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Klar zur Wende? Ist klar!

Die Wende vom Alltag zur Erholung kann durchaus auf einem Segelboot stattfinden.

Klar zur Wende? - Ist klar! - Ree! Und schon gleitet der Bug durch den Wind, das Boot neigt sich sanft zur anderen Seite, die Segel blähen sich wieder und weiter geht es durchs Wasser. Und das alles nur mit der Kraft des Windes! Es gibt wohl kaum eine Freizeitbeschäftigung, für manche ist es auch Sport, die so naturnah ist und bei der die Mobilität ausschließlich mit natürlichem Antrieb erfolgt.
"Genau das ist die Faszination, dass man mit dem Wind vorwärtskommt", sagt Hermann Steiner von der Segelschule Mattsee: "Wenn man die Strömung am Segel richtig einstellt, kann man ein Ziel erreichen, das fast dort liegt, wo der Wind herkommt." Gemeint ist in diesem Fall ein Am-Wind-Kurs. Zum Abschalten tragen noch andere Faktoren bei. "Wenn man aufs Segelboot steigt, ist man gleich so beschäftigt, damit alles an Bord passt, dass man den Alltag vergisst", erklärt Steiner.

Wie und wo kann man Segeln lernen? Am besten in einer Segelschule, in Salzburg und Oberösterreich gibt es davon etwa zehn. "Am Beginn steht der Grundkurs", sagt Hermann Steiner. Vier Tage lang wird man theoretisch und praktisch mit den wichtigsten Grundlagen des Segelns vertraut gemacht. "Es dauert einfach eine gewisse Zeit, bis man hier den Überblick hat", sagt der Segellehrer. Danach kann man den Segelschein BFA-Binnen (Befähigungsausweis), früher unter A-Schein bekannt, erwerben. "Es gibt keinen staatlichen Schein für Binnengewässer, deshalb sind das Scheine des Österreichischen Segelverbands."

Allerdings: Um auf Österreichs Seen segeln zu gehen, braucht man grundsätzlich keinen Segelschein. Man muss nur ein Mindestalter von 14 Jahren (mit entsprechender Schwimmweste zwölf Jahren) haben und über Segelkenntnisse verfügen. Sollte aber etwas passieren, muss man seine Kundigkeit nachweisen und das geht am besten mit einem Segelschein. Bootsvermieter verlangen deshalb in der Regel bei Leichtwind den Grundschein, ansonsten den BFA-Binnen. Wer beide Scheine machen möchte, kann das in mehreren Wochenendkursen machen oder sechs bis sieben Tage am Stück dafür aufwenden. Dann sollte man sich dafür auch Urlaub nehmen.

Was lernt man in einem BFA-Binnen-Kurs eigentlich? "Im Theoriekurs lernt man die einzelnen Bootsteile. Die Seglersprache ist ja schon sehr eigen, da muss man sich auskennen", betont Steiner. Dazu kommen die Bootsklassen, die physikalischen Grundkenntnisse des Segelns, Gesetzeskunde sowie Notsignale etc. "Und natürlich Knoten, der wichtigste ist der Palstek. Das Erlernen der Knoten ist lustig, man kann auch ein Bändsel mit nach Hause nehmen zum Üben", weiß der Segelexperte. In der Praxis geht es dann um An- und Ablegen, um Wende und Halse sowie ein Boje-über-Bord-Manöver, das ist ein Rettungsmanöver. Wer immer schon die schönen runden Spinnaker bewundert hat, muss sich allerdings gedulden. Steiner: "Mit einem Spi zu segeln ist schon schwierig."

Wer sind nun die Menschen, die in die Segelkurse kommen? Ganz wichtig sind die Jugendlichen, die im Zuge der Schulsportwochen ihre Liebe zum Wasser entdecken. "Derzeit haben wir diese Kurse unter der Woche, am Wochenende haben wir dann viele Privatkunden zwischen 14 und 80", erzählt Steiner. Es gibt also auch Spätberufene. "Interessant ist, dass viele über das Hochseesegeln kommen", sagt Steiner: "Die fahren bei einem Törn mit und wollen dann selbst segeln lernen."

Zu segeln, vorzugsweise auf den heimischen Gewässern, ist also eine buchstäblich "naheliegende" Freizeitbeschäftigung. Und wer einmal Bordluft geschnuppert hat, bleibt in der Regel dabei. Also dann: Klar zur Wende!

Der Weg zum Segelschein

Segelschulen
In Salzburg und Oberösterreich gibt es rund zehn Segelschulen. Vor allem an den größeren Seen in und um das Salzkammergut finden sich diese Ausbildungsstätten, meist in Verbindung mit einer Surfschule.
Info: www.wsvo.org

Segelscheine
Der Einstieg in die Welt des Segelns erfolgt über den Grundschein, den viele schon im Rahmen einer Schulsportwoche machen. Darauf aufbauend ist der Befähigungsausweis (BFA) Binnen, mit dem man auch an Regatten teilnehmen darf. Grundkurse kosten um die 300 Euro, der BFA-Binnen dann noch einmal so viel.

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