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Man kann das Klima schützen und genussvoll essen

Eine Klimarechnung mit Spargel: Umweltberater geben Tipps, was man kochen könnte, ohne das Klima wesentlich zu belasten.

Man kann das Klima schützen und genussvoll essen SN/Erwin Wodicka - wodicka@aon.at
Einkauf regional und bio spart Emissionen.


Unsere Ernährung und Essgewohnheiten sind in den vergangenen Jahren von Klimaexperten kritisch unter die Lupe genommen worden. Wir äßen zu viel Fleisch und unser Gemüse und Obst habe meist zu lange Transportwege hinter sich. All das verursache Treibhausgase und sei somit schädlich für das Klima. In solchen Momenten steht man als durchaus klimafreundlich eingestellter Mensch ratlos in der Küche und weiß nicht mehr so recht, was man denn eigentlich noch kochen "darf".

Es geht aber auch anders. Umweltberater versuchen seit Jahren, die entstandene Verwirrung unter den Konsumenten - und Köchen - zu beseitigen. Ein "Saisonposter für Obst und Gemüse" der niederösterreichischen Energie- und Umweltberatung soll Abhilfe schaffen. Man heftet es einfach auf den Kühlschrank und weiß dann immer, welches Obst und Gemüse man wann kaufen kann, weil es saisonal ist. Regionale Produkte der Saison schmecken nicht nur gut, weil sie meist ganz natürlich gereift sind, sie haben auch keine langen Transportwege hinter sich. Das schont die Umwelt und stärkt die Wirtschaft.

Die Frühlingsernte beginnt jedes Jahr mit Spargel, Spinat und Radieschen. Im Juni stehen zum Beispiel Jungzwiebeln, Spinat, Erdbeeren und Häuptelsalat auf dem Speiseplan. Marillen gibt es im Sommer, ebenso wie Tomaten und Paprika. Der Kürbis wird im Herbst geerntet. Und im Winter greift man am besten zum Vogerlsalat. Wie viel tatsächlich an Kohlendioxid, einem Treibhausgas, eingespart werden kann, zeigt eine Rechnung der Umweltberater. Das Beispiel ist der gerade angebotene heimische Spargel. Er hat von Mai bis Juni Saison. In der übrigen Zeit wird Ware zumeist aus anderen europäischen Ländern wie Ungarn, Frankreich und den Niederlanden oder auch aus Übersee, etwa Peru, Chile und Argentinien, angeboten. Ein Blick auf das Etikett gibt Auskunft über die Herkunft.

Der CO2-Vergleich zeigt sehr deutlich, dass sich der regionale Einkauf im Frühling für das Klima tatsächlich kräftig lohnt. Ein Kilogramm Grünspargel, aus Peru eingeflogen, verbucht etwa zwölf Kilogramm Kohlendioxid. Der Spargel aus der Region wie z. B. aus dem Marchfeld bringt es nur auf 0,5 Kilogramm Kohlendioxid. Ebenso sollte man darauf achten, möglichst Bioprodukte einzukaufen, da der ökologische Anbau weniger Emissionen erzeugt.

Das Saisonposter zeigt für 48 Sorten Obst und Gemüse, zu welcher Jahreszeit sie in Österreich im Freiland wachsen oder aus dem Vorratslager erhältlich sind.

Auf der Rückseite sind die wichtigsten zehn heimischen Wildobstsorten zum Sammeln und deren Verwendung abgebildet. Bestellen kann man das Poster kostenlos unter 0 27 42/21 9 19. Oder man lädt es herunter auf www.soschmecktnoe.at oder www.enu.at

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