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Anmut und Gefahren

Bei Flügen zur Kontrolle von Lawinengefahren fotografierte Rudolf Ludwig die Hohen Tauern aus einer Reihe faszinierender Perspektiven. Jetzt gibt es einen Kalender mit diesen tollen Aufnahmen



Großvenediger mit Kratzenbergsee oder Kapruner Tal mit den Speichern Wasserfallboden und Mooserboden von oben betrachtet: Die Luftaufnahmen im Kalender 2013 "Im Flug über die Hohen Tauern", herausgegeben vom Salzburg Museum (9,90 Euro im Shop Neue Residenz), wirken wie von einer Fremdenverkehrswerbung in Auftrag gegeben. Dabei sind die Bilder "nur das Nebenprodukt" einer akribischen Arbeit im Dienste der Lawinensicherheit.

Fotograf Rudolf Ludwig, langjähriger Sicherheitstechniker bei den Tauernkraftwerken, wollte im Ruhestand, das "ganze alte Klumpert" eigentlich aussortieren. Ludwig: "Die Fotos sind bei Flügen in einem Motorsegler entstanden. Mit meinem Piloten Gerhard Artmayr war ich oft zur Lawinen-erkundung in den Lüften, um Gefahrenbereiche zu dokumentieren. Es hat sich aber dabei ergeben, dass ich auch die Schönheiten der Hohen Tauern festhalten konnte."

Das geplante Wegwerfen der Aufnahmen wollte Ludwigs früherer Chef Wilhelm Nemetz nicht zulassen und knüpfte Kontakte zu Peter Laub vom Salzburg Museum. Zahlreiche Bilder der Serie wurden digitalisiert und via Bildschirm in die Sonderausstellung "Die Hohen Tauern - Kunst und Alpingeschichte" (verlängert bis 3. März 2013) integriert. Für den Kalender wurden Aufnahmen ausgewählt, die zwischen 1984 und 1995 entstanden sind.

Rudolf Ludwig zählt zu den Pionieren der Lawinenbeobachtung aus der Luft. "Während der Bauzeit der Kapruner Anlagen starben 44 Menschen unter Lawinen", schildert Ludwig, "die Tauernkraftwerke wollten das nicht schicksalhaft erdulden und legten mit den Flügen den Grundstein zur modernen Lawinenbeobachtung."

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