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Die Alperer: Ein alter Brauch lebt

In Krimml lebt zu Martini ein alter Brauch: Dort ziehen die Alperer an einem Tag durch den Ort - von Haus zu Haus.

Die Alperer: Ein alter Brauch lebt SN/walter schweinöster
Wenn am Vortag zu Martini in Krimml schon von Weitem lautes Kuhglockengeläut zu hören ist, dann weiß man: die Alperer - Buben zwischen acht und 14 Jahren - sind unterwegs, und zwar den ganz Tag. Sie besuchen dabei rund 150 Haushalte.

Die Alperer, das sind ein als Melker verkleideter Bursch mit einem Bockshorn als Signalhorn und einem "Bugglkorb", der seine "Herde" anführt, Burschen und Buben, die sich Kuhglocken, die "Tuschhåfen" (große Blechglocken), oder "Speisglocken" (aus Glockenspeise gegossen) um den Bauch binden. Doppelfedern auf dem Hut sollen Viehhörner symbolisieren. Als endgültiger Abschluss des Almsommers wird damit ein Almabtrieb dargestellt.

Bei den einzelnen Häusern angekommen, läuten die Alperer mit vollem Einsatz mit ihren Kuhglocken "Gras aus!". Wegen des Reifes, manchmal auch des Schnees, der sich im November auf Wiesen und Felder legt, müssen die Tiere nun im Stall bleiben. Das Grasen im Freien ist kaum mehr möglich.

Mit dem Lärm wird einerseits verkündet, dass die Almtiere wohlbehalten auf die Höfe zurückgekehrt sind, andererseits sollen damit auch böse Geister aus Haus und Hof vertrieben werden. Zudem soll für ein gutes Jahr und eine reiche Ernte gedankt werden.

Der Ortschronist Volkmar Zobl erklärt: "Den Brauch gibt es sicher seit Jahrhunderten, wie lange schon, kann hier aber keiner sagen." Die Alperer wiederum freuen sich: "Für uns ist es eine Gaudi herumzuziehen und ein gutes Taschengeld bleibt auch über." Mit Süßigkeiten, die in den "Bugglkorb" kommen, und klingenden Münzen für die Sammelkasse wird den Kindern von den Hausbewohnern für ihren Einsatz gedankt.

Gepflegt wird dieser seltene Brauch im Land Salzburg nur in den Oberpinzgauer Gemeinden zwischen Krimml und Bramberg. Früher soll mit dem "Alpererfahren" auch oft eine Art Volksgericht ("Rügegericht") abgehalten worden sein, bei dem besondere Ereignisse, Dummheiten oder Liebesgeschichten der Almleute und Dorfbewohner zur Sprache kamen.

Quelle: SN

Aufgerufen am 21.02.2019 um 11:02 auf https://www.sn.at/leben/lifestyle/die-alperer-ein-alter-brauch-lebt-4277536

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