Österreich

Toter Hund in Brunnenschacht: 10.000 Euro für Hinweis auf Tierquäler gespendet

Der Stadt-Salzburger Herbert Bauer sagte im SN-Interview, dass er ebenfalls 3000 Euro geben wollte.

Symbolbild. SN/APA (Symbolbild/dpa)/Waltraud Gr
Symbolbild.

Ein erschütternder Fall von Tierquälerei schlägt hohe Wellen: In Altlengbach (Bezirk St. Pölten) fand am Donnerstag ein Hundebesitzer seinen Bordercollie-Mischling "Liam" tot im eigenen Brunnenschacht. Die Beine und die Schnauze des Hundes waren mit Klebeband und Paketschnur zusammengebunden. Zuvor hatte sein Herrl "Liam" zwei Tage lang gesucht, weil er weggelaufen war.

Johann Baumschlager, Sprecher der Landespolizeidirektion Niederösterreich, teilte am Freitag mit, dass bei der kriminaltechnischen Untersuchung Spuren am Tatort gefunden und sichergestellt worden seien, diese würden bei der kriminaltechnischen Untersuchung jetzt ausgewertet. Ob man auch DNA-Material entdeckt beziehungsweise ob man schon einen Verdächtigen im Visier habe, wollte Baumschlager aus ermittlungstaktischen Erwägungen nicht verraten.

Die Mithilfe von Tierfreunden zur Ergreifung des Tierquälers ist jedenfalls überwältigend. Eine größere Anzahl an Menschen wolle Geld für den entscheidenden Hinweis zur Ergreifung des Täters spenden, sagte Baumschlager. So habe sich bei der Tierschutzorganisation "Pfotenhilfe" ein Mann gemeldet, der allein 5000 Euro für den entscheidenden Hinweis ausloben möchte. Aus Angst vor Rache wolle dieser anonym bleiben, teilte der Verein mit.

Der Stadt-Salzburger Herbert Bauer sagte im SN-Interview, dass er ebenfalls 3000 Euro geben wollte. Er sei Tierliebhaber, habe selbst einen Hund und spende jedes Monat 30 Euro an den Tierschutzverein. Der 71-Jährige, der von monatlich 1500 Euro Pension lebt, erklärte, er habe die für ihn sehr hohe Summe in der Euphorie zugesagt, nachdem er eine schwere Operation gut überstanden hat und erst vor kurzem aus dem Spital entlassen wurde. Er, Bauer, habe aber nicht gewusst, dass so viele Tierfreunde schon 10.000 Euro spenden wollen. "Unermesslich hoch soll die Ergreiferprämie auch nicht werden."

"Horrorbilder im TV befeuern nur Voyeurismus"

Helga Krismer, Landeschefin der Grünen in Niederösterreich, empört sich doppelt über den grauslichen Fall: Dass Menschen andere Lebewesen dermaßen quälen könnten, sei unerträglich. "Aber dass Medien die Bilder der zu Tode geschundenen Kreatur dann auf der Jagd nach schnellen Klicks öffentlich machen, ist letztklassig. Um es höflich zu formulieren", sagte die Spitzenpolitikerin, nachdem der TV-Sender oe24.at detaillierte Bilder vom Leichnam des Hundes gezeigt hatte. Es sei "inakzeptabel, mit solchen Bildern dann Quote machen zu wollen: Bei Menschen haben sich die Medien auf einen Opferschutz, auf ethische Regeln bei der Bildwahl, geeinigt. Das muss auch bei Tieren gelten: Auch Tiere haben Würde - und die gilt es zu wahren", erklärte Krismer. "Derartige Horror-Bilder dienen nicht der Information, sie befeuern nur den Voyeurismus."

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