Österreich

Offene Fragen bei der Corona-Teststrategie

Auch nach einer Sitzung von Gesundheitsministerium und Ländern zur Teststrategie sind am Freitag noch mehrere Fragen offengeblieben. Zwar wurden Gruppen definiert, die Anspruch auf mehr als die fünf vorgesehenen PCR-Tests pro Monat haben. Wie diese allerdings - im Vergleich zu Personen, die keinen Anspruch haben - zu den Tests kommen sollen, war vorerst noch unklar, erfuhr die APA aus Teilnehmerkreisen.

Positiv oder negativ? Die Zahl der Gratistests wird limitiert SN/APA/dpa/Sebastian Gollnow
Positiv oder negativ? Die Zahl der Gratistests wird limitiert

"Ab 1. April wird die Teststrategie nicht einfacher, im Gegenteil. Nach wie vor sind viele Fragen ungeklärt", resümierte Kärntens Gesundheitsreferentin Beate Prettner (SPÖ). In der Sitzung der Testkoordinatoren der Länder mit dem Bund seien Gruppen definiert worden, die auch nach dem 1. April uneingeschränkten Zugang zu PCR-Tests haben sollen. Zum Beispiel alle Personen im Umfeld von Pflegeheimen: Besucher, Mitarbeiter, Bewohner und externe Dienstleister. Das Gleiche gilt für Kuranstalten, Krankenhäuser, Rettungsdienste sowie Elementarpädagogen und betreute Kinder. Personen, die noch alte PCR-Gurgeltests zu Hause haben, können maximal zehn pro Monat verbrauchen. Wie das kontrolliert wird, ist aber noch offen.

Und ebenso unklar ist nach wie vor, wie Personen, die Anspruch auf mehr Tests im Monat haben, auf diese Zugriff haben sollen. Ob das über die jeweiligen Einrichtungen oder Labore laufen soll, müsse noch ausgearbeitet werden. Es sei aber angeklungen, dass man beim Bund hofft, dass die Menschen die Wahrheit sagen und glaubhaft machen, wofür sie die zusätzlichen Tests brauchen.

Fix sind nach dem Termin lediglich zwei Dinge: Das System der Verdachtsfalltestungen bleibt wie gehabt. Und auch die Gurgeltests sollen bleiben. Allerdings soll es noch andere Möglichkeiten geben - etwa für Personen, die kein Smartphone haben und sich deshalb mit den Gurgeltests schwertun. Das könnte über die Apotheken ablaufen - wie genau, war aber ebenfalls noch offen.

Kritik kam am Freitag auch aus der Ärztekammer. "Nicht nur die Bevölkerung, auch die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte brauchen rasch Klarheit, wie die künftige Corona-Teststrategie geregelt wird", erklärte Johannes Steinhart, Vizepräsident der Österreichischen Ärztekammer und Bundeskurienobmann der niedergelassenen Ärzte, in einer Aussendung. Es sei keinesfalls akzeptabel, dass das entsprechende Reglement erst wenige Stunden vor dem geplanten Inkrafttreten am 1. April bekannt gemacht oder man gar noch über die Frist hinaus im Ungewissen gehalten werde, meinte Steinhart mit Hinblick auf die mit starker Verzögerung verordnete Masken- und 3G-Regelung.

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