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Es herbstelt: Was jetzt im Garten zu tun ist

Die kalte Jahreszeit naht, schön langsam sollte man sich überlegen, welche Kübelpflanzen man einräumt und über den Winter rettet und welche man lieber draußen vergisst, weil zu groß, zu schwer, zu lausig, eigentlich eh nicht so schön.

Kübelpflanzen einwintern
Pflanzen, die ins Winterquartier übersiedeln, sollten auf Schädlinge überprüft werden, denn drinnen explodieren die Populationen oft geradezu. Pflanzenschutzzäpfchen in den Topfballen drücken oder eine vorsorgliche Spritzbehandlung mit dem biologischen Insektizid Neem halten die saugenden Biester in Schach. Pflanzen, die ins Winterquartier eingeräumt werden, können um ein Drittel bis zur Hälfte eingekürzt werden. Selbst im schönsten Wintergarten ist das Lichtangebot viel geringer als im Sommer draußen. Die Blattmasse, die über den Sommer gebildet wurde, kann die Pflanze sowieso nicht erhalten, also besser gleich einen Formschnitt durchführen.

Oleander, Oliven, Zitrus und Palmen bleiben aber gern noch einen Monat im Freien. Einige wenige Minusgrade werden gut vertragen und härten die Pflanzen ab. Dahlien sind im Spätsommer und Herbst am prächtigsten, sie lässt man bis zum ersten Frost im Freien. Ist das Laub erfroren, Knollen aus dem Boden graben, in einen Kübel geben und ab in den Keller. Am 24. April 2020 dürfen sie wieder in die Erde.

Blumenzwiebeln jetzt in die Erde bringen
Viel Freude bereiten Zwiebelblumen, die nach dem Winter als erste Frühlingsboten aus dem Boden sprießen. Um sich zeitig im Frühjahr an ihnen erfreuen zu können, muss man die Zwiebeln jetzt in den Boden bringen. Man kann aus einer ungeheuren Vielfalt wählen. Sehr kleine Blumen unter 15 Zentimetern sind zum Beispiel Zwergiris, Hasenglöckchen, Krokusse, Wildtulpen, Zwergnarzissen, Blausternchen und Puschkinia. Sie kommen in Steingärten, Schalen, Töpfen und Balkonkisterln gut zur Geltung.

Mittelhohe Zwiebelblumen - hier kann aus unzähligen Tulpen- und Narzissensorten gewählt werden - machen sich in großen Pflanztrögen gut, während hohe Sorten wie Darwin-Tulpen und die wunderbaren Zierlaucharten in Beeten am besten aufgehoben sind. Sie gehören zu den spätblühenden Zwiebelblumen, deren Blütezeit Ende April bis Mitte Mai angesiedelt ist.

Wintergemüse pflanzen
Laut Lehrbuch dürften Salate, Kohlgewächse und Co. ab Oktober ja gar nicht mehr wachsen. Der Salat hat die Lehrbücher aber nicht gelesen und wächst fröhlich vor sich hin, wenn man ihn lässt. Das hat Wolfgang Palme mit seinem Team in den vergangenen 15 Jahren erforscht und hervorragend dokumentiert. In seinem empfehlenswerten Buch "Frisches Gemüse im Winter ernten" stellt er mehr als 70 Gemüsearten vor, die im Winter bei uns wachsen. Seine Versuchsanstalt ist in einem rauen Klimagebiet angesiedelt, also durchaus auf Salzburg umzulegen.

Auch der Salzburger Biogemüsebauer Ökohof Feldinger beteiligt sich seit Jahren an den Versuchsreihen quer durch Österreich und bringt im Winter dank hoher Sonneneinstrahlung regelmäßig die besten Ergebnisse zustande.

Für diese Gemüsearten ist nicht unbedingt eine hohe Temperatur Voraussetzung für optimales Wachstum, sondern die Anzahl der Sonnenstunden, und da hat Salzburg im Winter die Nase vorn im Vergleich zu (hoch)nebelgeplagten Lagen wie Wien und Oberösterreich.

Sie möchten im Winter eigenen Salat ernten? Dann müssen Sie jetzt Pflanzerl von Endivien, Vogerlsalat und Co. in die Erde bringen.

Wintergrüne Gehölze kräftig gießen
Bis Ende November ist auch noch gut Zeit, Freilandkübelpflanzen wie Topfrosen, Hortensien oder Buchsbaum(-ersatz) warm einzupacken. Mit Luftpolsterfolie oder einer "Drahthose", die man mit Laub, Stroh oder Zeitung stopfen kann, werden die Töpfe eingehüllt. Dabei geht's in erster Linie darum, die Wurzeln vor zu radikalem Frost zu schützen.

Wintergrüne Pflanzen wie Kirschlorbeer, Buchs, Rhododendron, Ilex und Euonymus darf man im Herbst so richtig "einweichen", denn sobald der Boden durchfriert, können sie kein Wasser mehr aufnehmen. Das gilt in erster Linie für Gehölze, die im Gefäß leben, aber auch ausgepflanzte Büsche freuen sich über kräftige Wassergaben im Herbst.

Pflanzzeit für Stauden und Gehölze
Die Pflanzzeit im Herbst wird leider immer unbedeutender. Im Frühling ist der Gartenhype kaum zu bremsen, im Herbst haben viele das Gefühl: vor dem Winter nicht mehr. Dabei sind die Anwachsbedingungen jetzt viel besser als im Frühjahr. Der Boden ist von den Sommermonaten aufgewärmt, es dauert meist bis Ende Dezember, bis er dauerhaft und tiefgründig durchfriert.

Auch wenn sich die Pflanze oberirdisch auf den Winter vorbereitet, durch Einziehen und Blattwurf, die Wurzeln sind noch aktiv und können gut anwachsen. Sie müssen nicht gleichzeitig die volle Blattmasse versorgen und vor allem gibt es um diese Jahreszeit keinen Hitzestress.

Den Unterschied merkt man im kommenden Frühjahr. Im Herbst gepflanzte Stauden und Gehölze sind bereits eingewurzelt und schieben ganz anders an als im Frühling eingesetzte Pflanzen, bei denen man die ersten Wochen auch penibel auf regelmäßige Wasserzufuhr achten muss. Eine Aufgabe angesichts der immer trockener werdenden Sommermonate. Aber was hilft's? Der Trieb "Ich muss jetzt was einpflanzen" überfällt die Menschen halt im Frühling ungleich stärker als jetzt.

Garten zusammenräumen
Hier kann Entwarnung gegeben werden. Übermäßig anstrengen muss man sich jetzt nicht. Wer eine ökologische Gartenvariante bevorzugt, verschiebt den Rückschnitt einziehender Stauden auf Anfang März. Nur Falllaub muss vom Rasen gerecht werden, sonst ersticken die Gräser darunter, in Beeten darf es bis zum Frühling als Winterquartier für zahlreiche Insekten liegen bleiben.

Quelle: SN

Aufgerufen am 24.11.2020 um 08:31 auf https://www.sn.at/leben/lifestyle/es-herbstelt-was-jetzt-im-garten-zu-tun-ist-93167146

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