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TV-Serie "Greyzone": Wenn Drohnen zur Terrorwaffe werden

Die Vorbereitung von Terroranschlägen interessiert die Fernsehmacher neuerdings mehr, als ihre Durchführung spektakulär und geradezu voyeuristisch in Szene gesetzt zu sehen. Das war jüngst bei "Looming Tower" im Großen über 9/11 so, und das ist jetzt in der Serie "Greyzone" im Kleinen nicht anders - mit einem durch die Begrenzung auf Dänemark und Schweden vergleichsweise überschaubaren Attentat. Formal an erfolgreiche große Reihen wie "Kommissarin Lund" und "Die Brücke" angelehnt, fehlt es hier allerdings am nötigen Biss und Nachdruck in Planung und Durchführung. Das betrifft nicht nur das Geschehen, sondern auch das Drehbuch.

Allerdings haben wir Zuschauer uns daran gewöhnt, mit brutalen Terroristen konfrontiert zu werden. Hier jedoch wird die Verblendung des arabischen Geiselnehmers deutlich gemacht. Birgitte Hjort-Sørensen, seit "Borgen" auch hierzulande ein Begriff, beherrscht das Geschehen. In der Handlung ist sie zwar das Opfer in der Gewalt der Attentäter, aber schauspielerisch eine souveräne Erscheinung. Bemerkenswert ist auch, wie eine Sondereinheit der dänischen Polizei am Entführer vorbei mit der Geisel, einer Drohnenexpertin, Kontakt hält. Es ist nicht alles logisch, manches unrealistisch zögerlich, aber spannend doch allemal.

"Greyzone - No Way Out", Staffel 1, 10 Ep.,
3 Edel-DVDs, 450 Min. plus 49 Min. Bonus

Aufgerufen am 22.01.2019 um 11:29 auf https://www.sn.at/panorama/medien/tv-serie-greyzone-wenn-drohnen-zur-terrorwaffe-werden-53417812

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