Lifestyle

Neue Sichtweise beim Styling

Es ist schon beachtlich, welche Renaissance Brillen in den letzten Jahren erlebt haben. Sonnenbrillen sowieso, die ja gern (und gute) Eyecatcher sind. Aber auch Brillen, die als Sehhilfen getragen werden, sind heute als Accessoire nahezu unentbehrlich.

Wer modisch - und auch sonst - den Durchblick haben will, trägt Brillen. Nicht nur Sonnenbrillen, die ja mittlerweile das ganze Jahr über Saison haben. Sondern, als Alternative zu Kontaktlinsen, Brillen, die als Sehbehelf getragen werden. Brillen sind cool. Und zwar so cool, dass ein Modell allein fast nicht reicht. Das liegt zum einen an den Brillen selbst. Im Trend bei Korrektionsbrillen liegen Metallfassungen. Rund oder halbrund, viereckig und, perfekt für Exzentriker, sechs- bis achteckig. Wahlweise in den klassischen Metallfarben Gold, Silber und Kupfer, aber auch in Schwarz oder Grau sowie in echten Farben wie Rot, Grün oder Blau. Dezent ist hier nicht nur das Material, sondern auch die Form, denn obwohl die Modelle durchwegs großzügig dimensioniert sind, wirken sie ganz und gar nicht wuchtig, sondern überraschend frisch und elegant. Mit den Metallbrillen kommen auch Klassiker wieder: zum einen die Pilotenbrille. Das erste Modell dieser Art wurde 1936 vom amerikanischen Unternehmen Bausch & Lomb auf den Markt gebracht und hörte auf den Namen "Aviator". 2018 kommt die Kultbrille der 1980er-Jahre (wie gewohnt mit Doppelsteg und Tropfenform) als Sonnenbrille und als Korrekturbrille wieder. Ein Wiedersehen gibt es auch mit der Panto-Brille (das Markenzeichen der intellektuellen Elite aus den 1920er-Jahren, damals aus Schildpatt), mit ihren runden, oben leicht abgeflachten Gläsern. Retro-Styles und Vintage-Chic - auch bei Brillen ein Megatrend.

Bei Kunststoffbrillen dominieren Modelle mit einem unübersehbaren Hang zur Transparenz. Das heißt: Auch wenn die Acetat-Fassung eher groß ist, die zarten Pastelltöne (klassisches Schwarz und Hornmuster machen nun eine Pause) betonen das Gesicht, verändern aber seine Form nicht. Anders gesagt: Die neuen Brillen sind durchwegs clean und minimalistisch. Sie sind unprätentiös und edel. Nichts, was man mit Fassung (er)tragen müsste. Ganz im Gegenteil.

Nicht ganz unschuldig an dieser Entwicklung sind Hersteller, die neue Wege gehen. Wie Viu aus der Schweiz oder Ace & Tate aus den Niederlanden, die Designerbrillen zu erschwinglichen Preisen anbieten. Neue Wege gehen auch Hersteller und Manufakturen aus Österreich. Silhouette (mit seinem Welterfolg Titan Minimal Art), Andy Wolf (handgefertigte Brillen, die in 45 Ländern erhältlich sind) oder gloryfy unbreakable (der Name ist Programm) kennt heute jeder Brillenträger. Rolf Spectacles (Brillen aus Stein und Horn), Neubau Eyewear (eine neue Marke von Silhouette) oder Edelweyes (Markenzeichen: Holzbügel) sind eher noch Geheimtipps. Ihr gemeinsamer Nenner: Sie setzen - neben hohen Ansprüchen, was Design, Material und Fertigung betrifft - auf Individualität und, das ist vielleicht noch wichtiger, auf Authentizität.

Ihr Erfolg beweist, dass man keine großen Designer und auch keine großen Namen braucht, um den Zeitgeist und das Interesse der Kunden zu treffen. Denn die Brille ist im Idealfall auch ein Zeichen der Individualität und Authentizität der Person, die sie trägt. Sie soll - abgesehen vom modischen Aspekt, der ja alles, was gefällt, auch gleich erlaubt, - passen. Und zwar perfekt.

In Salzburg nachgefragt

Bernhard Past SN/privat
Bernhard Past

Welche Formen und Farben sind bei Brillen (sowohl bei optischen als auch bei Sonnenbrillen) zurzeit sehr gefragt?
Bernhard Past: Runde, eher größere Formen liegen derzeit total im Trend. Farblich sind - vor allem bei Kunststoffbrillen- transparente Gestelle mit einem Hauch von Farbe aktuell. Wird es eine runde Metallbrille, sind es die Klassiker Gold und Silber - mal glänzend oder lieber matt - die man je nach Farbtyp wählen sollte. Auch bei Sonnenbrillen gilt: Rund ist in, zu groß gibt es nicht. Zuletzt hat sich noch ein neuer Trend gezeigt, und zwar Brillen im 50er-Style mit spitzer, frecher Schmetterlingsform.

Sind die Salzburger experimentierfreudig, was außergewöhnliche Brillenmodelle betrifft?
Bernhard Past: Aus Erfahrung ist die erste Brille immer ein bisschen braver, wird aber eine zweite oder dritte Brille gekauft, ist auch in Salzburg alles möglich.

Welche Hersteller bieten besonders trendige Modelle an? Zählen auch österreichische Firmen zu den derzeit angesagten Topmarken?
Bernhard Past: Neben den altbekannten Marken wie Gucci, RayBan oder Boss gibt es natürlich einige kleinere Firmen, die sich auch mehr trauen. Zum Beispiel Neubau aus Österreich, Funk Food aus Bayern und Blackfin aus Italien.

Welche Brillenform passt zu welcher Gesichtsform - worauf sollte man beim Kauf achten?
Bernhard Past: Grundsätzlich sollte eine Brille natürlich nicht zu breit oder zu schmal sein, hier machen bei einer Brille oft schon ein paar Millimeter den Unterschied aus. Eckige Brillenformen geben runderen Gesichtsformen Kontur. Runde Brillenformen passen zu herzförmigen oder eckigen Gesichtsformen. Es gilt aber immer: Man muss sich mit seiner Brille wohlfühlen, darum sollte man die Brille immer vor dem Kauf anprobieren und sich bestens beraten lassen!

Bernhard Past ist der Inhaber von Optik Past, einem Familienunternehmen mit mehr als 30-jähriger Erfahrung im Bereich Sehen und Hören.

Aufgerufen am 11.07.2020 um 06:15 auf https://www.sn.at/leben/lifestyle/neue-sichtweise-beim-styling-41002741

Kommentare

Schlagzeilen