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Mindestens zwölf Tote bei neuen Erdbeben in Indonesien

Bei einer neuen Serie von Erdbeben am Sonntag sind auf den Inseln Lombok und Sumbawa nach Angaben vom Montag mindestens zwölf Menschen ums Leben gekommen. Zahlreiche Häuser stürzten ein, in Straßen taten sich Risse auf und in weiten Teilen von Lombok fiel der Strom aus. Mindestens 24 Menschen wurden laut der nationalen Katastrophenschutzbehörde verletzt.

Wieder haben Erdbeben Indonesien erschüttert SN/APA (AFP)/HANDOUT
Wieder haben Erdbeben Indonesien erschüttert

Die Region war am Sonntag von zahlreichen Erdstößen erschüttert worden, darunter zwei schwere Beben. Gegen Mittag hatte es nach Angaben der US-Erdbebenwarte (USGS) einen Erdstoß der Stärke 6,3 gegeben, rund zwölf Stunden später ein Beben der Stärke 6,9. Die nationale Katastrophenschutzbehörde gab die Stärke des zweiten Bebens mit 7 an. Zudem gab es der USGS zufolge mindestens fünf heftige Nachbeben.

Bei dem starken Beben am späten Sonntagabend kamen laut Katastrophenschutzbehörde vier Menschen im Osten von Lombok und sechs auf der Nachbarinsel Sumbawa ums Leben. Die meisten von ihnen wurden von herabfallenden Trümmern erschlagen. Etwa zwei Dutzend weitere Menschen seien verletzt worden, 150 Gebäude seien beschädigt worden, hieß es.

Dass es am Abend nicht noch mehr Tote gab, lag nach Angaben des Sprechers der Katastrophenschutzbehörde daran, dass die Menschen vorgewarnt waren. "Als das Beben geschah, waren viele Menschen im Freien oder in Notunterkünften, deshalb gab es nicht so viele Opfer", erklärte der Sprecher. "Nach dem Trauma des Bebens in der Früh sind die Leute lieber draußen geblieben."

Ein Bewohner von Lombok beschrieb das Beben am Abend als "unglaublich stark". "Alles wackelte", sagte er. "Alle sind schreiend und weinend auf die Straße gerannt."

Laut Katastrophenschutzbehörde stürzten zahlreiche Häuser ein, in vielen Teilen Lomboks fiel der Strom aus. Ein Video wurde ins Internet gestellt, in dem ein großes Feuer zu sehen war, das in einem Dorf auf Sumbawa ausgebrochen war.

Einem weiteren Behördensprecher zufolge stürzten auch mehrere Bauten am Fuße des Bergs Rinjani ein, die bereits durch die früheren Beben beschädigt gewesen seien. Im Rinjani-Nationalpark, der seit einem Erdbeben Ende Juli geschlossen ist, gab es Erdrutsche.

Patienten aus einem Krankenhaus auf der Insel Sumbawa mussten wegen der Schäden am Sonntag in Sicherheit gebracht werden. Auf Lombok mussten ein Dutzend ausländische Gäste aus einem Hotel gebracht werden. Sie wurden nach Angaben von Hotelmitarbeitern gebeten, die Nacht auf dem Parkplatz zu verbringen.

Auch auf der benachbarten Ferieninsel Bali waren die Beben am Sonntag zu spüren. Berichte über dortige Schäden lagen zunächst aber nicht vor.

Lombok war zuletzt von zahlreichen Erdbeben erschüttert worden. Am 5. August waren auf der Insel bei einem Beben der Stärke 6,9 mehr als 480 Menschen getötet und tausende weitere verletzt worden. Zehntausende Häuser, Moscheen und Geschäfte wurden beschädigt, mehr als 350.000 Menschen wurden obdachlos. Eine Woche zuvor waren bei einem Erdbeben bereits 17 Menschen ums Leben gekommen.

Das aus rund 17.000 Inseln bestehende Indonesien liegt auf dem sogenannten Pazifischen Feuerring, an dem tektonische Platten aufeinanderstoßen. Erdbeben und Vulkanausbrüche sind dort besonders häufig.

Quelle: Apa/Ag.

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