Österreich

Sturmtief "Petra" fegt über Österreich hinweg - ein Toter

Das Sturmtief "Petra" ist Dienstagfrüh über mehrere Bundesländer Österreichs hinweggefegt. Vor allem Ostösterreich war von Spitzen bis zu 150 km/h betroffen. Ein Baggerfahrer kam in Langenstein (Bezirk Perg) ums Leben, als er Verklausungen in der Gusen lösen wollte. Der 52-Jährige war 300 bis 400 Meter abgetrieben worden. Reanimationsversuche blieben erfolglos.

In Niederösterreich hat es am Dienstag, 4. Februar 2020, vorerst etwa 200 sturmbedingte Feuerwehreinsätze gegeben. 850 Mann waren ausgerückt. Im Bild: Einsatzkräfte der Feuerwehr bei Aufräumarbeiten in Amstetten.  SN/apa/ff preinsbach
In Niederösterreich hat es am Dienstag, 4. Februar 2020, vorerst etwa 200 sturmbedingte Feuerwehreinsätze gegeben. 850 Mann waren ausgerückt. Im Bild: Einsatzkräfte der Feuerwehr bei Aufräumarbeiten in Amstetten.

Der Baggerfahrer aus Perg sollte eine Straße nach dem Unwetter reinigen. Nahe der Ruine Spilberg sah er, dass der angrenzende Fluss viel Geäst mitführte und sich das Material unter einer kleinen Brücke sammelte. Er wollte die beginnende Verklausung entfernen. Dazu stieg er von seinem Bagger und ging in Richtung Wasser. Am Weg dorthin dürfte der 52-Jährige ausgerutscht sein.

Sturm hat am Dienstag, 4. Februar 2020, ab den Morgenstunden Feuerwehreinsätze in Niederösterreich ausgelöst. Das Landesfeuerwehrkommando berichtete am frühen Vormittag auf Anfrage von etwa 50 an der Zahl, insbesondere in den Bezirken Amstetten und Melk. Dieses Foto zeigt Einsatzkräfte im Bereich St. Valentin.  SN/apa
Sturm hat am Dienstag, 4. Februar 2020, ab den Morgenstunden Feuerwehreinsätze in Niederösterreich ausgelöst. Das Landesfeuerwehrkommando berichtete am frühen Vormittag auf Anfrage von etwa 50 an der Zahl, insbesondere in den Bezirken Amstetten und Melk. Dieses Foto zeigt Einsatzkräfte im Bereich St. Valentin.
Eine Kaltfront mit Sturmwarnung zieht über Österreich hinweg. Ein Warnschild in der Hellbrunner Allee warnt vor Baumbruchgefahr.  SN/APA/BARBARA GINDL
Eine Kaltfront mit Sturmwarnung zieht über Österreich hinweg. Ein Warnschild in der Hellbrunner Allee warnt vor Baumbruchgefahr.
Die niederösterreichische Feuerwehr im Einsatz  SN/APA/FOTOKERSCHI /FEUERWEHR VALEN
Die niederösterreichische Feuerwehr im Einsatz
Ein Unwetter mit heftigen Sturmböen hat am Dienstagvormittag, 4. Februar 2020, für mehrere Einsätze im steirischen Bezirk Deutschlandsberg gesorgt. Im Bild: Aufräumarbeiten im Bezirk Deutschlandsberg.   SN/apa/ff rossegg
Ein Unwetter mit heftigen Sturmböen hat am Dienstagvormittag, 4. Februar 2020, für mehrere Einsätze im steirischen Bezirk Deutschlandsberg gesorgt. Im Bild: Aufräumarbeiten im Bezirk Deutschlandsberg.
 In Niederösterreich hat es am Dienstag, 4. Februar 2020, vorerst etwa 200 sturmbedingte Feuerwehreinsätze gegeben. 850 Mann waren ausgerückt. Im Bild: Einsatzkräfte der Feuerwehr sichern eine Plakatwand in Schwechat.  SN/APA/HELMUT FOHRINGER
In Niederösterreich hat es am Dienstag, 4. Februar 2020, vorerst etwa 200 sturmbedingte Feuerwehreinsätze gegeben. 850 Mann waren ausgerückt. Im Bild: Einsatzkräfte der Feuerwehr sichern eine Plakatwand in Schwechat.
 In Niederösterreich hat es am Dienstag, 4. Februar 2020, vorerst etwa 200 sturmbedingte Feuerwehreinsätze gegeben. 850 Mann waren ausgerückt. Im Bild: Einsatzkräfte der Feuerwehr sichern eine Plakatwand in Schwechat.  SN/APA/HELMUT FOHRINGER
In Niederösterreich hat es am Dienstag, 4. Februar 2020, vorerst etwa 200 sturmbedingte Feuerwehreinsätze gegeben. 850 Mann waren ausgerückt. Im Bild: Einsatzkräfte der Feuerwehr sichern eine Plakatwand in Schwechat.
Ein Unwetter mit heftigen Sturmböen hat am Dienstagvormittag, 4. Februar 2020, für mehrere Einsätze im steirischen Bezirk Deutschlandsberg gesorgt. Im Bild: Aufräumarbeiten im Bezirk Deutschlandsberg.   SN/apa/ff gundersdorf
Ein Unwetter mit heftigen Sturmböen hat am Dienstagvormittag, 4. Februar 2020, für mehrere Einsätze im steirischen Bezirk Deutschlandsberg gesorgt. Im Bild: Aufräumarbeiten im Bezirk Deutschlandsberg.
Ein Unwetter mit heftigen Sturmböen hat am Dienstagvormittag, 4. Februar 2020, für mehrere Einsätze im steirischen Bezirk Deutschlandsberg gesorgt. Im Bild: Aufräumarbeiten im Bezirk Deutschlandsberg.   SN/apa/ff gundersdorf
Ein Unwetter mit heftigen Sturmböen hat am Dienstagvormittag, 4. Februar 2020, für mehrere Einsätze im steirischen Bezirk Deutschlandsberg gesorgt. Im Bild: Aufräumarbeiten im Bezirk Deutschlandsberg.
 Im Nachbarland Schweiz: Ein umgestürtzter Baum blockiert die Lötschbergstraße in Hindelbank, am Dienstag, 4. Februar 2020. Der Orkan "Petra" ist in der Nacht auf Dienstag mit Windspitzen von ueber 170 Kilometern pro Stunde (km/h) ueber die Schweiz hinweggefegt.  SN/apa/keystone
Im Nachbarland Schweiz: Ein umgestürtzter Baum blockiert die Lötschbergstraße in Hindelbank, am Dienstag, 4. Februar 2020. Der Orkan "Petra" ist in der Nacht auf Dienstag mit Windspitzen von ueber 170 Kilometern pro Stunde (km/h) ueber die Schweiz hinweggefegt.
 In Niederösterreich hat es am Dienstag, 4. Februar 2020, vorerst etwa 200 sturmbedingte Feuerwehreinsätze gegeben. 850 Mann waren ausgerückt. Im Bild: Auf der Südautobahn (A2) zwischen Leobersdorf (Bezirk Baden) und Wöllersdorf (Bezirk Wiener Neustadt) in Fahrtrichtung Graz dürfte ein Lkw mit Anhänger von einer Sturmböe erfasst worden sein.   SN/APA/BFKDO BADEN/SCHNEIDER
In Niederösterreich hat es am Dienstag, 4. Februar 2020, vorerst etwa 200 sturmbedingte Feuerwehreinsätze gegeben. 850 Mann waren ausgerückt. Im Bild: Auf der Südautobahn (A2) zwischen Leobersdorf (Bezirk Baden) und Wöllersdorf (Bezirk Wiener Neustadt) in Fahrtrichtung Graz dürfte ein Lkw mit Anhänger von einer Sturmböe erfasst worden sein.
Ein abgedecktes Hausdach am Dienstag, 4. Februar 2020, in Aschau bei Kirchberg. Das Sturmtief "Petra" ist am Dienstag in den frühen Morgenstunden auch über Tirol hinweggefegt.  SN/APA/ZOOM.TIROL
Ein abgedecktes Hausdach am Dienstag, 4. Februar 2020, in Aschau bei Kirchberg. Das Sturmtief "Petra" ist am Dienstag in den frühen Morgenstunden auch über Tirol hinweggefegt.
Daten und Fakten. SN/APA
Daten und Fakten.

Der Rettungshubschrauber Christophorus 10 kreiste knapp über der Wasseroberfläche und einem Sanitäter gelang es, den Mann herauszuziehen. Der Mühlviertler wurde ans Ufer gebracht, Reanimationsversuche blieben aber ohne Erfolg.

In Oberösterreich, Salzburg und Niederösterreich waren Tausende Haushalte aufgrund heftiger Windböen ohne Strom. Auf dem zweiten Platz hinter dem Semmering (150 km/h) bei den Windspitzen landete der Buchberg mit 145,4 km/h (NÖ, 460 Meter), wie die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) am Dienstag berichtete. Mit 140,4 km/h brauste der Wind auf dem Feuerkogel in Oberösterreich auf einer Seehöhe von 1.618 Metern. In Tirol wurden Windgeschwindigkeiten von fast 129 km/h auf dem Galzig (2.079 Meter) registriert.

In der Wiener Innenstadt wehte der Wind mit immerhin noch knapp über 110 km/h. Umgestürzte Bäume sorgten für Verkehrsbehinderungen. Sowohl der Wiener Tiergarten Schönbrunn als auch der Schlosspark wurden in der Früh gesperrt. Zudem riegelten die Bundesgärten auch den Augarten, den Burggarten, den Volksgarten und das Grünareal im Schloss Belvedere ab, sagte ein Sprecher. Die Sperre bleibe aufrecht, bis die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) Entwarnung gebe - man hoffe, dass es am Nachmittag soweit sei. Auch der Lainzer Tiergarten wurde gesperrt.

Der Sturm sorgte für zahlreiche Feuerwehreinsätze und einige Verkehrsbehinderungen in der Bundeshauptstadt. Die Einsatzkräfte wurden wegen "typischer Sturmschäden" - umgestürzte Bäume, abgebrochene Äste, Baugerüste, die gesichert werden müssen, lose Dachziegeln und Ähnliches - gerufen, berichtete Feuerwehrsprecher Gerald Schimpf. Es waren rund 350 Feuerwehrleute im Einsatz.

In Niederösterreich gab es etwa 300 sturmbedingte Feuerwehreinsätze. 850 Einsatzkräfte waren ausgerückt, teilte Franz Resperger vom Landeskommando mit. Hotspots waren die Bezirke Baden, Mödling, Korneuburg und St. Pölten. Es kam zu zahlreichen Stromausfällen. Die ÖBB wiesen auf ihrer Website darauf hin, dass es aufgrund des starken Windes in ganz Österreich "immer wieder zu Streckenunterbrechungen wegen umgestürzter Bäume oder anderer Gegenstände im Gleisbereich" kommen könne.

Die Sturmfront erreichte auch Salzburg und knickte bzw. entwurzelte vor allem im Flachgau Bäume. Im Flachgau und Tennengau kam es zu Stromausfällen, betroffen waren rund 1.500 Haushalte. Die stärksten Sturmböen dürften eine Geschwindigkeit von 100 bis 110 km/h erreicht haben, die höchste gemessene Windgeschwindigkeit in den Niederungen gab es laut ZAMG Salzburg in Mattsee (Flachgau) mit 90 km/h.

Auch rund 11.000 Kunden der Netz Oberösterreich GmbH waren ohne Strom. Besonders betroffen waren Haushalte und Betriebe im Bezirk Schärding, teilte Unternehmenssprecher Wolfgang Denk mit. Die Feuerwehr rückte zu 476 Einsätzen aus. Ab dem späteren Vormittag entspannte sich die Situation. Nachdem es seit Montag in Oberösterreich teilweise auch extrem regnet, wurden wegen Hochwassers auch Straßen gesperrt.

In Oberösterreich erlitten drei Frauen in einer Energetikerpraxis im Bezirk Ried im Innkreis eine Kohlenmonoxidvergiftung. Wegen des Sturms und des niedrigen Luftdrucks dürften die Rauchgase eines Kachelofens nicht ausreichend abgezogen sein, berichtete die Polizei unter Berufung auf einen Sachverständigen der Brandverhütungsstelle.

Im Burgenland erfasste eine Windböe auf der B50 zwischen Jois (Bezirk Neusiedl am See) und Winden am See einen Klein-Lkw und warf ihn um. Das Fahrzeug schlitterte in den Straßengraben. Der Lenker blieb laut Feuerwehr unverletzt. Einsatzkräfte aus Neusiedl am See und aus Jois stellten den beschädigten Klein-Lkw wieder auf die Räder.

In Vorarlberg erreichte "Petra" Windgeschwindigkeiten von mehr als 100 km/h hinweg. In den Bergen herrschte erhebliche Lawinengefahr der Stufe drei, am Nachmittag wurde allerdings Stufe vier ("große Gefahr") erwartet.

Starke Niederschläge und orkanartiger Wind führten in Tirol schon am Montagabend und auch am Dienstag zu einigen Straßensperren. Zum Teil gingen Erdrutsche auf Verkehrswege ab. Die Wettersituation sorgte aber auch für Probleme in höheren Lagen: Die Lawinengefahr werde ansteigen, hieß es vom Land Tirol. In Südtirol sorgte Starkwind zur Erhöhung des Zivilschutzstatus.

In der Steiermark sind durch den Sturm - der allerdings deutlich weniger stark war als in westlichen Bundesländern - vorsichtshalber die höher gelegenen Liftanlagen in einigen Skigebieten nicht in Betrieb genommen worden. Dazu zählten u.a. die Turracher Höhe, der Schöckl, die Ennstaler Skigebiete, der Kreischberg und das Lachtal. Laut Energienetze Steiermark waren im ganzen Land rund 5.000 Haushalte ohne Strom.

Kärnten ist vom Sturmtief "Petra" am Dienstag lediglich gestreift worden. Laut Landesalarm- und Warnzentrale gab es bis zum späten Vormittag lediglich sechs Feuerwehreinsätze. Stärker betroffen waren die Skigebiete, wo zahlreiche Seilbahnen wegen zu starken Windes den Betrieb einstellen mussten. Meldungen über größere Schäden oder Stromausfälle gab es vorerst nicht.

Die Windwarnungen bleiben laut ZAMG bis in die Nacht auf Mittwoch aufrecht, die stärksten Windspitzen sollten aber mittlerweile seit Dienstagvormittag vorüber sein. Bis Mittwochabend wird der Sturm in exponierten Lagen noch Geschwindigkeiten von 70 bis 90 km/h erreichen. Dabei soll es ab Mittwoch eine Verlagerung in Richtung Süden geben - verstärkt betroffen sind dann Kärnten, die südliche Steiermark und das Burgenland.

Quelle: APA

Aufgerufen am 25.11.2020 um 07:00 auf https://www.sn.at/panorama/oesterreich/sturmtief-petra-fegt-ueber-oesterreich-hinweg-ein-toter-82975060

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