Österreich

Am Montag fallen die Masken fast überall

Beim Einkaufen und in Gasthäusern muss kein Mund-Nasen-Schutz mehr getragen werden. Einige Ausnahmen bleiben bestehen.

Das Maskentragen beim Einkauf ist ab Montag Vergangenheit. SN/robert ratzer
Das Maskentragen beim Einkauf ist ab Montag Vergangenheit.

Österreich lässt die Masken fallen: Am Montag (15. Juni) endet nach drei Monaten die Verpflichtung zum Tragen von Mund-Nasen-Schutz (MNS) an öffentlichen Orten weitgehend. Seit Mitte März waren die Gesichtsmasken zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie das sichtbare Symbol der Coronakrise. Weiterhin generell eingehalten werden muss der Ein-Meter-Abstand zu Personen, mit denen man nicht in einem gemeinsamen Haushalt lebt.

Letzte Maskenbastionen. Der Rückgang der Infektionen macht nun möglich, dass die MNS-Verpflichtung nur noch in öffentlichen Verkehrsmitteln und Taxis sowie Einrichtungen des Gesundheitsbereichs inklusive Apotheken gilt. Weiterhin geschützt bleiben müssen zudem Mitarbeiter und Kunden in Branchen, in denen der Abstand von einem Meter nicht eingehalten werden kann, beispielsweise Friseure oder Kosmetiker.

Gastronomie. Erhalten bleibt die Maskenpflicht vorerst auch für das Personal in der Gastronomie. Sonst aber erfolgt in Wirtshäusern und Restaurants ab Montag das große Aufatmen: Gäste müssen beim Betreten der Betriebe keine Masken mehr tragen. Auch die Beschränkung auf vier erwachsene Personen pro Tisch fällt, zudem wird die Sperrstunde von 23 Uhr auf 1 Uhr verlängert. Das frühe Zusperren war Bundespräsident Alexander Van der Bellen zum Verhängnis geworden, als er sich Ende Mai in einer Gaststätte "verplaudert" hatte.

Getrübt wird die Freude bei den Wirten dadurch, dass die Lockerungen erst nach dem verlängerten Vatertagswochenende greifen. Viele Anfragen für fünf oder sechs Personen habe man deshalb ablehnen müssen, heißt es beim Wirtschaftskammer-Fachverband Gastronomie, die Lockerung komme um 96 Stunden zu spät. Fachverbands-Obmann Mario Pulker verwies auf die Antirassismus-Demonstration mit 50.000 Teilnehmern in Wien: "Hier wird mit zweierlei Maß gemessen." Die Verhaltensregeln sind unter www.sichere-gastfreundschaft.at zusammengefasst.

Hotellerie. Das Willkommenslächeln in den Beherbergungsbetrieben muss ab 15. Juni ebenfalls nicht mehr hinter der Maske versteckt werden. Die MNS-Pflicht für Personal und Gäste in Eingangs- und Rezeptionsbereichen fällt. In Hotelrestaurants gelten dieselben Regeln wie in der Gastronomie, auch die Einschränkungen für Wellness- und Fitnessbereiche (zwei Meter Abstand und entsprechende Zutrittsbeschränkungen) bleiben unverändert bestehen.
Handel. Supermärkte blieben auch während des Lockdowns geöffnet, deshalb wurde das Maskentragen dort als Erstes zur Gewohnheit. Ab Montag ist damit in allen Handelsbetrieben Schluss. In der Branche erhofft man sich dadurch eine Steigerung der Kauflust.

Schulen & Unis. Bildungsminister Heinz Faßmann hat die Aufhebung der Maskenpflicht an Schulen schon am 3. Juni vollzogen. Für Universitäten und Fachhochschulen gibt es vom Ministerium unverändert die Empfehlung, in den Gebäuden Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Wo nicht genügend Abstand gehalten werden kann (z. B. in Labors), soll MNS auch weiterhin ausnahmslos getragen werden. Drei neue Coronainfektionen an der Linzer Johannes Kepler Universität in dieser Woche bestätigen, dass Vorsicht dort angebracht ist, wo Menschen auf engem Raum zusammenkommen.

Aufgerufen am 27.09.2020 um 12:48 auf https://www.sn.at/panorama/oesterreich/am-montag-fallen-die-masken-fast-ueberall-88801966

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