Lifestyle

Körper und Geist in Balance bringen

Als ganzheitliche Lehre steht das jahrtausendealte Wissen über Ayurveda für Gesundheit, Lebensfreude und natürliche Schönheit. Die ayurvedische Philosophie beruht auf der Harmonisierung von Körper, Geist und Seele mit den fünf Elementen Erde, Feuer, Wasser, Luft und Äther.

 SN/rituals

Schönheit lässt sich nicht in Größen, Normen oder Formen zwingen - das Geheimnis ist: Nicht schlank, jung oder glatt zu sein lässt uns strahlen, sondern die Balance, in der wir uns befinden. Im Ayurveda führen sich Gesundheit und Schönheit auf ein harmonisches Gleichgewicht zurück. Der Begriff stammt aus dem Sanskrit und bedeutet so viel wie "Wissenschaft vom Leben". Die ganze wahrnehmbare Welt, ebenso wie der Mensch selbst, besteht gemäß der ganzheitlichen ayurvedischen Denkweise aus fünf Elementen: Erde, Feuer, Wasser, Luft und Raum/Äther. Der Mensch lebt so in einer ständigen Wechselbeziehung mit seiner Umwelt und wird von allem beeinflusst, was er durch seine Sinne aufnimmt. Im Ayurveda wird davon ausgegangen, dass es drei prägende menschliche Grundkonstitutionen, die sogenannten Doshas, gibt: Je nachdem, welcher Typ man ist, wird versucht, das vorhandene Defizit oder Übermaß eines Elements durch ein gegensätzliches auszugleichen. Die ayurvedische Maxime bleibt dabei immer die Suche nach den Ursachen
des Ungleichgewichts und das Streben nach dem - gesunden - Ausgleich.

Wie Ungleichgewicht entsteht

"Vor allem falsche Ernährungsgewohnheiten lösen häufig ein
Ungleichgewicht aus", sagt Dr. Lisa Manzl, Ärztin für Allgemeinmedizin mit einer Ayurveda-Schwerpunktpraxis in Salzburg. "Bei der Ernährung geht es neben dem Was auch um das Wie. Zum Beispiel schwächen unbewusstes Essen nebenher, eine unregelmäßige Nahrungsaufnahme oder häufige Zwischenmahlzeiten die Verdauung und damit den Körper, die Grundkonstitution gerät über längere Zeit hinweg aus dem Gleichgewicht." Die Verdauung, im Ayurveda dem Element Feuer (Agni) zugeordnet, spiele für die Gesundheit eine zentrale Rolle, sagt die Ärztin. "Ein gesundes Verdauungsfeuer ist die Basis für einen gesunden Menschen. Das zeigt sich an einem guten Immunsystem, an gut versorgten Organen und einer vitalen Ausstrahlung." Was vom Körper aufgenommen werde, sei nach den Prinzipien des Ayurveda aber nicht nur stofflich, erklärt die Ärztin. "Neben der grobstofflichen Nahrung nehmen wir auch Nahrung in Form von Sinneseindrücken, Schwingungen und Gefühlen in uns auf. Auch diese feinstofflichen Einflüsse werden in unserem System verarbeitet und haben Auswirkungen auf unser Gleichgewicht und unsere Gesundheit."

Regelmäßigkeit finden

Viele Beschwerden könnten schon allein durch eine Veränderung des Lebensstils zum Positiven hin verändert werden: Zentral sei etwa, einen guten Rhythmus zu finden, zur gleichen Zeit aufzustehen und zu Bett zu gehen, regelmäßige Arbeitszeiten und Ruhephasen einzuhalten und bewusst Pausen zu machen, erklärt die Medizinerin. "Ein Faktor, der sehr belastend wirkt, ist, dass sich viele Menschen durch die berufliche und mediale Reizüberflutung in einem Dauerstresszustand befinden. Oft leben wir in ständiger Erreichbarkeit und Anspannung, ein chronisches Gefühl der Müdigkeit und Überlastung ist die Folge."

Entschlackungs- und Fastenkuren

Um die aus den Fugen geratene Balance wiederherzustellen, bietet Ayurveda eine Reihe von Möglichkeiten: Neben individuell abgestimmten ambulanten Therapiekonzepten, Ernährungsempfehlungen und Kräuterzubereitungen gibt es auch eine Reihe von Entschlackungs- und Aufbaukuren, die ganz speziell auf die Grundkonstitution - das Dosha - abgestimmt werden. Manzl: "Wenn es um Therapie- und Kurkonzepte geht, gibt es im Ayurveda selten allgemeingültige Empfehlungen.
Es ist immer abhängig von der jeweiligen Grundverfassung des Menschen, dem angeborenen Gleichgewicht." Menschen, die ohnehin sehr zart und empfindlich seien, empfehle man zum Beispiel keine zehrende Fastenkur, sondern eher aufbauende und stärkende Maßnahmen, entweder ambulant oder im Rahmen einer Kur, sagt Manzl.

Eine gut geleitete Ayurvedakur sei für viele Menschen eine lebensverändernde Erfahrung, vor allem dann, wenn sie gut vorbereitet und nachbegleitet werde. Erfolg im ayurvedischen Sinne bedeute, sagt Manzl, dass die angewandten Therapien und Lifestyle-Veränderungen zu einer spürbar besseren Lebensqualität führten und nicht als Einschränkung, sondern als Gewinn für die eigene Gesundheit erlebt würden.

Bitterstoffe für die Entgiftung

Eine wichtige Rolle, um den Körper von schädlichen Schlackenstoffen zu befreien, spielen im Ayurveda die Bitterstoffe. Sie wirken positiv auf den Stoffwechsel und sorgen dafür, dass die Entgiftungsvorgänge angeregt werden. Bei den Bitterstoffen kann man auch auf das heimische Repertoire zurückzugreifen. Lisa Manzl: "Es gibt zahlreiche heimische Kräuter, die man verwenden kann, wie zum Beispiel Löwenzahn, Schafgarbe oder Fenchel. Andere Gewürze hingegen bleiben unersetzlich, wie zum Beispiel der Kurkuma, der eine unglaubliche Heilwirkung besitzt."


Quelle: Kha

Aufgerufen am 04.12.2020 um 09:30 auf https://www.sn.at/leben/lifestyle/koerper-und-geist-in-balance-bringen-86055370

Kommentare

Schlagzeilen