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Der "maximale" Otto feiert seinen 80. Geburtstag

Seinen 80. Geburtstag feiert Otto Baric am Mittwoch vermutlich in seinem Haus auf der Insel Krk, wo er viel Zeit verbringt, seinem geliebten Schachspiel nachgeht und nur dann nach Zagreb reist, wenn er beim kroatischen Fernsehen als Analyst gefragt ist.

Der "maximale" Otto feiert seinen 80. Geburtstag SN/apa
Otto Baric wird 80.

Mehr als die Hälfte seines Lebens saß er auf der Fußballtrainerbank, Angebote in den letzten Jahren hatte er stets abgelehnt: "Als Trainer möchte ich nicht mehr arbeiten, es wird überall zu viel zu schnell erwartet, so funktioniert das nicht." Ein wahres Wort von "Otto maximale", der auch an einem Buch arbeitet.Goldene Zeiten mit Austria SalzburgBaric war eine der schillerndsten Figuren, die in Österreich je als Trainer gearbeitet haben. Erfolge hatte er schon mit Innsbruck und Rapid gefeiert, ehe er bei Austria Salzburg anheuerte und hier, nachdem Kurt Wiebach nur Fünfter geworden war, am 24. Juni 1991 seine Arbeit begann (für damals kolportierte 130.000 Schilling monatlich) - am gleichen Tag wurde der beste Torschütze der Lehener, Oliver Bierhoff, an Inter Mailand verkauft. Vier Wochen später begann mit einem 1:0 gegen Sturm Graz eine Serie, wie sie Fußball-Salzburg bis dahin nicht erlebt hatte. 1992 und 1993 landete die Austria auf Platz 2, 1994 gab es den ersten Meistertitel, 1995 den zweiten. Dazwischen lagen die grandiosen Spiele und Resultate im UEFA-Cup mit dem Finale 1994 gegen Inter Mailand und die großen Matches in der Champions League gegen AEK Athen, Ajax Amsterdam und AC Milan. Geboren in Kärnten, aufgewachsen in ZagrebOtto Baric, vor 80 Jahren in Eisenkappel im Kärntner Vellachtal geboren und mit vier Jahren mit den Eltern zurück nach Zagreb gekommen, hat polarisiert wie kaum ein anderer. Er konnte ebenso charmant wie grob sein. Er war ein ebenso großer Taktiker und Motivator wie eitler Selbstdarsteller, er teilte aus, spuckte einen Frankfurter Spieler an, schockte Israelis, als er auf einer Pressekonferenz sein Hemd auszog, kassierte von der UEFA eine saftige Geldstrafe für schwulenfeindliche Äußerungen.

Nach diesem Muster verlief auch sein Salzburger Abschied im August 1995. In der Vorrunde zur Champions League scheiterte die Austria an Steaua Bukarest, dann gab es ein 0:3 bei Austria Wien - und Baric wollte nach nur drei Bundesligarunden nicht mehr, fühlte sich auch von den Spielern im Stich gelassen: "Ich habe keine Kraft mehr." Kraft genug hatte er dann für andere Aufgaben, etwa als Trainer in Kroatien, in der Türkei und als österreichischer Teamchef.

Quelle: SN

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