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Das Geschäft mit der Natur floriert

Was auf die Haut aufgetragen wird, gewinnt zunehmend an Bedeutung. Natürliche Inhaltsstoffe bei Kosmetikartikeln liegen klar im Trend.

Apothekerin Christina Hofer-Dückelmann hat sich mit dem Geschäft Botanicus ihr eigenes Reich der Pflanzen geschaffen. Schon eine Vorfahrin schrieb um 1900 über pflanzliche Heilkräfte. SN/privat
Apothekerin Christina Hofer-Dückelmann hat sich mit dem Geschäft Botanicus ihr eigenes Reich der Pflanzen geschaffen. Schon eine Vorfahrin schrieb um 1900 über pflanzliche Heilkräfte.

Kräuterwanderungen, Vorträge, Workshops, neue Geschäfte und Bücher - Natürliche Stoffe und die Rückbesinnung auf die Heilkraft der Kräuter erleben einen Aufschwung. "So wie viele Menschen darauf achten, was sie essen, achten auch immer mehr darauf, was sie auf ihren Körper auftragen", sagt Apothekerin Christina Hofer-Dückelmann. Die Stadt-Salzburgerin hat sich mit ihrem Geschäft Botanicus in der Altstadt ein "Reich der Pflanzen" geschaffen. Die Leidenschaft für Medizin und Natur begleite sie seit Jahren, erzählt die Pharmazeutin, die am Landeskrankenhaus sowie der Paracelsus Universität tätig ist. Eine Vorfahrin habe um 1900 ein Buch verfasst, das schon als Kind ihre Faszination weckte: das ärztliche Nachschlagewerk "Die Frau als Hausärztin" von Anna Fischer-Dückelmann, das in vielfacher Auflage erschienen ist.

In ihrem Geschäft vertreibt Hofer-Dückelmann unter anderem Cremen der Marke Botanicus, deren Biopflanzen in der Nähe von Prag angebaut und verarbeitet werden. Den Begriff "Naturkosmetik" hält sie für problematisch, denn oft erweist sich dieser als irreführend. Denn in fast jeder Kosmetik steckten zusätzliche Inhaltsstoffe, die es für die Haltbarkeit braucht. "Natürlich kann man aus Joghurt, Topfen oder Gurken wirksame Sachen herstellen, aber die muss man dann sofort anwenden und aufbrauchen." Und was unbemerkt zu schimmeln beginnen könnte, "könnte ich nicht mit gutem Gewissen verkaufen", sagt Hofer-Dückelmann.

Nur wenige Pflanzen kommen ganz ohne Zugabe von Konservierungsstoffen aus. Dazu zählt etwa das Lärchenpech, das aus dem Harz der Lärche gewonnen wird. "Das Besondere ist, dass sich das Lärchenpech selbst konserviert", erklärt die Apothekerin Hofer-Dückelmann. Auf Pflanzen, die ohne Zusätze auskommen, setzt auch das in Anthering ansässige Unternehmen SonnenMoor. Man produziere jedoch keine Kosmetik im klassischen Sinn, sondern Gesundheitsprodukte, erklärt Angela Pletzer. Als Alltagsklassiker gibt es etwa die Ringelblumencreme basierend auf Woll- und Bienenwachs für trockene, empfindliche und juckende Haut. Andere Produkte enthalten Inhaltsstoffe wie Sheabutter, Murmeltierfett oder Zirbenöl. "Das Interesse an natürlichen wie regionalen Inhaltsstoffen ist sehr groß, bei Jung und Alt, vorrangig bei Frauen. Das merken wir auch bei Vorträgen, die häufig ausgebucht sind."

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