Kinder

Die Onlinewelt kann abhängig machen

Smartphone und Co. Worauf beim Surfen im Internet zu achten ist.

Vor allem wenn uns langweilig ist, schauen wir ins Internet.  SN/ratzer
Vor allem wenn uns langweilig ist, schauen wir ins Internet.

Das kennen Kinder und Jugendliche genauso wie
Erwachsene: Bei Langeweile schauen wir zuerst aufs Handy. Ob das beim Warten auf den Bus ist oder beim Anstellen an der Supermarktkassa. Smartphones sind zu täglichen Begleitern geworden. Wir telefonieren damit, machen Fotos und verschicken sie, wir surfen im Internet, schauen Videos oder spielen.

Doch nicht alle haben den Umgang mit Handy und Co. unter Kontrolle: "Wenn ich nur noch an die eine Sache denken kann und wenig anderes machen will - keine Freunde treffen, nicht das Haus verlassen -, dann habe ich ein Problem", sagt Barbara Buchegger. Sie arbeitet für die Initiative
Saferinternet.at, wo sich Kinder und Eltern wertvolle Tipps zum Thema Umgang mit dem Internet holen können. "Jüngere Kinder merken es noch leichter, wenn es Zeit ist aufzuhören. Und sie fragen sich dann selbst, was sie stattdessen tun könnten", sagt sie.

Bei Jugendlichen sei das schwieriger. "Gerade in der Pubertät weiß man oft nichts mit sich anzufangen. Es fehlt die Motivation, etwas anderes zu machen, als am Handy herumzuspielen und zu surfen. Darum werden sie dann grantig, wechseln vom Handy an den PC oder vor den Fernseher. Oder sie verlassen das Haus und spielen bei Freunden am Handy."

Übrigens: Eine US-Studie hat herausgefunden, dass am glücklichsten jene Kids sind, die nur knapp eine Stunde täglich online sind. Wer länger am Bildschirm klebt wird unzufriedener - so wie jene, die gar keine Digitalmedien nutzen (dürfen).

Beachte beim Internetsurfen:

1. Halte Persönliches geheim: Wohnadresse, Handynummer, E-Mail-Adresse etc. gehen Fremde nichts an.
2. Veröffentliche keine Fotos und
Videos, die dir oder anderen unangenehm sein könnten. Es ist fast unmöglich, sie aus dem Internet zu löschen.
3. Nicht alles im Internet ist wahr. Manchmal werden absichtlich falsche Geschichten verbreitet, um andere schlechtzumachen.
4. Auch im Internet ist selten etwas gratis. Sei bei Schnäppchen-Angeboten misstrauisch.
5. Denk dir einen guten Benutzernamen aus, der nicht zu knacken ist.
6. Beende unangenehme Dialoge.
7. Triff dich nicht mit unbekannten Chat-Partnern. Die Anonymität der Chats nutzen auch Menschen mit schlechten Absichten.

Elina SN/privat
Elina

Elina, 8

Ich heiße Elina und bin acht Jahre alt. Ich besitze ein "Notfallhandy", also ein Tastenhandy, damit mich meine Mami immer erreichen kann. Seit zwei Jahren habe ich ein eigenes Tablet, auf dem ich Kinderfilme und Musikvideos anschaue. Ich darf es nicht jeden Tag benutzen, aber das ist okay.

Marlene SN/privat
Marlene

Marlene, 8

Ich habe leider kein eigenes Handy. Abends, wenn Mama in der Backstube arbeitet, darf ich eine halbe Stunde ins Internet. Ich schau dann auf YouTube "Spiel mit mir - Kinderspielzeug". Ich möchte viel öfter am Handy oder am Computer spielen, manche Sachen darf ich nicht schauen. Das find ich blöd.

Aaron SN/privat
Aaron

Aaron, 9

Ich habe ein Notfallhandy, mit dem man nur telefonieren kann. Ein Tablet habe ich bei meinem Papa zu Hause, bei Mama nicht. Bei Mama gibt es nur Fernseh-Einschränkungen. Bei Papa gibt es so eine Grenze mit zwei Stunden pro Tag Tablet-Nutzung. Im Internet schaue ich am liebsten Minecraft-Videos auf YouTube.

Aufgerufen am 26.10.2020 um 08:56 auf https://www.sn.at/panorama/kinder/die-onlinewelt-kann-abhaengig-machen-69357511

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