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Aus den Augen, aus dem Sinn: Minimalistisch leben und Geld sparen

Minimalismus hat keine klare Definition und Grenzen, doch im Mittelpunkt steht der achtsame Konsum sowie die Reduzierung auf das Wesentliche. Ein minimalistisches Leben spart Ressourcen, Nerven und Geld. Doch wie wird man Minimalist und welche Herausforderungen bringt der Lebenswandel mit sich?

Wer mehr Struktur in das eigene Leben bringt und bewusst konsumiert, kann dadurch auch Geld sparen. SN/unsplash
Wer mehr Struktur in das eigene Leben bringt und bewusst konsumiert, kann dadurch auch Geld sparen.

"Das Leben ist einfach, aber wir bestehen darauf, es kompliziert zu machen." (Konfuzius)

Seit einiger Zeit ist der Begriff Minimalismus in aller Munde. Waren es einst die Kunstkenner und Künstler selbst, die sich der Reduktion verschrieben haben und sich auf das Einfache und Klare besinnten, sind es heute alle, die dem Konsumwahnsinn ein Ende setzen möchten.
Hieß es früher noch Je mehr von allem desto besser, heißt es heute Weniger ist mehr. Minimalisten leben nur vom Notwendigsten und entledigen sich allem, was nicht unbedingt gebraucht wird oder keine Freude bereitet. Die Wege zu einem minimalistischen Leben sind unterschiedlich, die Grenzen nicht genau definiert, doch wer sich dem Lebensstil verschreibt, spart vor allem eigene und natürliche Ressourcen.

Wie werde ich zum maximalen Minimalisten?

Bevor das neue Leben als Minimalist beginnen kann, ist Arbeit angesagt. Denn das Leben entrümpelt sich nicht von selbst. Ziel ist es, sich von Besitz und Konsum zu befreien und durch die Reduzierung auf das Wesentliche unbeschwerter zu leben. Im Grunde kann jeder Einsteiger die Grenzen des minimalistischen Lebens stecken wie er/sie möchte. Von einem minimalen Minimalisten bis zu einem maximalen Minimalisten ist alles möglich und erlaubt. Während sich manche dazu entscheiden, alle Habseligkeiten zu verschenken und in einer abgeschiedene Hütte als Selbstversorger zu leben, reduzieren die anderen ihr Hab und Gut auf 1000 Dinge.

Interessenten können jederzeit mit dem Start in ein minimaltistisches Leben beginnen. Der Grad sowie das Tempo können dabei selbst bestimmt werden. Wichtig ist nur, dass man damit startet:

  • Eat the Frog first
    Diese Methode stammt vom Persönlichkeitstrainers Brian Tracy. Bei der "Eat the Frog first" Methode geht es darum, die "Kröte" gleich zu schlucken, damit das Schlimmste schnell vorbei ist.
    Für die moderne Bewegung bedeutet dies, dass man sich im Optimalfall von einem geliebten Besitz trennt (verschenken oder verkaufen). Aller Anfang ist schwer, doch mit der Zeit wird es auch ohne die einst so wichtigen Gegenstände weitergehen und die Abnabelung wird von Mal zu Mal leichter.
  • Macht es mich glücklich?
    Bei dieser Variante nimmt man den Besitz genau unter die Lupe und stellt sich die Frage: Welche Gefühle löst es bei mir aus? Macht das Produkt Freude, dann darf es bleiben. Wenn nicht, dann erfüllt es nicht den Zweck und hat im Leben nichts verloren.
  • Die Korb-Methode
    Immer wenn Zeit ist, mit einem Korb durch die Wohnung oder das Haus gehen und alles einpacken, was überflüssig scheint. So wird der Wohnraum von nutzlosen Gegenständen befreit und man merkt schon nach kürzester Zeit, wie das Durchatmen wieder leichter fällt.


Wie man sieht, gibt es unterschiedliche Ansätze wie ein minimalistisches Leben beginnen kann. Es ist nicht unbedingt notwendig sich an die gewohnten Methoden zu halten, denn es gibt viele Wege sich aktiv von Besitz zu trennen.
Wer sich langsam mit einem reduzierten Lebensstil anfreunden möchte, kann auch durch die Wohnung gehen und all jene Dinge entfernen, die im letzten Jahr nicht benutzt wurde. Dies macht vor allem bei der Räumung des Kleiderschranks Sinn.

Auch wenn Minimalismus zurzeit ein Trend ist, sollte man sich bewusst für diesen Schritt entscheiden und sich über die Konsequenzen bewusst sein. Denn wer sich der Reduktion verschreibt, sieht sich bald neuen Herausforderungen gegenüber.

Weniger ist manchmal einfach mehr! Wer sich von unnötigen Dingen trennt, bringt Ordnung ins Leben und merkt, was man am Ende wirklich braucht. SN/unsplash
Weniger ist manchmal einfach mehr! Wer sich von unnötigen Dingen trennt, bringt Ordnung ins Leben und merkt, was man am Ende wirklich braucht.

Welche Vorteile hat ein minimalistisches Leben?

Die Vorteile richten sich danach, was jede einzelne Person unter einem minimalistischen Lebensstil versteht und wie weit auf Besitz und Konsum verzichtet wird. Der minimalistische Lebensstil sollte nicht erzwungen, sondern freiwillig umgesetzt werden. Nur so kann der Gewinn an Zeit und Geld sowie die erlangte Freiheit und die Möglichkeiten richtig erfahren und ausgeschöpft werden.

  • Mehr Zufriedenheit durch Minimalismus
    Wer einen Blick durch das Zimmer wirft, findet auf Anhieb eine Vielzahl an Dingen, die Erinnerungen hervorrufen. Auch wenn das Souvenir aus dem letzten Griechenlandurlaub im ersten Moment Erinnerungen an Sand, Meer und Sonnenuntergänge hervorruft, schwingt gleich auch etwas Wehmut mit. Ist es daher unbedingt notwendig, diese Gegenstände ständig im Blick zu haben und pausenlos erinnert zu werden?
    Mit diversen Gegenständen, trennt man sich auch gleich von Belastungen und Stress. Wer weniger hat, muss sich um weniger Dinge Gedanken machen.
  • Mehr Geld durch Minimalismus
    Wer verzichtet, profitiert im Endeffekt. Abgesehen davon, dass die Reduzierung auf das Wesentliche eine Klarheit und Struktur in das Leben bringt, spart es auch Geld. Auch hier kommt es immer darauf an, inwieweit man bereit ist Kompromisse einzugehen. Wer auf unnötige Anschaffungen, teure Autos, eine große Wohnung, kostspielige Modetrends, etc. verzichtet, spart viel Geld.
  • Mehr (Er-)Leben durch Minimalismus
    Wer sich mit der Thematik auseinandersetzt, lässt es meist nicht bei einer minimalistischen Wohnung sein, sondern baut eine ganze Welt darum auf. So heißt es dann plötzlich in vielen Lebensbereichen Back to the roots. Statt teure Fertigprodukte aus dem Supermarkt wird, sofern möglich, selbst angebaut. Statt einem vollen Lebensmittelschrank wird bewusst eingekauft und aufgebraucht. Statt Wochenenden vor dem Fernseher oder dem Computer, wird die Natur erkundet, was die Stromrechnung und das Gemüt glücklich macht. Minimalismus bedeutet auch, jene Dinge die man noch im Besitz hat, so lange wie möglich zu nutzen. So werden kaputte Gegenstände repariert oder für etwas anderes genutzt. Do it yourself!
  • Mehr Ich durch Minimalismus
    Ein reduzierter Lebensstil bedeutet nicht, auf Freunde und soziale Kontakte zu verzichten. Es bedeutet aber, sich aktiv Zeit zu nehmen und diese mit jenen Personen zu verbringen, die einen glücklich machen. Gemeinsame Unternehmungen sind wertvoller als kurze Textnachrichten oder Kommentare bei Einträgen in sozialen Netzwerken. Doch auch Zeit alleine ist ein wichtiger Bestandteil des Lebensstils. Da gehört es auch dazu, einmal klar Nein zu sagen, wenn Ich-Zeit notwendig ist.

Durch Minimalismus Geld sparen!

Minimalismus ist nicht automatisch billig. Nicht jeder möchte gleich sein Hab und Gut verkaufen, in eine kleinere Wohnung ziehen, alles zu Fuß bewältigen und/oder nur 1000 Dinge besitzen. Und das ist auch OK, denn wie weit du gehen möchtest und wann du dazu bereit bist, entscheidest du.
Dennoch gibt es viele Möglichkeiten, mit einem minimalistischen Lebensstil Geld zu sparen und dieses für jene Dinge zu verwenden, die dich wirklich glücklich machen. Hier ein paar Tipps zum Geld sparen:

  • Minimalisten und Instandhaltungskosten
    Elektrische Geräte brauchen Strom, ein Auto muss gewartet, getankt und versichert werden und auch die Entsorgung kostet Geld. Ganz ohne elektrische Geräte geht es für viele vielleicht nicht, trotzdem kann durch die Reduzierung auf das Nötigste schon Kosten sparen. Auch der Umstieg vom Auto auf das Rad tut der Gesundheit und der Geldbörse gut.
Minimalisten sparen Geld, indem sie bewusst einkaufen und sich dabei immer die Frage stellen: Macht mich der Kauf wirklich glücklich? SN/pexels
Minimalisten sparen Geld, indem sie bewusst einkaufen und sich dabei immer die Frage stellen: Macht mich der Kauf wirklich glücklich?
  • Minimalisten und ihre Habseligkeiten
    Wer sich dafür entscheidet das Hab und Gut zu minimieren, hat die Möglichkeit die Dinge über das Internet oder in Second-Hand-Läden zu verkaufen. Bei manchen Utensilien wird sich der Aufwand nicht lohnen. Doch wer es zum Beispiel ohne Auto und ohne einen Kasten voller Taschen und Schuhe versuchen möchte, kann die Habseligkeiten vorab zu einem fairen Preis zum Kauf anbieten und zur Not immer noch verschenken. Minimalismus bedeutet nicht, dass du auf all jene Dinge verzichten sollst, die dich glücklich machen. Ziel ist es auch nicht, dass du für nichts mehr Geld ausgibst. Wenn du gerne Musik hörst oder Bücher liest, dann ist es vollkommen legitim dafür auch Geld auszugeben, sofern du die Dinge dann auch nutzt. Bevor sich jedoch hunderte von ungelesenen Büchern in der Wohnung stapeln macht es Sinn, diese zu verschenken oder zu verkaufen.
  • Minimalisten und ihre Gesundheit
    Wer dem minimalistischen Lebensstil folgt und sich ausreichend darüber informiert wird schnell bemerken, dass sich durch eine bewusste Ernährung und viel Bewegung der Körper verändert. Wer die Möglichkeit hat Obst, Gemüse und Kräuter im eigenen Garten anzubauen, investiert zwar Zeit, doch spart auch Geld und verbringt wertvolle Zeit in der Natur. So bleibt der Körper fit und gesund. Und das spart wiederum eine Menge Geld.

Aufgerufen am 21.09.2019 um 08:16 auf https://www.sn.at/leben/lifestyle/aus-den-augen-aus-dem-sinn-minimalistisch-leben-und-geld-sparen-66474253

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