen als Einheit von Körper, Geist und Seele. Nach neuesten Erkenntnissen der Mathematik und Physik existieren wir in verschiedenen Dimensionen gleichzeitig. Ganzheitsmedizin bedeutet demnach, zu versuchen, diese Ebenen zu sehen, die für Krankheitsentstehung und Krankheitsprozesse verantwortlich sind.



Barbara Vockner
Karin Buchart

Traditionelle Europäische Heilkunde - Kräuter und Hausmittel richtig anwenden
Dr. med. Barbara Vockner, MSc
Mag. Dr. Karin Buchart
Dienstag, 7. 11. 2017, 19.00 Uhr

Heilpflanzenkunde hat eine lange Geschichte und Tradition, sie bezieht den Lebensraum mit ein und ist ein Kulturgut. Es ist keine eigene Therapierichtung, sondern Teil der Schulmedizin. Therapeut ist jeder, der sachkundig umgehen kann und über Wirkung und Nebenwirkung (Giftpflanzen) Bescheid weiß. Nicht in den Bereich der Heilpflanzenkunde oder Phytotherapie gehören Homöopathie, Bachblüten, Bioresonanz oder Akupunktur. Phytopharmaka sind Arzneimittel, die als wirksame Bestandteile Pflanzen oder Pflanzenteile in rohem oder verarbeitetem Zustand enthalten. Die Wirkprinzipien sind drei: Lebensenergie und Wesen der Pflanze, Information der Pflanze und Wirkstoffe der Pflanze. Heilpflanzenkunde ist keine Notfallmedizin, sondern eine mögliche Therapie bei milden bis moderaten Krankheitsbildern: Virale Infekte, Magen-Darm-Verstimmung, Angstzustände, Schlafstörungen, Hautausschläge, Blasenkatarrh, Gelenkschmerzen. Bereits jedes vierte in Österreich verkaufte Medikament ist ein pflanzliches Heilmittel.

Hier finden Sie auch die Vortragsreihe 2016 im Rückblick. Quelle: SN

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