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Tipps für den ersten Urlaub mit Hund - Ferien mit feuchter Schnauze

Herrchen, Frauchen und ich. Der beste Freund des Menschen ist beliebt wie nie zuvor. Urlaubstipps für frischgebackene Hundebesitzer.

Dass wir seit einem Jahr mehr als je zuvor daheim im eigenen Wohnort anzutreffen sind, wirkt sich nicht nur auf die häusliche Rezeptsammlung aus und auf die Zeit, die wir vor diversen Bildschirmen verbringen. Homeoffice und Lockdown hat auch so manchem Haushalt einen neuen Bewohner beschert - 2020 sind deutlich mehr Hunde adoptiert oder gekauft worden als in den Jahren zuvor. Züchter wurden mit Anfragen überschüttet, manche Tierheime melden "Tiefststände" im Hundezwinger.

Und der Trend hält an. Tierheimbetreiber und Tierschutzbeauftragte fürchten allerdings, dass viele Menschen ihren vierbeinigen Begleiter wieder im Tierheim abliefern, sobald sie wieder normal zur Arbeit und die Kinder wieder regelmäßig in die Schule gehen. Ein weiterer Knackpunkt sind die Ferien. Die Urlaubssaison steht vor der Türe, wenn Hotellerie und Gastronomie wieder ihre Pforten öffnen, ist bei Herr und Frau Österreicher Tapetenwechsel angesagt. Die gute Nachricht: Möglichkeiten für unbeschwerte Urlaubstage mit Bella, Wuffi oder Harro gibt es viele, von Natur pur bis Fünf-Sterne-Luxus. Für Erfahrenere, aber vor allem für jene, die zum ersten Mal mit Hund verreisen.

Reiseziele in Österreich und den Nachbarländern werden auch in der kommenden Saison hoch im Kurs stehen. In diese Selbstfahrerdestinationen lässt sich ja der Vierbeiner gut mitnehmen, und mit ein wenig Umsicht und Planung wird's für alle ein schöner Urlaub. Wanderurlaube zählen schon seit Jahren zu den großen Favoriten, mit oder ohne Hund. Veronika Weissenböck von der Tierschutzorganisation Vier Pfoten hat Tipps für "Anfänger", worauf hier zu achten ist: "Man muss Rücksicht auf das Alter, die Gesundheit und Kondition des Hundes nehmen. Wie fit der eigene Hund ist und wie umfangreich die Wanderungen ausfallen können, muss der Halter selbst entscheiden." Also besser ein paar Pausen einlegen, die tun dem Menschen ja genauso gut. Eine Jause sollte daher auch für den Hund eingeplant werden, im Rucksack dürfen Napf (gibt es jetzt schon als ultraleichte, faltbare Version), Trinkwasser und Proviant nicht fehlen. Und ein kleines Handtuch zum Abtrocknen kann nicht schaden, falls Bello schwimmen geht und danach ein Aufenthalt in Gasthaus oder Almhütte geplant ist.

Bald sind auch die Berge wieder aper und zeigen sich im Frühlingskleid. Wenn die Wanderung über Almweiden oder Wiesen mit Kühen führt, ist doppelte Vorsicht geboten. Denn die Rinderhaltung hat sich in den letzten Jahrzehnten geändert, die Kühe sind durch die zunehmende Automatisierung den Umgang mit Mensch und Hund nicht mehr so gewohnt und reagieren immer häufiger, wie auch Wildtiere das tun würden: Sie verteidigen Herde und vor allem Jungtiere. Hunde sind hier daher unbedingt anzuleinen, am klügsten ist es, einen großen Bogen um die Herde zu machen. Stichwort Leine: Da die Leinenpflicht in den Bundesländern unterschiedlich geregelt ist, sollte man sich über die Bestimmungen vorab erkundigen.

Was frischgebackene Hundehalter oft überrascht: Manche Hunde sind wahre Wasserratten. Die heimischen Seen bieten sich als Badeplätze an, doch wie auch an der Adria tut man gut daran, sich vorab zu informieren, an welchen Stränden Hunde erlaubt sind. Das sind erfahrungsgemäß in der Vor- und Nachsaison mehr als im Hochsommer, wobei natürlich immer gilt: Auf Kinder und die Badetücher anderer muss Rücksicht genommen werden. Vierbeiner, die das Wasser meiden und lieber festen Boden unter den Pfoten behalten, können bei großer Hitze abgeduscht werden und einen Liegeplatz im Schatten suchen, denn auch Hunde können einen Sonnenstich bekommen. Apropos Schatten: Das abgestellte Auto ist kein Platz für den Hund; auch wenn das Fahrzeug im Schatten steht, klettern im Sommer die Temperaturen im Inneren in gefährliche Höhen.

Österreich hat als Urlaubsziel sicherlich auch in diesem Jahr die Nase vorn. Wer eine Reise ins benachbarte Ausland plant, sollte unbedingt den EU-Heimtierausweis mitführen und auf länderspezifische Sonderregelungen achten. Wenn es um die Unterkunft geht, ist vorab nachzufragen. Viele Hotels und Pensionen, aber auch buchbare Hütten und Chalets akzeptieren gerne Hunde, teils mit oder ohne Aufzahlung. Kein Grund also für graue Haare: Der Trend zum Hund wurde längst von der Tourismusbranche erkannt, mittlerweile gibt es eine Vielzahl an Urlaubsunterkünften, die sich auf Ferien mit Hund spezialisiert haben.

Mehr Information zu diesen Häusern, sogar mit Zertifizierung als "besonders hundefreundlicher Nächtigungsbetrieb", sowie Merkblätter mit Verhaltensregeln bieten Plattformen wie www.pfotencheck.com, hundehotel.info oder www.tierischer-urlaub.com. Solche Onlineportale machen den Urlaub mit Hund auch für Einsteiger kommod. Tierarzt Stefan Moser von Pfotencheck: "Wir wollen unsere Partnerbetriebe auf dem neuesten Stand halten und sie als perfekte Gastgeber für diese Zielgruppe mit speziellen Bedürfnissen etablieren." Unterkünfte finden sich auch auf Bewertungsportalen wie HolidayCheck oder Regionsportalen wie dem Südburgenland, dem Südtiroler Ort Schenna oder etwa dem Bayerischen Wald, der sich besonders hundefreundlich präsentiert, mit viel Auswahl an adäquaten Wanderwegen und Unterkünften - vom gemütlichen Bauernhof bis zum komfortablen Vier-Sterne-Hotel mit Pfoten-Handtüchern und kuscheligen Hundedecken auf den Zimmern.

Eines ist sicher: Sobald das Reisen wieder möglich ist, werden anspruchsvolle Hundebesitzer nach passenden Urlaubsdomizilen für sich und den Partner mit der feuchten Schnauze suchen. Und werden bei so manchen Reiseanbietern fündig. Hotelkooperationen wie Familotel heißen in 43 ihrer 60 Mitgliedsbetriebe Hunde willkommen, und sogar Städtetourismus mit Vierbeiner ist möglich, das zeigen bewährte Veranstalter wie Rewe, FTI, Tui oder Ruefa.

Der Vermieter Belvilla etwa hat ein Viertel seiner Ferienhäuser als hundefreundlich ausgewiesen und Firstclass Holidays bietet Ferienvillen und Landhäuser mit Hunde-Concierge-Service an. "Viele Gastgeber unserer Ferienvillen sind selbst Hundebesitzer und öffnen Tür und Tor gerne für Vierbeiner", sagt Firmengründerin Izabella Dolgos. Was so ein Concierge-Service draufhat, lässt manchen Zweibeiner neidisch werden: Hundesitting, natürlich mit ausgiebigem Gassigehen, Hundebett mit Decke, Napf und Wunschfutter, individuelles Hundetraining, einen Spa-Tag für vergnügliche Hunde-Wellness und sogar ein Fotoshooting. Für den Beweis, wie viel Spaß der erste Urlaub mit Hund gemacht hat.

INFORMATION

Plattformen rund um Urlaub mit Hund:
https://hundehotel.info/
www.pfotencheck.com
www.tierischer-urlaub.com
www.hunde-urlaub.net

Wissenswertes zu Urlaub und Reisen mit Hund:
www.tierschutzverein.at
www.oeamtc.at

Aufgerufen am 07.12.2021 um 04:03 auf https://www.sn.at/leben/reisen/tipps-fuer-den-ersten-urlaub-mit-hund-ferien-mit-feuchter-schnauze-100890985

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