Gesundheit

Meine Gesundheit 2019

Mit einem umfangreichen Programm setzen die "Salzburger Nachrichten" auch im Jahr 2019 die erfolgreiche Vortragsreihe "Meine Gesundheit" im SN-Saal fort. Führende Mediziner Salzburgs betrachten an neun Abenden verschiedene Krankheitsbilder sowie Therapieansätze und stellen neueste Erkenntnisse aus ihren Fachgebieten vor. Die Themen reichen von den großen Fortschritten im Kampf gegen Krebs, den Möglichkeiten und Grenzen beim Einsatz künstlicher Gelenke bis hin zur Frage, was man für einen gesunden Darm tun kann.

Alle Veranstaltungen finden abends im SN-Saal, Karolingerstraße 40, 5021 Salzburg, bei freiem Eintritt statt.
Um Online-Reservierung unter www.sn.at/reservierung
oder telefonische Reservierung unter +43662/8373-222 wird gebeten.

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Hier finden Sie das Programmheft zum Downloaden.



Klaus Emmanuel
Lukas Lusuardi

Skalpell war gestern: Mit Roboterchirurgie gegen Krebs
Univ.-Prof. Dr. Klaus Emmanuel
Univ.-Prof. Dr. Lukas Lusuardi
Samstag, 26. Jänner 2019, 17.00 Uhr


Am Uniklinikum Salzburg wird seit Kurzem verstärkt mit Robotern operiert. Vor allem den Chirurgen und Urologen bringt diese Technologie große Fortschritte bei der Entfernung von Tumoren. Mit dem DaVinci-System steht der Chirurg zum Beispiel nicht mehr am Operationstisch, sondern sitzt vor einer Konsole, von der aus er mittels Handbewegungen und Fußpedalen den Eingriff steuert. Unterstützt wird er dabei von einem Roboter, dessen vier Arme jeweils über nur einen Zentimeter große Einschnitte in den Körper des Patienten eingebracht werden. "Die mikrofeinen Instrumente können wie menschliche Handgelenke bewegt werden und ermöglichen dadurch äußerst präzise Bewegungsabläufe", erklärt Klaus Emmanuel, Chef der Chirurgie. An der Konsole lässt sich das Operationsgebiet bis zu 40-fach vergrößern, was zum Beispiel die Risiken bei Prostataoperation deutlich verringert, wie Urologie-Chef Lukas Lusuardi betont. Im Bereich der Urologie lässt sich statistisch klar belegen, dass der Roboter zum Beispiel bei Eingriffen an der Prostata bessere Ergebnisse liefert, als wenn der Chirurg allein operiert.



Josef Niebauer

Krankes Herz und jetzt: Kann mir Sport helfen?
Univ.-Prof. DDr. Josef Niebauer
Dienstag, 5. Februar 2019, 19.00 Uhr


Ausruhen und Schonung waren gestern, heute weiß man, dass regelmäßige Bewegung und Sport nicht nur beim Gesundbleiben, sondern auch beim Gesundwerden helfen. Daher sollte man immer in Bewegung bleiben, egal ob man gesund oder krank ist. Denn je weniger man sich bewegt, desto weniger belastbar wird man. Die Idealform der Bewegung besteht aus einem Mix von Ausdauer- und Krafttraining. Wer erst nach der Diagnose einer Krankheit oder nach einem Herzinfarkt ein sportliches Leben beginnt, sollte sich zuvor unbedingt ärztlich untersuchen lassen. Anhand der Untersuchungsergebnisse kann man dann ein individuelles Training exakt empfehlen. Doch es muss nicht gleich Sport sein, denn auch mehr Alltagsaktivität ist förderlich für die Gesundheit. Zügigen Schrittes zur Arbeit zu gehen oder zu radeln bringt bereits gesundheitliche Vorteile, wie eine der jüngsten Forschungsarbeiten des Instituts für Sportmedizin am Universitätsklinikum Salzburg eindrücklich belegen konnte.



A. Wicker
Hildebert Hutt

Künstliche Gelenke: Möglichkeiten und Grenzen der modernen Therapie
Univ.- Prof. Mag. DDr. A. Wicker
Prim. Dr. Hildebert Hutt
Dienstag, 5. März 2019, 19.00 Uhr


Für den Einsatz künstlicher Gelenke gibt es nach Aussagen von Hildebert Hutt, dem Ärztlichen Leiter des Rehabzentrums Bad Vigaun, kein "zu spät", sondern höchsten ein "zu früh". Wenn sich die Lebensqualität durch eine Gelenksarthrose durch konservative Behandlungsmethoden nicht mehr garantieren lässt, sollte man sich für den Eingriff entscheiden.Technisch kann heute jedes Gelenk ersetzt werden, also Schulter-, Ellbogen-, Hüfte-, Knie- oder Sprunggelenk. Standard ist in Österreich aber vor allem der Ersatz von Hüft- und Kniegelenken. Die Materialien sind inzwischen so gut, dass künstliche Gelenke eine Lebensdauer von bis zu 40, ja sogar 50 Jahren haben können. So wichtig die Technik sowohl bei den Gelenken als auch bei der gewählten Operationsmethode ist, so entscheidend ist für einen guten Erfolg auch die darauf folgende Rehabilitationsphase.



Wolfgang Josef Aichhorn
Christian Pirich

Depressionen - wenn die Hormone verrückt spielen
Priv.-Doz. Dr. Wolfgang Josef Aichhorn
Univ.-Prof. Dr. Christian Pirich
Dienstag, 2. April 2019, 19.00 Uhr


Depressionen gehören neben Angststörungen zu den häufigsten psychischen Erkrankungen weltweit. Das Risiko, im Lauf des Lebens an einer Depression zu erkranken, liegt bei fast 50 Prozent. Neben chronischem Stress und genetischen Variablen können auch hormonelle Faktoren ursächlich mit der Entstehung von Depressionen verknüpft sein. Zu den bekanntesten zählen die Postpartale Depression und das Prämenstruelle Dysphorische Syndrom, die beide mit Östrogenschwankungen verbunden sind. Aber auch Männer sind zum Beispiel bei Testosteronmangel nicht gegen Gemütserkrankungen gefeit. Ein anderes Beispiel ist die Herbst-Winter-Depression, die mit einem erhöhten Melatoninspiegel und zu niedrigen Serotoninwerten assoziiert ist. Wichtig ist daher bei Vorliegen von Depressionssymptomen immer auch eine exakte körperliche Abklärung, da im Einzelfall eine hormonelle Behandlung unter Beiziehung eines Gynäkologen oder Hormonspezialisten Mittel der Wahl sein kann.



Johann Bauer

Neurodermitis - neue Wege der Heilung
Univ.-Prof. Dr. Johann Bauer
Dienstag, 7. Mai 2019, 19.00 Uhr


Mehr als zehn Prozent der Kinder leiden an Neurodermitis (atopischer Dermatitis). Die Zahl der Betroffenen steigt stetig. Neurodermitis ist damit die häufigste chronisch entzündliche Hauterkrankung bei Kindern. Aber auch im Erwachsenenalter ist Neurodermitis mit einer Prävalenzrate von zwei Prozent keine seltene Erkrankung. Trockene Haut, chronische Entzündungen und der damit verbundene, oft unerträgliche Juckreiz beeinträchtigen die Patienten erheblich, zumal das Krankheitsbild häufig mit Heuschnupfen, Asthma oder Nahrungsmittelallergien auftritt. Sind die Beschwerden besonders stark, empfehlen die Experten die tägliche Behandlung mit Salben oder Cremes mit antientzündlichen Wirkstoffen wie Kortison oder Calcineurin-Inhibitoren (Tacrolimus, Pimecrolimus). Bei sehr schwer verlaufenden Formen der Erkrankung ist eine Behandlung "von innen" erforderlich.



Raimund Weitgasser
Gerhard Jansky

Diabetes: Wie die Technik die Behandlung immer besser macht
Univ-Prof. Dr Raimund Weitgasser
Oberarzt Dr. Gerhard L. Jansky
Dienstag, 4. Juni 2019, 19.00 Uhr


Eine neue Generation von Medikamenten gegen Diabetes bringt nach Angaben von Raimund Weitgasser den Patienten eine Reihe von Vorteilen. Aber nicht nur das: Der technische Fortschritt erleichtert auch die Blutzuckermessung. Die neuen zuckersenkenden Medikamente, sogenannte SGLT2-Hemmer, bremsen die Rückaufnahme des Zuckers in der Niere, der Zucker verschwindet also über den Harn. Die Patienten verlieren dadurch auch an Gewicht, die Herz- und Nierenfunktion verbessert sich. Mehrjahresstudien zeigten, dass diese Medikamente das Leben verlängern. Die zweite Gruppe der neuesten Generation der Medikamente, die GLP1-Analoga, muss man zwar noch spritzen (ein Mal täglich oder ein Mal wöchentlich). Mit beiden Präparaten kann es aber nicht mehr zu einer Unterzuckerung kommen.



Richard Greil

Warum wir Krebs immer besser bekämpfen können
Univ.-Prof. Dr. Richard Greil
Dienstag, 2. Juli 2019, 19.00 Uhr


Krebs ist von der Geburt an bis über das 90. Lebensjahr eine der drei häufigsten Todesursachen. Die Entwicklung der naturwissenschaftlichen und klinischen Forschung wird in Zukunft jedoch eine weitere massive Verminderung der Krebssterblichkeit bewirken. Die wesentlichen Fortschritte stammen aus der Charakterisierbarkeit der Veränderungen der Erbinformation der Krebszellen. Dabei gewinnt die Diagnostik winziger Spuren veränderter DNS im Blut zentrale Bedeutung für die Wahl der Art und die Steuerung der Therapie, insbesondere mit den Methoden der Präzisionsmedizin. Mathematische und biostatistische Berechnungsmodelle erlangen große Bedeutung. Die Immuntherapie umfasst die Aufhebung der tumorbedingten Unterdrückung der Immunantwort mittels Eiweißsonden, aber auch komplexe Verfahren der gentechnischen Manipulation der Abwehrzellen, die damit den Tumor überwinden können. Da die Tumortherapien nicht nur effektiver, sondern auch im Rahmen chemotherapiefreier Verfahren besser verträglich werden, können auch vermehrt ältere Menschen und Patienten mit schweren Begleiterkrankungen erfolgreich behandelt werden.



Christian Datz
Maria Anna Benedikt

Was ich für einen gesunden Darm tun kann
Univ.-Prof. Dr. Christian Datz
Maria Anna Benedikt
Dienstag, 1. Oktober 2019, 19.00 Uhr

Die jüngsten Analysen der Daten aus dem Vorsorgeprogramm gegen Darmkrebs von Univ.-Prof. Dr. Christian Datz zeigen einen eindeutigen Zusammenhang zwischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Darmkrebs. Vor allem Diabetiker weisen häufiger Veränderungen im Dickdarm auf. Datz sagt, dass man sie als Hochrisikogruppe ansehen müsse. Aufgrund seiner Erkenntnisse tendiert er dazu, bei Risikopatienten bereits ab einem Alter von 45 Jahren mit Vorsorgeuntersuchungen zu beginnen. Natürlich geht es aber auch darum, durch Lebensstiländerung das Risiko für Krebserkrankungen im Darm zu verringern. Wie wichtig in diesem Zusammenhang die Gesamtbefindlichkeit des Menschen ist, wird auch durch die wachsenden Erkenntnisse über das Mikrobiom im Darm erklärt. Es gibt eine Darm-Hirn-Achse, die einen starken Zusammenhang zwischen Darm und Erkrankungen wie Depression, Demenz oder Parkinson deutlich macht. Maria Anna Benedikt wird vor allem darauf hinweisen, mit welchen Nahrungsmitteln das Mikrobiom des Menschen gestärkt werden kann.



Gerd Rasp
Ines Stelzer

Was tun gegen Tinnitus?
Univ.-Prof. Dr. Gerd Rasp
Mag. Ines Stelzer
Dienstag, 5. November 2019, 19.00 Uhr

Der Vorgang unseres Hörens bedingt eine Umwandlung von Schallwellen in elektrische Signale im Organ Ohr. Diese elektrischen Signale werden über die Hörnerven und die zentrale Hörbahn in die Hörrinde weitergeleitet. Im Normalfall werden Geräusche wahrgenommen, relative Ruhe (in Wirklichkeit Lärm unter 30 Dezibel) wird als Stille empfunden. Bei der Messung von Schall aus dem Ohr ist jedoch ein statistisches Rauschen nachweisbar. Bei Schädigungen des Hörorgans treten manchmal Wahrnehmungen auf, die als Ton oder Geräusch interpretiert werden, aber extern nicht messbar sind. Diese werden als Tinnitus bezeichnet. Das einfachste Konzept dagegen ist die Überdeckung des Geräuschs durch andere Geräusche, idealerweise verstärkte Höreindrücke aus der Umgebung, aber auch gezielt die Überdeckung eines schmal eingrenzbaren Geräuschs. Des Weiteren sind Behandlungsverfahren, die die Aufmerksamkeit vom Ohrgeräusch wegleiten, möglich. Zuletzt sind bei möglichen zentralen Erkrankungen dann eben auch diesbezügliche Therapien indiziert, dies reicht von Medikamenten bis hin zu invasiven Verfahren. Oft ist beim chronischen Tinnitus eine kausale Therapie nicht möglich, sodass psychologische Einflussfaktoren bei der Entstehung und Aufrechterhaltung mitberücksichtigt werden müssen.

Hier finden Sie die Inhalte der Vortragsreihe "Meine Gesundheit 2018".

Quelle: SN

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