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Tobias Pötzelsberger als "Journalist des Jahres" geehrt

Preisregen für die Medienbranche: Der stellvertretende SN-Chefredakteur Andreas Koller ist bereits zum zehnten Mal "Innenpolitikjournalist des Jahres".

„Journalist des Jahres“ Tobias Pötzelsberger (l.) und Laudator Peter Filzmaier. SN/apa
„Journalist des Jahres“ Tobias Pötzelsberger (l.) und Laudator Peter Filzmaier.

ORF-Anchorman Tobias Pötzelsberger ist am Dienstagabend als "Journalist des Jahres" geehrt worden. Johannes Bruckenberger (APA) wurde vom Branchenmagazin "Der Österreichische Journalist" zum "Chefredakteur des Jahres" gekürt, Russmedia-Geschäftsführer Gerold Riedmann ist "Medienmanager des Jahres" und der ORF wieder "Redaktion des Jahres".

Die Laudatio auf Pötzelsberger hielt Politikwissenschafter Peter Filzmaier, der ebenfalls eine Auszeichnung, nämlich den Sonderpreis für Analyse, entgegennehmen konnte. Filzmaier lobte Pötzelsberger als "Inbegriff des Gegenteils eines Krawalljournalisten". Der ORF-Moderator habe nicht nur die stundenlange Sondersitzung nach Bekanntwerden des Ibiza-Videos "brillant" gemeistert, sondern auch als Moderator der ORF-"Sommergespräche" "beinharte Sachfragen und Freundlichkeit perfekt miteinander verbunden".

"Journalismus als Berufung, nicht als Beruf"

Er sehe den Journalismus als Berufung und nicht als Beruf, sagte Pötzelsberger in seiner Dankesrede, in der er außerdem für die Förderung der jungen Kollegenschaft plädierte. Bruckenberger, der als "Chefredakteur des Jahres" geehrt wurde, freute sich besonders über die Auszeichnung, "weil das Nachrichtenjahr 2019 ein irrwitziges Jahr war". "Wenn dieses Jahr 2019 eines gezeigt hat, dann, dass unabhängiger, kritischer, investigativer und innovativer Journalismus wichtiger denn je ist", betonte er.

Gerade im heurigen Jahr sei die Auszeichnung für den ORF als "Redaktion des Jahres" keine Selbstverständlichkeit, sagte auch ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz - wenn man bedenke, was der damalige Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) noch vor einem Jahr mit dem ORF vorgehabt habe. "Er kann wirklich alles", sagte ORF-Moderator Armin Wolf über den "Medienmanager des Jahres" Riedmann, der nicht nur Russmedia-Geschäftsführer, sondern auch Chefredakteur der "Vorarlberger Nachrichten" ist. Wolf hob den Einfallsreichtum, den Fleiß und die Innovationskraft Riedmanns hervor, der in seiner Dankesrede selbst davon sprach, dass es eine herrliche Zeit für den Journalismus sei: "Wir konnten Journalismus noch nie so frei erzählen."

Sonderpreis geht an Peter Michael Lingens

Den Sonderpreis der "Journalist"-Redaktion für das Lebenswerk erhielt Peter Michael Lingens. "Profil"-Kolumnistin Elfriede Hammerl würdigte den

Gründungschefredakteur und langjährigen Herausgeber des "profil" als "Aufklärer, Aufdecker und Volksbildner". Lingens bedauerte in seiner kurzen Ansprache, dass sich die Menschen "nicht wirklich für Wirtschaft interessierten", was er als jemand, der darüber schreibe, schmerzlich wahrnehmen habe müssen. "Ich hoffe für die Österreicher und die Europäer, dass sie in den kommenden zehn Jahren ihr mangelndes Interesse für Volkswirtschaft nicht bedauern", sagte Lingens.

Andreas Koller, stellvertretender Chefredakteur der "Salzburger Nachrichten" und Leiter der Wiener SN-Redaktion ist neuerlich "Innenpolitikjournalist des Jahres". Der 58-Jährige Wiener erhielt diese Auszeichnung bereits zum zehnten Mal. In den weiteren Kategorien gingen die Preise diesmal an Michael Nikbakhsh ("profil", Wirtschaft), Stefan Grissemann ("profil", Kultur), Cornelia Primosch (ORF, Außenpolitik/EU), Lisa Gadenstätter (ORF, Chronik), Alina Zellhofer (ORF, Sport) und Harald Fidler ("Standard", Medien). In der Wissenschaft setzte sich ORF-Wettermann Markus Wadsak durch, in der Kategorie "Kolumne" Guido Tartarotti ("Kurier"), Peter Klien vom ORF ist Bester in der Sparte Unterhaltung.

Fotograf des Jahres wurde Matthias Cremer vom "Standard", und die Kategorie Investigation ging an Ulla Kramar-Schmid (ORF). "Aufgefallen" ist 2019 Anna Goldenberg ("Presse", "Falter"). Ausgezeichnet wurden auch Leila Al-Serori, Frederik Obermaier und Bastian Obermayer, die gemeinsam mit den Teams der "Süddeutschen Zeitung" (Oliver Das Gupta, Peter Münch) und des "Spiegel" (Maik Baumgärtner, Vera Deleja-Hotko, Martin Knobbe, Walter Mayr, Alexandra Rojkov, Wolf Wiedmann-Schmidt) einen Sonderpreis für Investigation erhielten.

Quelle: APA

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