Österreich

"ForumAlpinum": Mehr Konflikte um Wasser der Alpen erwartet

Angesichts der Klimaerwärmung sowie einer steigenden Nachfrage werden in Zukunft mehr Konflikte um das Wasser der Alpen erwartet. Beim "ForumAlpinum", der wichtigsten Konferenz der Alpen-Anrainerstaaten, die von Montag bis Mittwoch (4.-6. Juni) in Breitenwang (Tirol) stattfindet, stehen die Hotspots der Wassernutzung und -bewirtschaftung und mögliche Lösungsansätze im Mittelpunkt.

"Wasser der Alpen - Allgemeingut oder Quelle für Konflikte?" nennt sich der Titel des "ForumAlpinum 2018", das anlässlich der österreichischen Präsidentschaft der Alpenkonvention vom International Scientific Committee for Research in the Alps (ISCAR) gemeinsam mit der 7. Wasserkonferenz der Alpenkonvention veranstaltet wird. Ziel sei es, alle Beteiligten zusammenzubringen, potenzielle Hotspots auszumachen und Lösungen für diese Regionen und Konflikte zu erarbeiten, sagte Kongressorganisator Leopold Füreder vom Institut für Ökologie der Universität Innsbruck gegenüber der APA.

"Angesichts der Klimaerwärmung kann man annehmen, dass es Regionen mit Wasserknappheit geben wird, besonders dort, wo viel Wasser für die Landwirtschaft gebraucht wird, etwa in Oberitalien", nannte Füreder ein Beispiel für solche Konfliktfelder. Es gebe zwar schon gute Prognosemodelle, man könne aber nicht mit Sicherheit sagen, was passieren werde. "Daher müssen wir uns jetzt schon überlegen, wie man damit umgehen und schnell auf Engpässe reagieren kann", so Füreder.

Auch den steigenden Wasserbedarf durch Schneekanonen nannte der Wissenschafter als Hotspot, werde dabei doch "zu einer ökologisch sensiblen Zeit sehr viel Wasser angereichert und verbraucht". Alleine in Tirol werde für die Kunstschneeerzeugung in einer Saison so viel Wasser verwendet wie in vier Städten Tirols in einem ganzen Jahr.

Zudem habe der Mensch in den vergangenen 150 bis 200 Jahren massiv in die Gewässer der Alpen eingegriffen, etwa durch Hochwasserschutzmaßnahmen oder Kraftwerke. "80 Prozent der Fließgewässer sind sehr stark verändert", durch die Veränderung des Abflussverhaltens seien sie "weit weg von einem guten ökologischen Zustand", so Füreder. Der Experte verweist auf mehr als 1.000 Kraftwerke alleine in Tirol, "und wir wissen, dass praktisch jedes Kraftwerk eine Verschlechterung des ökologischen Zustands mit sich bringt".

Quelle: APA

Aufgerufen am 21.09.2019 um 06:09 auf https://www.sn.at/panorama/oesterreich/forumalpinum-mehr-konflikte-um-wasser-der-alpen-erwartet-28656241

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