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Mundheizung gegen die Kälte

Wie sich die Athleten bei den Olympischen Spielen in Südkorea gegen die eisige Kälte schützen. Und was jeder beim Sport im Winter beachten sollte, um Erkältungen zu vermeiden.

 Biathletin Lucie Charvátová hat einen Atemwärmer im Mund und Wärmepflaster im Gesicht – zum Schutz vor der Kälte in Südkorea.  SN/michal kamaryt/www.picturedesk.com
Biathletin Lucie Charvátová hat einen Atemwärmer im Mund und Wärmepflaster im Gesicht – zum Schutz vor der Kälte in Südkorea.

Ein Plastikgerät im Mund; Pflaster auf und neben der Nase; Kinn und Wangen fest eingemacht und auf dem Kopf eine Mütze: Es sieht auf den ersten Blick etwas seltsam aus, wenn die tschechische Biathletin Lucie Charvátová so in einer Trainingspause in die Kamera schaut. Aber die Ausrüstung ist wichtig. Denn es herrscht eisige Kälte in Südkorea, wo am Freitag die Olympischen Spiele eröffnet wurden. Dort gab es in den vergangenen Tagen Temperaturen von bis zu minus 20 Grad Celsius. Damit sie bei den anstrengenden Läufen die eiskalte Luft nicht ungefiltert einatmen mussten, verwendeten manche Athleten beim Training einen Atemwärmer - so wie Lucie Charvátová im Bild oben. Dieser Atemwärmer ist ein Kunststoffgerät, das die einströmende kalte und trockene Luft wärmt und befeuchtet. Es funktioniert wie ein Wärmetauscher: Beim Ausatmen erwärmen sich die Lamellen in dem Gerät durch die warme Atemluft. Gleichzeitig sammelt das Gerät die Feuchtigkeit aus der Atemluft. Beim Einatmen erwärmen und befeuchten die Lamellen dann die kalte Außenluft. Die warme und feuchte Luft ist für den Sportler nicht nur angenehmer, sondern auch gesünder. Denn kalt-trockene Luft kann die Schleimhäute reizen und Husten auslösen. Trockene Schleimhäute sind auch anfälliger für Keime, Infektionen und Atemwegserkrankungen.

Bei solcher Kälte kleben sich Sportler auch gern dicke Pflaster auf das Gesicht, um sich zu schützen. Österreichs Athleten wurden außerdem mit Socken ausgestattet, die eine Art eingebaute Heizung haben - diese lässt sich mit einer Handy-App steuern. Was für die Spitzensportler gilt, das gilt genauso für Hobbysportler. Was also tun, wenn es draußen Minusgrade hat? Experten empfehlen: lieber im Winter ein bisschen kürzer und langsamer joggen oder langlaufen. Die Salzburger Sportmedizinerin Eveline Ledl-Kurkowski rät dazu, sich mit einem Schal vor dem Mund zu schützen. "Und ausreichend trinken - und zwar warm, nicht heiß, zwischen 12 und 15 Grad sind optimal." Trinken sei wichtig, damit die Schleimhäute nicht austrocknen. Ein weiterer Tipp: durch die Nase atmen statt durch den Mund, weil die Luft so vorgewärmt wird, bevor sie in die Lunge kommt. Durch die Nase atmen geht freilich nur, wenn man sich nicht allzu sehr anstrengt. Was immer beachtet werden sollte: nie verschwitzt in der Kälte stehen bleiben. Sonst kann man sich ganz schnell eine arge Erkältung holen.




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