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Brasilien meldet Rekordanstieg bei Corona-Infektionen

Das neuartige Coronavirus breitet sich in Brasilien immer schneller aus: Am Dienstag (Ortszeit) meldete das Gesundheitsministerium in Brasilia einen Rekordanstieg von fast 35.000 Neuinfektionen binnen eines Tages. Landesweit haben sich inzwischen mehr als 923.000 Menschen mit dem Erreger SARS-CoV-2 angesteckt, die Zahl der Toten stieg nach offiziellen Angaben um knapp 1.300 auf mehr als 45.000.

Eine hohe Dunkelziffer an Infektionen wird vermutet SN/APA (AFP)/NELSON ALMEIDA
Eine hohe Dunkelziffer an Infektionen wird vermutet

Sowohl gemessen an den Todes- als auch an den Infektionsfällen steht Brasilien inzwischen an zweiter Stelle der am schwersten von der Corona-Pandemie betroffenen Länder weltweit. Nur in den USA gibt es mehr nachgewiesene Fälle. Experten gehen wegen mangelnder Testkapazitäten allerdings von einer sehr hohen Dunkelziffer in Brasilien aus.

Die WHO-Expertin Carissa Etienne äußerte sich extrem besorgt über die Situation in Brasilien. Auf das Land entfielen 23 Prozent aller Infektions- und 21 Prozent aller Todesfälle in Nord- und Südamerika, sagte Etienne bei einer Pressekonferenz. "Und wir sehen nicht, dass die Ansteckungsrate sich verlangsamt" fügte sie hinzu.

Zuletzt ist in Brasilien die Kritik am Krisenmanagement der Regierung gewachsen. Der rechtsextreme Präsident Jair Bolsonaro lehnt strenge Corona-Einschränkungen, wie sie in einigen Bundesstaaten verhängt wurden, wegen der wirtschaftlichen Folgen ab. Zu Beginn der Pandemie bezeichnete er die vom Coronavirus ausgelöste Lungenkrankheit Covid-19 als "kleine Grippe".

Auch in Peru bleibt die Ansteckungskurve hoch. Wie das Gesundheitsministerium in Lima am Dienstag mitteilte, starben inzwischen landesweit mehr als 7.000 Menschen an Covid-19. Die Zahl der Infektionen stieg demnach auf mehr als 237.000. Mehr als 10.000 Patienten werden im Krankenhaus behandelt. Besonders betroffen ist der Großraum Lima. Trotz der dramatischen Zahlen sagte Gesundheitsminister Victor Zamora bei einer Pressekonferenz, dass die Ansteckungsrate sich inzwischen verlangsame.

Insgesamt entwickelt sich Lateinamerika zunehmend zu einem der weltweiten Brennpunkte der Coronakrise. In der Region starben nach einer Zählung vom Montag bereits mehr als 80.000 Menschen an den Folgen einer Corona-Infektion.

In Indien stieg die Zahl der Corona-Toten unterdessen sprunghaft um 2.000 auf fast 12.000 an. Allein Neu Delhi verzeichnete am Mittwoch einen Rekordanstieg von 400 Todesfällen. Damit starben in der Hauptstadt bereits 1.800 Menschen an den Folgen einer Corona-Infektion. Unklar blieb zunächst, wie viele der neuen Todesfälle in den vergangenen 24 Stunden aufgetreten waren und wie viele erst mit mehreren Tagen Verspätung registriert wurden. Die Metropole Mumbai meldete jedenfalls einen starken Anstieg der Todesfallzahl von bisher 862 auf mehr als 3.100. Als Begründung nannten die Behörden einen nicht näher beschriebenen Berechnungsfehler.

Gemessen an der Zahl der Infektionsfälle steht Indien mit seinen 1,3 Milliarden Einwohnern inzwischen auf Platz vier der am schwersten von der Corona-Pandemie betroffenen Länder der Welt. Landesweit haben sich nach offiziellen Angaben bereits mehr als 350.000 Menschen mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt. Viele Experten halten die offiziellen Angaben jedoch für zu niedrig und fordern mehr Tests.

Quelle: Apa/Ag.

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